Bewertungslücke

Palantir-Aktie im Wall-Street-Zwiespalt: Morningstar sieht nach Juni-Kursrutsch eine Kaufgelegenheit


Palantir-Aktie im Wall-Street-Zwiespalt: Morningstar sieht nach Juni-Kursrutsch eine Kaufgelegenheit

Ein Analysehaus hält die Palantir-Aktie nach einem schwachen ersten Halbjahr für unterbewertet, doch nicht jeder am Markt teilt diese Sicht.

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  • Morningstar sieht die Palantir-Aktie klar unter ihrem fairen Wert
  • Analysten trauen der Aktie binnen zwölf Monaten deutliches Potenzial zu
  • Hohe Bewertung und Insiderverkäufe bleiben zentrale Risikofaktoren
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Morningstar hat seine Einschätzung zur Palantir-Aktie bestätigt und sieht sie laut einer Analyse derzeit rund 13 Prozent unter dem fairen Wert von 153 US-Dollar notieren, nachdem sich der Kurs seit dem Hoch aus dem Jahr 2025 um rund 36 Prozent verbilligt hat. Das Analysehaus stuft das Wachstumsgeschäft weiterhin als intakt ein und hält den Rückgang für eine Kaufgelegenheit, während der Analystenkonsens an der Wall Street deutlich uneinheitlicher ausfällt und über das tatsächliche Aufwärtspotenzial streitet.

Morningstar-Rechnung: Noch weit bis zum fairen Wert

Morningstar begründet seinen fairen Wert von 153 US-Dollar mit anhaltend dreistelligen Wachstumsraten und einer aus Sicht des Analysehauses erstklassigen Kundenbindung. Die Palantir-Aktie profitiere laut Morningstar von einem schmalen ökonomischen Burggraben, der auf Wechselkosten und immateriellen Vermögenswerten beruhe. Das Ontologie-Framework des Unternehmens organisiere nach Einschätzung der Analysten disparate Datenquellen und verschaffe Palantir eine Sonderstellung gegenüber Wettbewerbern. Für die kommenden fünf Jahre kalkuliert Morningstar mit einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von 45 Prozent und einer Bruttomarge zwischen 83 und 85 Prozent. Bis 2033 soll der adressierbare Zielmarkt auf 1,4 Billionen US-Dollar anwachsen. Der faire Wert entspricht damit einem für 2026 erwarteten Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz von 48.

Kursrutsch im Juni, Gegenbewegung im Juli

Die Palantir-Aktie war im Juni 2026 stark unter Druck geraten, weil Anleger am Markt für künstliche Intelligenz verstärkt auf Hardwarewerte statt auf Softwareplattformen setzten.
Im Juni fiel das Papier um ganze 25 Prozent zurück. Auch die Bilanz des ersten Halbjahrs zeigt sich rot. Seit Jahresbeginn verlor die Plantir-Aktie mehr als 25 Prozent. Im Juli scheint sich das Papier jedoch etwas zu erholen: Im bisherigen Verlauf des Monats ging es um 13,33 Prozent nach oben.
Zusätzlich belasteten Sorgen um den Vertrag mit dem britischen Gesundheitsdienst NHS, nachdem sich ein Ausschuss des britischen Parlaments gegen eine Verlängerung ausgesprochen hatte, wie The Motley Fool erklärt. Der auslaufende Vertrag war zuletzt rund 440 Millionen US-Dollar wert. Auch Kommentare des Investors Michael Burry, der seine Short-Position gegen Palantir im Juni bekräftigte, drückten auf die Stimmung.

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Seit Anfang Juli hat sich das Bild jedoch aufgehellt. So stufte DA Davidson Palantir zu Anfang des Montas von Neutral auf Buy hoch und erhöhte das Kursziel von 165 auf 175 US-Dollar. Burry reduzierte zudem Ende Juni seine Short-Position gegen die Aktie. Als weiteren positiven Impuls werde zudem die Ausweitung der Kooperation zwischen Palantir und NVIDIA gewertet, die zu Beginn des Monats bekannt wurde. Palantir integriert dabei NVIDIA-Nemotron-Modelle in seinen KI-Stack, um den Funktionsumfang für US-Behörden und alliierte Regierungskunden zu erweitern.

Analysten uneins über das Aufwärtspotenzial

Dennoch fallen die Einschätzungen der Wall-Street-Analysten deutlich unterschiedlich aus. Unter den 20 Analysten, die die Palantir-Aktie laut TipRanks in den vergangenen drei Monaten mit einem Kursziel versehen haben, überwiegt mit 14 Kauf-, 4 Halte- und 2 Verkaufsempfehlungen zwar die Einstufung als Moderate Buy. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 181,63 US-Dollar, die Bandbreite reicht jedoch von 70 bis 230 US-Dollar. Bezogen auf den jüngsten Schlusskurs bei 133,76 US-Dollar entspricht der Durchschnittswert einem Aufwärtspotenzial von rund 36 Prozent (Stand: 15.07.2026). Am unteren Ende steht Jefferies mit einem Verkaufsrating und einem Kursziel von 70 US-Dollar, am oberen Ende sehen Häuser wie Wedbush und Piper Sandler bis zu 230 US-Dollar für erreichbar.

Wachstum trifft auf hohe Erwartungen

Die operativen Zahlen liefern Argumente für die Wachstumsstory: Das gesamte Vertragsvolumen stieg im ersten Quartal um 61 Prozent auf 2,41 Milliarden US-Dollar. Der verbleibende Auftragswert (RDV) allein im US-Handelssektor wuchs um 112 Prozent auf 4,92 Milliarden US-Dollar an. Morningstar selbst warnt jedoch, dass der hohe Bewertungsmultiplikator kaum Spielraum für Ausführungsfehler lasse und dass Versuche von KI-Laboren, Palantirs Einsatzstrategie zu kopieren, den Wettbewerbsdruck erhöhen könnten. Auch die drohende Nichtverlängerung des NHS-Vertrags bleibe ein konkretes Risiko für die Wachstumsstory.

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Ob sich die Bewertungslücke schließt, könnte sich nach den nächsten Quartalszahlen entscheiden. Anleger dürften dabei besonders auf das Tempo des US-Commercial-Geschäfts achten, das bislang der wichtigste Wachstumstreiber der Palantir-Aktie ist.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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