Chipnachfrage boomt

Aktien von NVIDIA, Micron & Co.: Warum günstige KI-Modelle aus China ein Kurstreiber sein könnten


Aktien von NVIDIA, Micron & Co.: Warum günstige KI-Modelle aus China ein Kurstreiber sein könnten

Der Nachfrageansturm auf das chinesische KI-Modell Kimi K3 wirft ein neues Licht auf Chip- und Speicherwerte. Das steckt dahinter.

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  • Moonshot AI stoppt wegen hoher Nachfrage neue Kimi K3 Anmeldungen
  • Analysten sehen darin Rückenwind für Speicherchiphersteller
  • Aktien von NVIDIA, Micron und SK hynix gelten als mögliche Profiteure
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Ein Nachfrageansturm auf das chinesische KI-Modell Kimi K3 hat Moonshot AI Mitte Juli 2026 dazu gebracht, neue Anmeldungen für den Dienst zu stoppen, und facht damit die Debatte über die hohen Investitionen in Speicherchips und Rechenleistung neu an. Wie MarketWatch berichtet, deutet der Fall darauf hin, dass günstige chinesische KI-Modelle den Hunger nach Rechenkapazität nicht senken, sondern eher verschärfen. Für Chipwerte wie NVIDIA, Broadcom, Micron Technology, SK hynix und Samsung Electronics, deren Kurse zuvor unter dem Start von Kimi K3 gelitten hatten, liefert die Entwicklung nach Einschätzung mehrerer Marktbeobachter langfristig eher Rücken- als Gegenwind.

Kapazität an ihre Grenzen gebracht

Am 17. Juli 2026 hatte Moonshot AI Kimi K3 als Open-Weights-Modell mit 2,8 Billionen Parametern vorgestellt. Während zunächst Schätzungen aus der Open-Source-Community von rund 50 Milliarden aktivierten Parametern ausgingen, weist Moonshot inzwischen 104 Milliarden aktivierte Parameter aus. Die ursprüngliche Schätzung ist damit überholt. Bereits zwei Tage nach dem Start musste das Unternehmen neue Anmeldungen wegen der hohen Nachfrage aussetzen.

Analysten sehen darin ein Kaufargument für Speicherchips

"Ein positiver Rückenwind für den Memory-Trade" nennt Anni Sen, geschäftsführende Partnerin bei BluBird Capital, die Entwicklung gegenüber MarketWatch. Sie erwartet, dass Kimi K3 durch seine niedrigeren Kosten neue Anwendungsfälle für KI schafft und Unternehmen einfachere Aufgaben zunehmend auf günstigere Modelle verlagern, während Spitzenmodelle komplexeren, mehrstufigen Prozessen vorbehalten bleiben. Matt Bryson, Analyst bei Wedbush, ordnet die Entwicklung ähnlich ein: Je größer KI-Modelle werden, desto mehr Speicher pro Chip oder größere Chip-Cluster brauche es, um die Gewichte zu halten. Setze sich der Trend zu chinesischen Modellen wie Kimi K3 fort, sei das für Speicheranbieter tendenziell vorteilhaft, so Bryson in einer Mitteilung vom 20. Juli 2026 laut MarketWatch. Wachsende Cluster könnten zudem Netzwerkausrüstern helfen.

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Ein Paradox: Billigere KI-Nutzung erhöht die Gesamtnachfrage

Kimi K3 berechnet laut Marktberichten 15 US-Dollar je Million Output-Token, während OpenAIs GPT-5.6 Sol 30 US-Dollar und Anthropics Claude Fable 5 rund 50 US-Dollar verlangen. Genau darin liegt laut mehreren Marktbeobachtern ein Paradox: Niedrigere Tokenkosten könnten die Gesamtnachfrage nach KI-Rechenleistung eher erhöhen als senken, ein Effekt, den Ökonomen als Jevons-Paradoxon bezeichnen. KI-Forscher Nathan Lambert von Interconnects AI schrieb auf der Website dazu, dass offene Gewichtsmodelle beschleunigend auf die Verbreitung von KI in der Wirtschaft wirkten, weil sie den Einstiegspreis für ein bestimmtes Leistungsniveau senken. Zusätzlich böten sie Anpassungsmöglichkeiten, die sie für einzelne Unternehmen noch nützlicher machten.

Aktien von NVIDIA, Micron & Co.: Chip- und Netzwerkausrüster rücken in den Fokus

Gil Luria, Managing Director bei D.A. Davidson, geht gemäß MarketWatch davon aus, dass sinkende Betriebskosten für KI-Modelle die Nachfrage nach Rechenleistung insgesamt steigern, was besonders Speicherchipherstellern angesichts der bestehenden Angebotsknappheit zugutekäme. Joseph DeYonker, Chef von PurePlay ETFs, sieht in Moonshots Kapazitätsproblem eine Bestätigung dafür, dass wachsende Nutzerzahlen physische Infrastrukturgrenzen unmittelbar testen, was aus seiner Sicht die langfristige Wachstumslogik der Chipbranche stützt. Wie MarketWatch berichtet, erwartet er, dass Anbieter von Speicherchips und fortschrittlicher Chipverpackung ihre Preismacht behalten, während Entwickler von Grafikprozessoren und kundenspezifischen KI-Chips wie NVIDIA und Broadcom von prallen Auftragsbüchern profitieren, da Unternehmen und Cloud-Anbieter versuchen, genau solche Kapazitätsengpässe zu vermeiden.

Shay Boloor, Chefmarktstratege bei Futurum, weist gegenüber MarketWatch auf einen weiteren Punkt hin: Kimi K3 sei bereits vor dem aktuellen Skalierungsproblem trainiert worden, was aus seiner Sicht zeigt, dass nicht mehr das Training, sondern der laufende Betrieb zum eigentlichen Flaschenhals wird. Am 27. Juli 2026 hat Moonshot AI die Modellgewichte von Kimi K3 veröffentlicht, sodass Cloud-Anbieter das Modell nun erstmals selbst hosten könnten. Ob sich dadurch der Kapazitätsdruck bei Moonshot AI tatsächlich entspannt oder die Nachfrage nach Speicher- und Rechenkapazität in der Breite weiter zunimmt, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.

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Der PHLX Semiconductor Index war Mitte Juli 2026 im Zuge des Starts von Kimi K3 zeitweise unter Druck geraten und rutschte zwischenzeitlich sogar in einen Bärenmarkt. Wer auf diese Einschätzungen setzt, sollte bedenken, dass sowohl die Bewertung vieler Chip- und Speicherwerte als auch die tatsächliche Nachfrageentwicklung nach Kimi K3 nach der geplanten Veröffentlichung der Modellgewichte Ende Juli noch mit Unsicherheit behaftet sind.

Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Bangla press / Shutterstock.com, Sundry Photography / Shutterstock.com

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