Trading Idee: TUI - 3,3 Milliarden Euro Börsenwert, 24 Milliarden Euro Umsatz
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Die Aktien von TUI (ISIN: DE000TUAG505) haben am Mittwoch bei 6,44 Euro gedreht und den Handel bei 6,56 Euro rund ein Prozent fester beendet.
Wer die Grössenordnungen nebeneinanderlegt, stolpert zuerst über das Verhältnis von Geschäft und Bewertung. TUI setzt auf Zwölfmonatssicht 23,8 Milliarden Euro um und bringt an der Börse 3,3 Milliarden Euro auf die Waage. Auf jeden Euro Börsenwert kommen damit gut sieben Euro Umsatz, das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei 0,14. Beim Gewinn fällt das Bild ähnlich aus. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten die Schätzungen 1,02 Euro je Aktie, für 2027 dann 1,37 Euro je Aktie und für 2028 schliesslich 1,61 Euro je Aktie, woraus sich Kurs-Gewinn-Verhältnisse von 6,4, danach 4,8 und zuletzt 4,1 ergeben. Bezahlt wird der Gesamtmarkt derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis um 16, die Reise- und Freizeitbranche mit gut 16. Seit dem vergangenen Jahr fliesst ausserdem wieder eine Dividende, zuletzt 0,10 Euro je Aktie, was beim aktuellen Kurs etwa 1,5 Prozent Rendite entspricht. Bis 2027 sehen die Schätzungen diesen Wert in Richtung 3 Prozent steigen.
Dass die Aktien trotzdem seit Monaten fallen, hat einen konkreten Anlass. Am 12. August meldete der Konzern für das dritte Quartal 5,82 Milliarden Euro Umsatz, auf Basis konstanter Wechselkurse 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr, und ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 235 Millionen Euro, das 86 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert blieb. Unter dem Strich standen 82,5 Millionen Euro und damit 0,16 Euro je Aktie, während der Markt mit 0,25 Euro je Aktie gerechnet hatte, worauf die Aktien am Zahlentag knapp drei Prozent verloren.
Den Fehlbetrag erklären zwei Ereignisse, die mit dem Tagesgeschäft wenig zu tun haben. 60 Millionen Euro kostete der Iran-Krieg, weil Kreuzfahrtschiffe ihre Routen aufgeben mussten, weitere 21 Millionen Euro verschlang ein Hurrikan-Schaden auf Jamaika. Rechnet man diese 81 Millionen Euro heraus, läge das Neunmonatsergebnis nicht unter, sondern rund 40 Millionen Euro über dem Vorjahr.
Die Jahresprognose von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro bereinigtem Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat der Vorstand bestätigt und dabei erkennen lassen, dass er das untere Ende der Spanne für eine Enttäuschung hielte. Ermutigend liest sich auch die Buchungslage, denn in den vier Wochen nach der Waffenruhe Mitte Juni lag der gebuchte Umsatz sieben Prozent über dem Vorjahr, nachdem er zuvor über Monate hinweg im Minus gelegen hatte. Getragen wird das Ergebnis vom Kreuzfahrtgeschäft, wo Auslastung und Preise trotz zwölf Prozent mehr Kapazität über dem Vorjahr lagen, während das Segment aus Veranstaltern und Fluggesellschaft mit 65 Millionen Euro Verlust die Schwäche der Langstrecke abbildete.
Die Analysten sind bei diesem Titel deutlich optimistischer als der Kurs. Von dreizehn Häusern raten neun zum Kauf und vier zum Halten, Verkaufsempfehlungen gibt es keine. Das mittlere Kursziel liegt bei 9,96 Euro, die Spanne reicht von 7,00 bis 13,50 Euro. Bemerkenswert ist dabei, dass mehrere Häuser ihre Ziele im August zwar gesenkt, ihre Kaufempfehlung aber ausdrücklich bestätigt haben, ein Muster, das eher für verschobene als für gestrichene Erwartungen spricht. Bewertungsmodelle aus aktuellen Research-Berechnungen kommen auf faire Werte zwischen 8,47 und 9,07 Euro, also rund 30 Prozent über dem aktuellen Kurs.
