Trading Idee: Rheinmetall — Boxer-Grossauftrag als Wendepunkt, Ziel 1.050 Euro
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Die Aktien von Rheinmetall (ISIN: DE0007030009) sind binnen eines Jahres auf die Hälfte ihres Werts geschrumpft, obwohl die Auftragsbücher so voll sind wie nie. Am Montagvormittag notieren die Titel des in Düsseldorf ansässigen Rüstungskonzerns bei 967 Euro und damit knapp über dem Tief der Vorwoche bei 940 Euro. Vor einem Jahr kosteten sie noch fast 2.000 Euro.
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Die Wende könnte ein einzelner Vertrag bringen. Seit Monaten wartet Rheinmetall auf die Unterschrift unter den Auftrag Arminius, mit dem die Bundeswehr Radschützenpanzer vom Typ Boxer bestellen will. Fest vereinbart wären 12,4 Milliarden Euro, dazu kommt ein Serviceanteil von rund 2 Milliarden Euro. Vorstandschef Armin Papperger hatte die Unterzeichnung ursprünglich für das erste Halbjahr in Aussicht gestellt und rechnet inzwischen mit dem zweiten. Kommt der Vertrag bis Jahresende, wären Anzahlungen von mehr als 3 Milliarden Euro möglich. Genau dieses Geld fehlt derzeit in der Kasse.
Denn die Schwachstelle der jüngsten Zahlen war nicht das Geschäft, sondern der Mittelabfluss. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um fast 70 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro, das operative Ergebnis mehr als verdoppelte sich auf 562 Millionen Euro. Der Auftragsbestand wuchs um 44 Prozent auf 80,4 Milliarden Euro, davon sind 70 Prozent fest bestellt. Gleichzeitig flossen im ersten Halbjahr unter dem Strich 1,6 Milliarden Euro aus dem operativen Geschäft ab, weil der Konzern Vorräte über 6,2 Milliarden Euro aufbaute, um die künftigen Aufträge abarbeiten zu können. Zudem senkte Rheinmetall nach dem Aus für das Fregattenprogramm F126 die Umsatzprognose für 2026 auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, hielt aber an der operativen Marge von rund 19 Prozent fest. Bis Jahresende soll der Auftragsbestand auf 100 bis 120 Milliarden Euro steigen.
Die Schätzungen stehen bei 37,33 Euro Gewinn je Aktie für 2026, 54,49 Euro für 2027 und 75,34 Euro für 2028. Daraus folgen Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) von 25,9 (2026), 17,7 (2027) und 12,8 (2028). Das KGV gibt an, wie viele Jahresgewinne beim aktuellen Kurs bezahlt werden. Gemessen am erwarteten Gewinn 2027 liegt Rheinmetall damit nur noch leicht über dem Gesamtmarkt mit einem KGV um 16, nachdem es vor einem Jahr noch weit darüber lag. Die Dividende beträgt 11,50 Euro je Aktie, eine Rendite von 1,2 Prozent. Von 21 Analysten raten 18 zum Kauf und 3 zum Halten, ihr mittleres Kursziel liegt bei 1.607,95 Euro. RBC nahm die Bewertung im August mit Kaufen und einem Ziel von 1.600 Euro auf, Barclays sieht die Aktien bei 2.000 Euro. Am vorsichtigsten ist JPMorgan mit Neutral und 1.350 Euro.
Der Trade setzt nicht auf eine schnelle Rückkehr zu den alten Hochs, sondern auf eine Erholung in Richtung 1.050 Euro, sobald sich bei Arminius oder den Quartalszahlen am 5. November Bewegung zeigt. Das grösste Risiko bleibt die politische Lage. Jede Nachricht über Friedensgespräche in der Ukraine hat die Rüstungswerte in diesem Jahr unter Druck gesetzt, und eine weitere Verschiebung des Boxer-Vertrags würde die Sorgen um den Mittelabfluss verlängern. Hinzu kommt, dass sich Beschaffungen der Bundeswehr wie bei der Fregatte F126 auch kurzfristig ändern können.
Fazit:
Trader könnten eine Long-Position auf die Titel von Rheinmetall über einen Open-End-Turbo von HSBC mit der WKN HT239W in Betracht ziehen, um bei einem Anstieg des Basiswerts auf 1.050 Euro eine Rendite von 34,07% im Schein zu erzielen. Der Stopp-Loss könnte bei 925 Euro platziert werden, was einem Verlust von 17,37% im Hebelprodukt entspräche. Das Chance-Risiko-Verhältnis dieser Trading-Idee beträgt 1,96. Der Hebel liegt bei 3,93 und der Abstand zur Knock-out-Schwelle bei 25,00 Prozent.
Risikohinweis: Die bereitgestellten Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Werte dar. Die besprochenen Wertpapiere sind sehr volatile und risikoreiche Anlageformen. Dies ist keine Anlageberatung, und jede Entscheidung erfolgt auf eigenes Risiko. Hinweis: Stopp-Loss-Marken und Gewinnziele dienen lediglich als Orientierung und sollten an das individuelle Risiko- und Geldmanagement sowie die tagesaktuelle Marktentwicklung angepasst werden. Gewinne sollten eigenverantwortlich realisiert werden. Das Erreichen des Kursziels basiert auf dem angegebenen Zielkurs des Basiswerts. Der Autor ist zum Zeitpunkt der Analyse nicht in Rheinmetall-Aktien investiert.
| Trading Idee: Rheinmetall | |
|---|---|
| Basiswert | Rheinmetall (ISIN: DE0007030009) |
| Produktgattung | Turbo Long |
| Emittent | HSBC |
| ISIN/WKN Hebelprodukt | DE000HT239W9 / HT239W |
| Laufzeit | Open End |
| Kurs K.-o.-Call (Datum) | 24,56/24,58€ (05.10.2026, 11:12 Uhr) |
| Basispreis variabel | 725,28€ |
| Knock-out-Schwelle | 725,28€ |
| Hebel | 3,93 |
| Abstand zum Knock-out | 25,00% |
| Stop-Loss Call | 32,58€ (+34,07%) |
Risikohinweis: | |
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