Trotz starker Zahlen: CrowdStrike-Aktie bricht deutlich ein - Aktiensplit angekündigt

Umsatz steigt, Gewinnwende und dazu noch eine angehobene Jahresprognose. Trotzdem verliert die CrowdStrike-Aktie zweistellig. Das sind die Gründe.
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Der US-Cybersicherheitskonzern CrowdStrike hat mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Wall Street übertroffen und dürfte damit viele Anleger kalt erwischt haben: Denn die Aktie brach nachbörslich zweistellig ein, obwohl das Ergebnis je Aktie (bereinigt) mit 1,10 Dollar über dem Konsens von 1,07 Dollar lag und der Umsatz mit 1,39 Milliarden Dollar die erwarteten 1,36 Milliarden Dollar übertraf. Das Muster ist bekannt, aber selten so deutlich: Ein Quartal, das auf dem Papier überzeugt, reicht nicht, wenn die Bewertung längst mehr als Überzeugung eingepreist hat.
Zum NASDAQ-Handelsschluss ging es für das Papier entsprechend um 3,81 Prozent nach unten auf 719,09 US-Dollar.
Prognose angehoben, Split angekündigt
Parallel zu den Zahlen zog das Unternehmen die Jahresziele nach oben: CrowdStrike erwartet nun für das Gesamtjahr 2027 einen Umsatz zwischen 5,91 und 5,96 Milliarden Dollar sowie ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 4,88 bis 4,96 Dollar. Zusätzlich genehmigte der Vorstand den ersten Aktiensplit der Unternehmensgeschichte: eine Vier-Eins-Teilung als Aktiendividende, mit Stichtag 25. Juni 2026, bei dem Aktionäre drei zusätzliche Aktien je gehaltenem Papier erhalten. Auf der Profitabilitätsseite drehte das GAAP-Nettoergebnis mit 27,8 Millionen Dollar erstmals in den positiven Bereich, nach einem Verlust von 104,3 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum.
Bewertung als eigentliches Risiko
CrowdStrike-Aktien hatten vor den Zahlen rund 65 Prozent im laufenden Jahr zugelegt und notierten mit etwa 747 Dollar deutlich über dem durchschnittlichen Analystenzielpunkt von rund 564 Dollar. Die Aktie hatte in den vier Wochen vor dem Berichtstag bereits mehr als 61 Prozent gewonnen, ein Tempo, das kaum Spielraum für Enttäuschungen lässt. Die Reaktion verdeutlicht ein wiederkehrendes Muster bei KI-verknüpften Softwareaktien: Starke Ergebnisse allein genügen nicht mehr, wenn die Bewertung bereits aggressives Wachstum vorwegnimmt. Zusätzlich belastet: CEO George Kurtz hatte Ende Mai im Rahmen vorab festgelegter Handelspläne Aktien im Wert von über 3,5 Millionen Dollar verkauft.
Der splitbereinigte Handel soll ab dem 2. Juli 2026 beginnen. Ob der niedrigere nominale Kurs nach dem Split neue Käuferschichten anzieht oder ob der Markt vor allem auf die Entwicklung im zweiten Quartal wartet, wird die entscheidende Frage für die nächsten Wochen sein.
Evelyn Schmal, Martina Köhler, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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