Arbeitsskandal?

Tragödie in Ungarn: Erneut tödlicher Unfall auf BYD-Fabrikbaustelle - Aktie tiefrot

26.06.26 17:10 Uhr

Zweiter Todesfall bei BYD in Ungarn: Schwere Vorwürfe und Bußgelder belasten - Aktie sackt ab | finanzen.net

Auf der Baustelle des BYD-Elektrofahrzeugwerks im ungarischen Szeged ist erneut ein Arbeiter ums Leben gekommen. Es ist der zweite Todesfall an diesem Standort innerhalb weniger Monate.

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• Unfall mit Todesopfer in BYD-Werk
• Kein Erstfall - Untersuchungen im Gange
• Schwerwiegende Vorwürfe im Umlauf

Der Unfall ereignete sich am 18. Juni. Wie der ungarische Nationale Rettungsdienst laut CNBC am Montag mitteilte, waren mehrere Rettungseinheiten vor Ort, darunter ein Rettungshubschrauber. Alle Wiederbelebungsversuche blieben jedoch ohne Erfolg. Lokale Medien berichteten, der Arbeiter sei auf dem Gelände von einem Lkw erfasst worden. Die genauen Umstände werden von den Behörden untersucht.
Der chinesische Elektroautokonzern BYD reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage von CNBC. Bereits im Februar war am selben Standort ein Arbeiter ums Leben gekommen.

Bußgelder und Verwarnungen

Im Zuge der Ermittlungen zum zweiten Todesfall verhängte das Regierungsbüro des Komitats Csongrád-Csanád eine Geldstrafe von 34,5 Millionen Forint (rund 110.000 US-Dollar) gegen AIM Construction Hungary Ltd. Das Unternehmen ist eine Tochtergesellschaft jenes Baukonzerns, der bereits 2024 in einen Arbeitsskandal am BYD-Werk in Brasilien verwickelt war. Neben der Geldbuße wurde AIM Construction wegen weiterer Verstöße verwarnt: verspätete Anmeldung von Mitarbeitern, Verstöße gegen Arbeitszeitregelungen sowie formale Mängel in Arbeitsverträgen.

Zwei weitere Firmen wurden ebenfalls zur Rechenschaft gezogen. LÉVAI-SECURITY Ltd. erhielt eine Geldstrafe, weil das Unternehmen Arbeitnehmer ohne ordnungsgemäße Registrierung beschäftigt hatte. Plusz Kéz Ltd. wurde wegen Mängeln in der Arbeitsaufsicht verwarnt.

Vorwürfe der Zwangsarbeit

Der Standort steht bereits seit Monaten unter Beobachtung. Anfang des Jahres veröffentlichte die in New York ansässige Organisation China Labor Watch einen Bericht mit schwerwiegenden Vorwürfen: Auf der Baustelle in Szeged sollen Arbeiter sieben Tage pro Woche im Einsatz gewesen sein, Löhne seien vorenthalten worden. BYD-Vizepräsidentin Stella Li wies diese Anschuldigungen Anfang Juni zurück und erklärte, der Konzern begrüße Kontrollen durch Arbeitsinspektoren.

BYD hatte im Januar mit dem Transport von Produktionsanlagen nach Szeged begonnen. Die vollständige Aufnahme des Fabrikbetriebs ist für das dritte Quartal 2026 geplant.

Zum Wochenende verlor die BYD-Aktie in Hong Kong letztlich 4,4 Prozent auf 63,05 Yuan.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Philip Lange / Shutterstock.com, Robert Way / Shutterstock.com

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