Aktie im Fokus: Turing peilt US-Expansion und Milliardenbewertung bei möglichem Börsengang an
Das japanische Startup Turing richtet den Blick auf die USA. Dort soll innerhalb eines Jahres ein Standort entstehen, zudem könnte das Unternehmen den Sprung an die Börse wagen.
Werte in diesem Artikel
• Turing will innerhalb eines Jahres einen Standort in den USA eröffnen
• Ein Börsengang in den USA oder Japan wird für 2030 oder 2031 erwartet
• CEO Issei Yamamoto hält dabei eine Bewertung von rund zehn Milliarden US-Dollar für möglich
Turing nimmt US-Markt ins Visier
Das japanische Startup Turing plant eine Expansion in die USA und könnte dort innerhalb der kommenden fünf Jahre auch an die Börse gehen. CEO Issei Yamamoto erklärte gegenüber dem "Wall Street Journal", dass das in Tokio ansässige Unternehmen innerhalb eines Jahres einen US-Standort eröffnen wolle. Dieser soll sich zunächst auf die Sammlung von Daten sowie Forschung und Entwicklung konzentrieren. Turing wurde 2021 gegründet und entwickelt Software für autonomes Fahren. Das Unternehmen konzentriert sich dabei auf die Technologie für Fahrzeuge und Robotaxis und nicht auf die Produktion eigener Fahrzeuge, wie Investing.com unter Berufung auf den Bericht des "Wall Street Journal" schreibt. Bis 2030 will Turing Software für Fahrerassistenzsysteme für Serienfahrzeuge in Japan und den USA bereitstellen. Etwa zur gleichen Zeit soll in Japan eine weiterentwickelte Technologie für Robotaxis auf den Markt kommen.
Börsengang für 2030 oder 2031 im Gespräch
Mit der Expansion verbindet Turing langfristig auch Pläne für einen Börsengang. Yamamoto rechnet damit, dass das Unternehmen etwa 2030 oder 2031 die Gewinnschwelle erreicht und zu diesem Zeitpunkt einen Börsengang in den USA oder Japan anstrebt. Bei einem möglichen IPO könnte Turing nach den Vorstellungen des CEO mit rund zehn Milliarden US-Dollar bewertet werden. Einen konkreten Börsenplatz oder einen verbindlichen Zeitplan für den Börsengang hat das Unternehmen bislang nicht genannt. Da Turing derzeit nicht börsennotiert ist, gibt es aktuell keine Turing-Aktie, über die Anleger unmittelbar in das Unternehmen investieren können. Die genannten Börsenpläne und die mögliche Bewertung stellen derzeit Zielvorstellungen des Managements dar und keinen bereits angekündigten IPO.
Millionen für die Entwicklung des autonomen Fahrens
Für den Ausbau seiner Technologie verfügt Turing inzwischen über umfangreiche Finanzmittel. Im Juli 2026 teilte das Unternehmen mit, seine Series-A-Finanzierungsrunde mit insgesamt 27,89 Milliarden Yen abgeschlossen zu haben. Davon entfielen 12,62 Milliarden Yen auf eine Erweiterungsrunde. Diese setzte sich aus einer Eigenkapitalfinanzierung über 6,82 Milliarden Yen und einer Kreditvereinbarung über 5,8 Milliarden Yen mit der MUFG Bank zusammen. An der Eigenkapitalfinanzierung beteiligten sich AMD Ventures, BIPROGY, DataDirect Networks, GMO Internet, Mitsubishi Corporation, MUFG Bank, Super Micro Computer und TOKYO ELECTRON DEVICE. Turing entwickelt ein End-to-End-System für autonomes Fahren, das auf Basis von Kameradaten Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und Fahrzeugsteuerung in einem Modell verbindet. Die neu eingeworbenen Mittel sollen nach Angaben des Unternehmens unter anderem in den Ausbau der Recheninfrastruktur, die Stärkung der Strukturen für die praktische Einführung der Technologie und die Einstellung weiterer Mitarbeiter fließen.
Jonas Vogt, Redaktion finanzen.net
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