Edelmetall unter Druck: Goldpreis droht zweiter Wochenverlust in Folge
Der Goldpreis steuert im frühen Freitagshandel auf einen Wochenverlust zu, der sich aktuell auf 2,7 Prozent beläuft.
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von Jörg Bernhard
Hauptbelastungsfaktoren sind steigende US-Anleiherenditen, ein festerer Dollar und die wachsende Erwartung weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed. Mehrere Fed-Vertreter haben zuletzt betont, dass die weiterhin zu hohe Inflation eine zusätzliche Straffung der Geldpolitik erforderlich machen könnte. An den Terminmärkten wird einer weiteren Zinserhöhung im Oktober laut FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von 72 Prozent eingeräumt. Zusätzlichen Druck erzeugen zeitweise stark gestiegene Energiepreise und robuste US-Konjunkturdaten. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen erreichte vor diesem Hintergrund den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahrzehnten. Kurzfristig bleibt dieses Umfeld für unverzinstes Gold schwierig. Langfristig bestehen jedoch wichtige Unterstützungsfaktoren fort. Dazu zählen geopolitische Risiken und die steigende Staatsverschuldung. Für eine nachhaltige neue Aufwärtsbewegung dürfte Gold allerdings zunächst einen zusätzlichen Impuls benötigen. Am Nachmittag dürften sich die Marktakteure für den Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter (14.30 Uhr) stark interessieren. Laut einer von Trading Economics veröffentlichten Umfrage unter Analysten wird gegenüber dem Vormonat mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet.
Am Freitagmorgen präsentierte sich der Goldpreis mit stabilen Notierungen. Bis gegen 7.30 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 3,00 auf 4.295,00 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Vor dem Wochenende schwächer
Der Ölpreis hat nach den kräftigen Schwankungen der vergangenen Tage im frühen Freitagshandel leicht nachgegeben. Im Mittelpunkt stehen Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung des Krieges zwischen den USA und Iran. Unterhändler beider Länder prüfen offenbar einen schrittweisen Weg zur Beendigung des Konflikts. Dabei könnte der Iran die Straße von Hormus wieder vollständig öffnen, während die USA im Gegenzug ihre wirtschaftliche Blockade lockern. Eine solche Vereinbarung könnte die Versorgungslage am Ölmarkt deutlich entspannen. Gleichzeitig bleiben die geopolitischen Risiken aber hoch. Saudi-Arabien hat mehrere ballistische Raketen der Huthi-Milizen abgefangen, die unter anderem auf die Region um das wichtige Ölzentrum Yanbu zielten. Saudi-Arabien erhöht zwar wieder die Rohölmengen durch seine Ost-West-Pipeline, die Tankerverladungen in Yanbu wurden bislang jedoch nicht wieder aufgenommen. Auffällig bleibt zudem der ungewöhnlich große Preisabstand zwischen Brent und WTI, der unter anderem mit möglichen US-Beschränkungen für Diesel-Exporte zusammenhängt.
Am Freitagmorgen präsentierte sich der Ölpreis mit fallenden Notierungen. Bis gegen 7.30 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Future um 1,75 auf 92,86 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 1,55 auf 98,67 Dollar zurückfiel.
Redaktion finanzen.net
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