Warten auf neue Kurstreiber: Goldpreis setzt Konsolidierung auf aktuellem Niveau fort
Der Goldpreis zeigt sich im frühen Donnerstagshandel weiterhin relativ richtungslos und setzt damit seine Seitwärtstendenz fort.
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von Jörg Bernhard
Belastend wirkt vor allem die wachsende Erwartung, dass die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik weiter straffen könnte. Nach der jüngsten Zinserhöhung setzen immer mehr Marktteilnehmer auf einen weiteren Zinsschritt Ende Oktober. Dafür sprechen der anhaltende Inflationsdruck und die robuste US-Konjunktur. Mittlerweile zeigt das FedWatch-Tool des Terminbörsenbetreibers CME Group eine Wahrscheinlichkeit von über 70 Prozent an, dass wir bereits Ende Oktober eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte sehen werden. Die US-Geschäftsaktivität erreichte im September den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren, während die starke Nachfrage zugleich für zusätzlichen Preisdruck sorgt. Höhere Zinsen und steigende Anleiherenditen mindern grundsätzlich die Attraktivität des unverzinsten Goldes. Entlastung kommt dagegen von den zuletzt rückläufigen Ölpreisen, die die Inflationsrisiken etwas dämpfen. Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Krieg zwischen den USA und Iran tragen dazu bei. Für die kommenden Quartale wird beim Goldpreis insgesamt mit einer fehlenden klaren Richtung gerechnet.
Am Donnerstagmorgen präsentierte sich der Goldpreis mit stabilen Notierungen. Bis gegen 8.15 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (Dezember) um 1,90 auf 4.316,50 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Sechster Verlusttag in Folge
Die Ölpreise haben nach dem kräftigen Anstieg des Vortages wieder nachgegeben. Belastend wirken vor allem Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte zwischen den USA und Iran. Zwar liegen die Positionen beider Länder weiterhin weit auseinander, Iran zeigt sich jedoch grundsätzlich gesprächsbereit. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Häfen und die Wiederöffnung der Straße von Hormus. Gleichzeitig erholt sich die Ölversorgung am Persischen Golf, wodurch ein Teil der geopolitischen Risikoprämie ausgepreist wird. Für zusätzlichen Abwärtsdruck sorgen die jüngsten US-Lagerdaten. Die Rohölbestände stiegen überraschend deutlich, obwohl Analysten mit einem Rückgang gerechnet hatten. Die Vorräte an Destillaten wie Diesel und Heizöl gingen dagegen zurück. Für Verunsicherung sorgten außerdem Spekulationen über ein mögliches US-Exportverbot für Diesel, die vom Weißen Haus jedoch dementiert wurden. Kurzfristig bleiben die US-Iran-Verhandlungen und die Versorgungslage am Persischen Golf die wichtigsten Einflussfaktoren.
Am Donnerstagmorgen präsentierte sich der Ölpreis mit gehaltenen Notierungen. Bis gegen 8.15 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Future um 0,05 auf 92,11 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,08 auf 98,20 Dollar anzog.
Redaktion finanzen.net
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