Chef spricht Klartext

Lufthansa-Aktie fester: Fluggesellschaft räumt Rolle im Nationalsozialismus ein


Lufthansa-Aktie fester: Fluggesellschaft räumt Rolle im Nationalsozialismus ein

Der Lufthansa-Konzern hat sich zu seiner Verantwortung im Nationalsozialismus bekannt.

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"Die Lufthansa war ganz klar Teil des Systems", sagt Vorstandschef Carsten Spohr anlässlich der Gründung der ersten Lufthansa vor 100 Jahren. Dazu gehörten die zunächst geheime Aufrüstung als "heimliche Luftwaffe", die Integration in die Kriegswirtschaft der Nazis wie auch die bedenkenlose Ausbeutung von Zwangsarbeitern in Werkstätten und Rüstungsbetrieben.

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"Die Lufthansa war ein Unternehmen des Nationalsozialismus", sagt der Göttinger Historiker Manfred Grieger, Mit-Autor einer neuen Unternehmensgeschichte. Diese Symbiose sei der Lufthansa mit dem Ende des Weltkriegs zum Verhängnis geworden. "Das Unternehmen ist vollständig untergegangen mit dem Regime, an das man sich gekettet hatte."

Neue Firmengeschichte zum Jubiläum in Auftrag gegeben

Mit den 100-Jahr-Feierlichkeiten, die im April ihren Höhepunkt finden, nimmt der MDAX-Konzern direkten Bezug auf die erste, 1926 gegründete Lufthansa. Das heutige Unternehmen beruft sich dabei explizit auf technische und fliegerische Traditionen. Juristisch hat der heutige Konzern nichts mit der Vorgängerin zu tun, sicherte sich aber aus der Liquidation nach dem Zweiten Weltkrieg die Rechte an Namen, Farbgebung und dem ikonischen Kranich-Symbol.

Zum Jubiläum hat Lufthansa eine neue Firmengeschichte in Auftrag gegeben, die auch diesen Abschnitt kritisch beleuchtet. Das Buch der Historiker Hartmut Berghoff, Manfred Grieger und Jörg Lesczenski soll im März erscheinen. Auch eine Ausstellung im neuen Konferenz- und Besucherzentrum befasst sich unter anderem mit der Entwicklung in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland.

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Einsatz von Zwangsarbeitern soll weiter erforscht werden

Dass die Geschichte nun vollständig in einem Werk dargestellt werde, sei das Besondere, erklärt Andrea Schneider-Braunberger von der beteiligten Gesellschaft für Unternehmensgeschichte. Bislang hätten nur acht Prozent aller Unternehmen, die schon während der NS-Zeit existierten, ihre Rolle professionell in einer eigenen Studie aufarbeiten lassen.

Lufthansa-Chef Spohr distanzierte sich von früheren Bemühungen, die Rolle des Unternehmens im Nationalsozialismus auszublenden und sich ausschließlich auf die Neugründung nach dem Weltkrieg zu berufen. Der offene Umgang und Transparenz zum Thema fänden großen Rückhalt in der Belegschaft.

Lufthansa kündigte an, weitere Forschungen zum Einsatz der Zwangsarbeiter zu unterstützen. Es seien neue Quellen in polnischen und tschechischen Archiven entdeckt worden, die eine genauere Betrachtung der Opferschicksale erlaubten. An der Studie soll Grieger ebenfalls mitarbeiten.

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Die Lufthansa-Aktie zeigt sich im XETRA-Handel zeitweise 0,87 Prozent im Plus bei 9,07 Euro.

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Tupungato / Shutterstock.com, Sean Gallup/Getty Images

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Datum Rating Analyst
24.09.26 Lufthansa Market-Perform Bernstein Research
04.09.26 Lufthansa Neutral JP Morgan Chase & Co.
20.08.26 Lufthansa Market-Perform Bernstein Research
19.08.26 Lufthansa Underweight Barclays Capital
05.08.26 Lufthansa Sell Goldman Sachs Group Inc.

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