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Intel-Aktie weiter ohne Höhenflug: Technologiekonzern IBM liefert überraschende Steilvorlage


Intel-Aktie weiter ohne Höhenflug: Technologiekonzern IBM liefert überraschende Steilvorlage

Die Intel-Aktie setzt trotz Erfolgen in der eigenen Chipfertigung und euphorischer Analystenstimmen keine Erholung einleiten.

Werte in diesem Artikel

  • KeyBanc hebt das Kursziel für Intel von 110 auf 155 US-Dollar an
  • Intel will einen Großteil der Nova-Lake-Chips künftig selbst fertigen
  • IBM-Zahlen offenbaren Kundenverlagerung hin zu Servern und Speicherchips
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Die Aktie von Intel legt zwei Handelstage in Folge deutlich zu: Nach einem Plus von rund 4,5 Prozent am Dienstag zieht das Papier auch am Mittwoch vorbörslich weiter an, zuletzt ging es an der NASDAQ um 2,61 Prozent auf 110,57 US-Dollar nach oben. Auslöser sind vor allem unternehmensspezifische Nachrichten aus der eigenen Fertigung.

Im Haupthandel an der NASDAQ kippte das Sentiment aber: Am Ende war ein Minus von 4,42 Prozent auf 102,99 US-Dollar zu sehen.

KeyBanc sieht Fortschritte bei der 18A-Fertigung

Das Analysehaus KeyBanc hat das Kursziel für Intel am Dienstag von 110 auf 155 US-Dollar angehoben und die Einstufung "Overweight" bestätigt. Als Begründung nennt KeyBanc laut Investing.com die starke Nachfrage nach Server-CPUs, angetrieben durch Trends im Bereich der agentenbasierten KI. Intel habe die Kapazitäten am Standort INTC-3 erweitert, um in diesem Jahr ein Wachstum der Server-Stückzahlen von 25 bis 30 Prozent und im kommenden Jahr von über 50 Prozent zu ermöglichen. Die Ausbeute im 18A-Fertigungsprozess habe sich zudem von 65 auf über 85 Prozent verbessert.

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Design-Wins und Nova-Lake-Entscheidung

Laut den Analysten hat Intel dadurch Design-Wins von Apple, AMD, NVIDIA, Marvell, Microsoft, Micron und OpenAI erhalten und plant, die 18A-Kapazitäten deutlich auszubauen; eine offizielle Bestätigung von Intel selbst steht dazu noch aus. Für seine EMIB-T-Verpackungstechnologie sicherte sich Intel zudem einen zweiten großen Design-Win durch AWS Trainium 3, nach zuvor Googles TPU. Wegen der besseren Ausbeute soll außerdem der Großteil der kommenden Nova-Lake-Prozessoren wieder im eigenen Haus entstehen: Statt wie ursprünglich geplant 60 bis 70 Prozent der Compute-Tiles auszulagern, sollen künftig 80 bis 90 Prozent in eigenen Werken wie der Fab 52 in Phoenix, Arizona, gefertigt werden.

Investition in Irland und weitere Kurszielanhebungen

Parallel bestätigte Intel eine Investition von 5 Milliarden Euro zum Ausbau der Fertigungskapazitäten am Standort Leixlip bei Dublin, mit Schwerpunkt auf Rechenzentrumsprozessoren wie den Xeon-Serverchips. Auch das Analysehaus Stifel hob sein Kursziel an, von 75 auf 120 US-Dollar, beließ die Einstufung aber auf Hold. Intel will die Preise für Client-CPUs im dritten Quartal zudem um 6 bis 15 Prozent anheben.

IBM-Bilanz liefert ungewollte Bestätigung für die Server-These

Einen indirekten Beleg für die von KeyBanc beschriebene Nachfragedynamik lieferte tags zuvor ausgerechnet ein Konzern aus einem ganz anderen Marktsegment: Die IBM-Aktie brach am Dienstag an der NYSE um rund 25 Prozent auf rund 216 US-Dollar ein, der größte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte. Auslöser war ein überraschend schwaches Umsatzwachstum von einem Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal, deutlich unter den Erwartungen der Analysten, bei einem um 7 Prozent rückläufigen Infrastrukturgeschäft.

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Konzernchef Arvind Krishna erklärte den Rückgang in einem Aktionärsbrief mit einer Umschichtung der Kundenbudgets: Unternehmen hätten ihre Ausgaben zuletzt verstärkt in Server, Speicher und Speicherchips gelenkt, um erwarteten Preissteigerungen wegen Lieferengpässen zuvorzukommen. Grund für die steigenden Speicherchip-Preise sei der schnelle Ausbau von KI-Rechenzentren, derselbe Trend, den KeyBanc als Treiber für Intels Server-CPU-Nachfrage anführt.

Für Intel ist das kein Nebenaspekt, sondern die Kehrseite der eigenen Wachstumsstory: Die von KeyBanc erwarteten Server-Stückzahlen von 25 bis 30 Prozent in diesem und über 50 Prozent im kommenden Jahr speisen sich aus derselben Budgetverlagerung, die IBM gerade schmerzhaft zu spüren bekommt. Ob sich das tatsächlich in höheren Intel-Absätzen niederschlägt, dürfte sich frühestens mit den kommenden Quartalszahlen des Chipherstellers zeigen.

Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Lyao / Shutterstock.com, Dragan Jovanovic / Shutterstock.com

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