Nach 25-Prozent-Absturz der IBM-Aktie: Analyst zieht die Erwartungen zurück
IBM enttäuscht mit schwachen Quartalszahlen vor allem im Softwaregeschäft. Oppenheimer reagiert mit einer Abstufung der Aktie.
Werte in diesem Artikel
- Oppenheimer setzt die IBM-Aktie auf die neutrale Einstufung herab
- Kursziel von 350 US-Dollar wird gestrichen
- Softwareumsatz verfehlt die Erwartungen deutlich
Oppenheimer hat die Aktie von IBM in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie auf die neutrale Einstufung Perform herabgestuft und das Kursziel von 350 US-Dollar gestrichen. Anlass waren die bereits vorab veröffentlichten, schwachen Zahlen zum zweiten Quartal 2026, die noch vor der für den 22. Juli geplanten Telefonkonferenz bekannt wurden. Analyst Param Singh verwies darauf, dass IBM in allen Segmenten sowohl die eigenen Schätzungen von Oppenheimer als auch den Analystenkonsens verfehlt habe.
Die IBM-Aktie war daraufhin massive 25 Prozent abgesackt - am Mittwoch geht es an der NYSE 2,49 Prozent auf 222,47 US-Dollar nach oben, was jedoch eher eine Schönheitskorrektur sein dürfte.
Softwareumsatz bleibt deutlich hinter der Prognose zurück
Der Gesamtumsatz wuchs im Quartal nur um ein Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar. Besonders schwach entwickelte sich das Softwaregeschäft mit einem Plus von 5 Prozent, während Oppenheimer 12 Prozent erwartet hatte. Laut Oppenheimer begründete IBM die Abweichung mit dem an das Mainframe-Geschäft gekoppelten Software-Stack sowie mit Geschäftsabschlüssen, die sich über das Quartalsende hinaus verschoben hätten, nach Unternehmensangaben aber nicht verloren seien. Teilweise ausgeglichen wurde dies durch ein beschleunigtes Wachstum bei Red Hat von 11 Prozent sowie anhaltende Stärke bei HashiCorp und Confluent.
Infrastruktur- und Beratungsgeschäft ebenfalls schwächer
Die Erlöse im Infrastrukturgeschäft sanken um 7 Prozent und damit stärker als von Oppenheimer mit minus 5 Prozent erwartet, da die Stärke bei dezentralen Systemen die Schwäche im Mainframe-Geschäft nicht ausgleichen konnte. Der Umsatz im Beratungsgeschäft stagnierte, während Oppenheimer hier mit einem Plus von 1 Prozent gerechnet hatte. Nach Einschätzung des Analysehauses dürfte es für IBM schwierig werden, ohne größere Zukäufe oder eine deutliche Aufholjagd bei Geschäftsabschlüssen 2026 und 2027 ein zweistelliges währungsbereinigtes Wachstum im Softwarebereich zu erreichen.
Analyst erwartet vorerst Seitwärtsbewegung
"Die Bullen-These wird länger brauchen, um sich zu bewahrheiten", schrieb Singh laut Investing.com und rechnet kurzfristig mit einer Aktie in einer Handelsspanne. Die Verlagerung der Ausgaben hin zu Hardware dürfte nach Einschätzung von Oppenheimer Anbietern von Servern und Speicherlösungen zugutekommen, während sich für Anbieter von Infrastruktursoftware wegen ähnlich angespannter IT-Budgets kurzfristige Risiken ergäben.
Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net
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