Hinter der Kursschwäche arbeitet der Konzern an einer Umstellung, die erst ab dem kommenden Jahr sichtbar werden dürfte. Das Sparprogramm ist so gestaffelt, dass rund ein Drittel der Einsparungen im laufenden Geschäftsjahr anfällt, ein weiteres Drittel 2027 und die volle Wirkung 2028 erreicht wird, was unabhängig von der Nachfrage Ergebnis bringt. Parallel soll die Fluggesellschaft stärker kommerzialisiert werden, indem der bislang nur vier bis fünf Prozent ausmachende Verkauf reiner Flugtickets ausgebaut und das Verramschen letzter Sitzplätze beendet wird, mit voller Wirkung ab dem Sommer 2027. Dazu kommen der Einsatz künstlicher Intelligenz in Vertrieb und Kundenservice, neue Vertriebswege über grosse multimodale Sprachmodelle sowie ein Treueprogramm, das in Grossbritannien, Irland und Skandinavien bereits angelaufen ist. Die Nettoinvestitionen hat der Vorstand im Gegenzug von 860 bis 900 auf 810 bis 830 Millionen Euro zurückgenommen.
An Risiken herrscht dennoch kein Mangel. Die Langstrecke in die USA, in den Nahen Osten und nach Fernost bleibt stark eingeschränkt, und eine Erholung dieser Korridore dürfte selbst bei ruhiger politischer Lage noch Monate brauchen. Die Nettoverschuldung wird im laufenden Jahr steigen, weil ausgelieferte Boeing-Maschinen zusätzliche Leasing- und Finanzierungsverpflichtungen mitbringen, und die kurzfristigen Verbindlichkeiten übersteigen die liquiden Mittel deutlich, was bei einem Geschäft mit derart dünner Bruttomarge von gut acht Prozent wenig Puffer lässt. Volatile Kerosinpreise nennt der Vorstand selbst als offene Grösse in der Prognosespanne, und die Konzentration auf Deutschland und Grossbritannien macht den Konzern anfällig für eine Konsumflaute in genau diesen beiden Märkten.
Es geht hier um eine erwartete Gegenbewegung an der massiven Unterstützungszone um 6,50 Euro nach der bullischen Tageskerze und eine Erholung zum 10er-EMA bei 6,70 und möglicherweise 50er-EMA bei 6,98 Euro.
Fazit:
Handelbar wird ein Anstieg von 2,8 Prozent im Basiswert erst mit Hebel. Ein Open-End-Turbo-Long von ING Markets mit der WKN NG7RXU übersetzt die Bewegung mit einem Hebel von 6,26. Bei einem Einstieg zu 6,52 Euro in den Aktien kostet der Schein rund 1,03 Euro, am Ziel von 6,70 Euro stünden 1,20 Euro und damit 16,54 Prozent Gewinn zu Buche. Der Stopp-Loss bei 6,40 Euro, knapp unter dem Tagestief und unter der Bodenzone, entspricht 0,90 Euro im Produkt und einem Verlust von 12,65 Prozent, woraus sich ein Chance-Risiko-Verhältnis von 1,31 ergibt. Die Knock-out-Schwelle liegt bei 5,50 Euro, 16,2 Prozent unter dem aktuellen Kurs und 14,0 Prozent unter dem Stopp.
Risikohinweis: Die bereitgestellten Informationen stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf der erwähnten Werte dar. Die besprochenen Wertpapiere sind sehr volatile und risikoreiche Anlageformen. Dies ist keine Anlageberatung, und jede Entscheidung erfolgt auf eigenes Risiko. Hinweis: Stopp-Loss-Marken und Gewinnziele dienen lediglich als Orientierung und sollten an das individuelle Risiko- und Geldmanagement sowie die tagesaktuelle Marktentwicklung angepasst werden. Gewinne sollten eigenverantwortlich realisiert werden. Das Erreichen des Kursziels basiert auf dem angegebenen Zielkurs des Basiswerts. Der Autor ist zum Zeitpunkt der Analyse nicht in TUI-Aktien investiert.
| TUI | |
|---|---|
| Basiswert | TUI AG (ISIN: DE000TUAG505) |
| Produktgattung | Open End Turbo (Long) |
| Emittent | ING Markets |
| ISIN/WKN Hebelprodukt | NG7RXU / DE000NG7RXU5 |
| Laufzeit | open end |
| Kurs K.-o.-Call (Datum) | 1,36/1,37€ (16.09.2026, 18:30 Uhr) |
| Basispreis variabel | 5,50€ |
| Knock-out-Schwelle | 5,50€ |
| Hebel | 6,26 |
| Abstand zum Knock-out | 16,21% |
| Stop-Loss Call | 0,90€ |
| Ziel Call | 1,20€ (+16,54%) |
Risikohinweis: | |
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