Autobauer im Vergleich

VW-Aktie vs. Mercedes-Benz-Aktie: Zwei Antworten auf die China-Krise - Welche Strategie verspricht mehr Erfolg?


VW-Aktie vs. Mercedes-Benz-Aktie: Zwei Antworten auf die China-Krise - Welche Strategie verspricht mehr Erfolg?

Beide Autobauer verlieren in China mehr als ein Viertel ihres Absatzes, doch Wolfsburg und Stuttgart setzen unterschiedliche Schwerpunkte.

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  • VW richtet seine Kapazitäten auf neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr aus
  • Mercedes-Benz treibt mit mehr als 40 neuen Modellen seine größte Produktoffensive voran
  • China bleibt für beide Konzerne ein wesentlicher Belastungsfaktor im Jahr 2026
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Im ersten Halbjahr 2026 verloren Volkswagen und Mercedes-Benz in China jeweils mehr als ein Viertel ihres Absatzes. Die Antworten aus Wolfsburg und Stuttgart fallen jedoch unterschiedlich aus. Volkswagen richtet seine Kapazitäten und Kosten stärker auf ein niedrigeres Absatzvolumen aus, während Mercedes-Benz mit einer umfangreichen Modelloffensive neue Impulse setzen will.

Volkswagen richtet sich auf neun Millionen Fahrzeuge aus

Im ersten Halbjahr 2026 lieferte der VW-Konzern rund 4,13 Millionen Fahrzeuge aus, sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In China sanken die Auslieferungen um 25,9 Prozent, außerhalb Chinas legten sie um rund zwei Prozent zu. Konzernchef Oliver Blume zog daraus eine klare Konsequenz: Die Volumenplanung der Vergangenheit sei in der derzeitigen Markt- und Wettbewerbssituation unrealistisch, sagte er im April dem Manager Magazin. Der am 3. September vom Aufsichtsrat gebilligte Zukunftsplan 2030 legt nach: Von einst mehr als zwölf Millionen Fahrzeugen Jahreskapazität hat VW bereits zwei Millionen abgebaut, je weitere 500.000 sollen in China und Europa folgen. Das finanzielle Gerüst richtet der Konzern auf einen durchschnittlichen Absatz von neun Millionen Fahrzeugen pro Jahr aus.

Die Kapazitätsanpassung bedeutet allerdings nicht, dass Volkswagen ausschließlich auf Schrumpfung setzt. Parallel treibt der Konzern die Erneuerung seiner Modellpalette voran: Für die neue Electric Urban Car Family lagen im ersten Halbjahr bereits mehr als 54.000 Bestellungen vor. Auch der Zukunftsplan 2030 sieht neben Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung weiterhin Investitionen in Produkte und Technologien vor.

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Prognosesenkung zeigt, wie groß der Druck ist

Wie groß der Druck ist, zeigte VW am 18. September. Der Konzern senkte seine Prognose für die operative Umsatzrendite 2026 auf höchstens ein Prozent, nachdem zuvor vier bis 5,5 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Sondereffekte von insgesamt rund zehn Milliarden Euro sollen das operative Ergebnis belasten. Davon entfallen rund sechs Milliarden Euro auf eine nicht zahlungswirksame Abschreibung auf den Firmenwert der Tochter Porsche AG. Bereinigt um die Sondereffekte würde die operative Umsatzrendite 2026 bei rund vier Prozent liegen. Die aktuelle Prognose berücksichtigt mögliche Auswirkungen der Umsetzung des Zukunftsplans 2030 noch nicht.

Mercedes-Benz setzt auf eine umfangreiche Modelloffensive

Mercedes-Benz Cars setzte im ersten Halbjahr 2026 rund 837.000 Pkw ab, sieben Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zuwächse in Europa um fünf Prozent und in Nordamerika um 15 Prozent glichen den Absatzrückgang in China um 28 Prozent nur teilweise aus.

Während Volkswagen seine Planung stärker an einem niedrigeren Absatzvolumen ausrichtet, setzt Mercedes-Benz auf eine umfangreiche Erneuerung der Modellpalette. Der Konzern treibt seine bislang größte Modelloffensive mit mehr als 40 neuen Modellen zwischen 2025 und 2027 voran. Im zweiten Quartal zeigte sich laut Mercedes-Benz bereits ein zunehmender Beitrag der neu eingeführten Modelle zum Absatz.

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Der Absatz vollelektrischer Pkw stieg im ersten Halbjahr um 28 Prozent auf rund 97.000 Fahrzeuge. In China setzt Mercedes-Benz zudem auf eine stärkere Lokalisierung. Das lokale Modellportfolio umfasst derzeit 14 Mercedes-Benz-Pkw-Modelle und soll bis 2027 auf 20 Modelle wachsen.

Gleichzeitig bleibt der chinesische Markt eine Belastung. Am 28. Juli senkte Mercedes-Benz seine Absatzprognose für Mercedes-Benz Cars und erwartet nun einen Wert leicht unter dem Vorjahresniveau statt wie zuvor auf Vorjahresniveau. Mercedes-Benz verwies dabei ausdrücklich auf das weiterhin herausfordernde Marktumfeld in China. Nach Unternehmensangaben zeigten sich bei den neuen Modellen zugleich eine starke Kundenresonanz und zunehmende Absatzbeiträge.

Was die Aktien von VW und Mercedes-Benz verraten

An der Börse haben bislang weder die Anpassungsstrategie von Volkswagen noch die Modelloffensive von Mercedes-Benz zu einer überzeugenden Kursentwicklung geführt. Beide Aktien stehen 2026 deutlich unter Druck und haben auf der Handelsplattform XETRA weit mehr als ein Drittel an Wert verloren.

Auch bei den operativen Perspektiven bleibt der Vergleich offen: Volkswagen will Kosten und Kapazitäten stärker an das veränderte Marktumfeld anpassen und bis 2030 eine operative Umsatzrendite von neun Prozent erreichen. Mercedes-Benz setzt dagegen auf den Hochlauf zahlreicher neuer Modelle und erwartet für 2026 trotz der Modelloffensive einen Pkw-Absatz leicht unter dem Vorjahresniveau.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Sean Gallup/Getty Images, Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com

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29.09.26 Volkswagen (VW) vz Buy Deutsche Bank AG
23.09.26 Volkswagen (VW) vz Market-Perform Bernstein Research
22.09.26 Volkswagen (VW) vz Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
22.09.26 Volkswagen (VW) vz Market-Perform Bernstein Research
21.09.26 Volkswagen (VW) vz Neutral UBS AG

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