B+S Banksysteme: Bankensoftware könnte Begehrlichkeiten wecken


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B+S Banksysteme: Bankensoftware könnte Begehrlichkeiten wecken

Mehrere Übernahmen aus der jüngeren Vergangenheit zeigen, dass spezialisierte Bankensoftware-Anbieter für strategische Käufer interessant sind. Könnte die niedrig bewertete B+S Banksysteme ebenfalls zu einem Übernahmekandidaten werden?

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B+S Banksysteme fristet mit einer Marktkapitalisierung von nur rund 12 Mio. Euro an der Börse weiterhin ein Schattendasein. Dabei zeigen verschiedene Übernahmen der letzten Jahre, dass spezialisierte Anbieter von Bankensoftware für strategische Käufer durchaus interessant sein können. Wie rege das Interesse ist, zeigt unter anderem die Übernahme von Cabel Industry, eines italienischen Anbieters einer Core-Banking-Software, durch Accenture in diesem Jahr. Auch der Schweizer Digital-Banking-Spezialist CREALOGIX wurde erst 2024 von Vencora übernommen.

Strategischer Wert schwer zu übersehen

Das macht ein interessantes Gedankenexperiment möglich: Was wäre B+S eigentlich für einen strategischen Käufer wert? Denn einiges von dem, was Bankensoftware-Anbieter attraktiv macht, findet sich auch hier. B+S ist seit rund 40 Jahren am Markt, verfügt über langjährige Kundenbeziehungen und bietet ein breites und modulares Produktspektrum von der Kontoführung und dem Zahlungsverkehr über Treasury, Risikomanagement und Electronic Banking bis zu vollständigen Core-Banking-Systemen. Die Software ist tief in geschäftskritische Prozesse der Kunden integriert, während Wartung und Hosting für einen hohen Anteil wiederkehrender Erlöse sorgen. Gerade der hohe Integrationsgrad reduziert die Wechselwilligkeit, was den Wert eines etablierten Kundenstamms zusätzlich erhöht. Und hier kann B+S auf mehr als 50, teilweise sehr langfristige Kundenverbindungen verweisen.

Darüber hinaus überzeugt das Unternehmen mit hoher Profitabilität und starken Cashflows. Und trotzdem wird es an der Börse ausgesprochen niedrig bewertet. Zuletzt bewegte sich das EV/EBIT lediglich im Bereich von rund 5 bis 6.

Übernahme nicht ohne die Großaktionäre

Ein Selbstläufer wäre eine Übernahme allerdings nicht. Gründer und langjähriger Vorstand Wilhelm Berger sowie Vorstand Peter Bauch halten zusammen 48,39 Prozent der Aktien. Zusammen mit der Beteiligung des zweiten Vorstands Simon Berger kommt dieser Kreis auf exakt 50 Prozent. Gegen den Willen dieser Großaktionäre dürfte bei B+S damit kaum etwas passieren. Sollte sich aber gerade hier irgendwann Verkaufsbereitschaft einstellen, wären die Voraussetzungen für einen möglichen Deal deutlich günstiger.

Doch selbst wenn niemals ein Käufer auftauchen sollte, stellt sich die Frage, ob der Kapitalmarkt den strategischen Wert des Unternehmens angemessen honoriert. Für einen profitablen Spezialsoftwareanbieter mit wiederkehrenden Erlösen, langjährigen Kundenbeziehungen, starken Cashflows und hoher Liquidität erscheint die aktuelle Bewertung jedenfalls ausgesprochen niedrig. B+S bleibt damit ein klassischer Value-Wert, der Anlegern viel Geduld abverlangt – bei dem eine Neubewertung aber sehr plötzlich einsetzen könnte.

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Erstellung am 21.08.26 um 08:06 Uhr.

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