RENK-Aktie freundlich: Morgan Stanley zeigt sich optimistisch - Auftragsbestand im Fokus
Ein unterzeichneter Auftragsbestand von rund 2,2 Milliarden Euro in der Sparte Vehicle Mobility Solutions weckt bei Morgan Stanley Aufmerksamkeit für die RENK-Aktie.
Werte in diesem Artikel
- Analysten sehen in Europas Flottenwechsel einen möglichen Superzyklus für RENK
- Katalysatoren wie Haushalt und Übernahme rücken in den Blick der Anleger
- Bull- und Bear-Case zeigen breite Spanne für die weitere Kursentwicklung
RENK, der Augsburger Hersteller militärischer und ziviler Antriebslösungen, erhält laut Investing.com von Morgan Stanley eine Einstufung: Die Bank nahm die Coverage der Aktie mit "Equal-Weight" und einem Kursziel von 50 Euro auf. Als Kernargument nennen die Analysten einen milliardenschweren Auftragsbestand in der Sparte Vehicle Mobility Solutions, der über Jahre für Wachstum sorgen soll.
Die RENK-Aktie legte daraufhin im XETRA-Handel letztlich um 3,72 Prozent auf 44,16 Euro zu.
Morgan Stanley sieht Superzyklus im Flottengeschäft von RENK
Morgan Stanley identifizierte in der Sparte Vehicle Mobility Solutions einen unterzeichneten Auftragsbestand für Erstausrüstung von rund 2,2 Milliarden Euro, angeführt von Programmen wie Leopard 2A8, K2, Ajax und Lynx. Die Analysten beziffern das weitere Pipeline-Potenzial auf 3,5 bis 4 Milliarden Euro und rechneten bis 2030 mit einer Umsatzvisibilität von 60 bis 80 Prozent bei einem jährlichen Wachstum von rund 20 Prozent in der Sparte.
Nach Einschätzung der Analysten seien 85 Prozent der installierten RENK-Flotte älter als 20 Jahre, was über die Lebensdauer der identifizierten Erstausrüstung Aftermarket-Umsätze von 12 bis 16 Milliarden Euro auslösen könnte. Der Anteil des Unternehmens am europäischen Flottengeschäft sei zwischen Vor- und Nachkonfliktzeit von rund 60 Prozent auf etwa 75 Prozent gestiegen, was die Bank als Treiber eines "Superzyklus" in der Erstausrüstung werte.
RENK erweitert Fertigungskapazitäten
Auch operativ treibt RENK den Ausbau voran: Ende August weihte das Unternehmen am Standort Rheine drei neue Bearbeitungszentren ein und kündigte an, die jährliche Getriebeproduktion in Deutschland bis 2030 mehr als zu verdreifachen. Am Stammsitz Augsburg soll die Ausbringung auf über 2.000 Einheiten pro Jahr steigen, in Rheine wachsen die Verteidigungskapazitäten seit 2025 jährlich um mehr als 30 Prozent. Der Ausbau ist Teil der Initiative "Made for Germany", im Rahmen derer RENK bis 2028 bis zu 325 Millionen Euro in Digitalisierung, Innovation und Kapazitätsausbau investieren will.
Rückenwind liefert zudem die operative Entwicklung: Im ersten Halbjahr stieg der Auftragsbestand auf ein Rekordniveau von 7,4 Milliarden Euro nach 6,7 Milliarden Euro zum Jahresende 2025, das Book-to-Bill-Verhältnis kletterte auf 1,9. Der Umsatz legte auf 637,2 Millionen Euro zu, die bereinigte EBIT-Marge stieg auf 15,4 Prozent. Das Management bestätigte die Jahresprognose 2026 mit einem Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro und einem bereinigten EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro.
Auch die Rheinmetall-Aktie springt an
Neben RENK verteuerten sich auch die Papiere von Rheinmetall im DAX. Via XETRA legten sie letztlich um 3,04 Prozent auf 1.051,80 Euro zu, nachdem sie tags zuvor mit 1.016 Euro zwischenzeitlich einen Tiefpunkt seit Juli erreicht hatten.
Insbesondere positive Analystenkommentare kamen am Markt gut an. So sorgte Goldman Sachs-Experte Sam Burgess bei Rheinmetall für etwas Entspannung. "Selbst in einem absoluten Negativszenario für das Munitionsgeschäft besteht deutliches Bewertungspotenzial", so Burgess. Sein Kursziel liegt unverändert bei 2.300 Euro. Aber selbst wenn er ab 2030 einen scharfen Rückgang des Munitionsgeschäfts einkalkuliert, kommt er auf einen fairen Wert von 1.450 Euro. "Dies bedeutet also, dass die Munitions-Gewinne gar nicht so außerordentlich hoch bleiben müssen."
Analystenbild für RENK-Aktie bleibt geteilt
Trotz der zurückhaltenden Ersteinschätzung von Morgan Stanley bleibt das Bild unter den Analysten insgesamt positiv: Der Konsens aus acht Häusern kommt auf ein mittleres Kursziel von 66,86 Euro bei einer Spanne von 60 bis 75 Euro. JPMorgan-Analyst David Perry bestätigte Mitte August seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 75 Euro, die Deutsche Bank sah die Aktie zur gleichen Zeit mit einem Kursziel von 73 Euro ebenfalls auf "Buy".
Morgan Stanley selbst gibt im Bull-Case einen Wert von 73 Euro aus, im Bear-Case rechnet die Bank mit lediglich 35 Euro je Aktie, sollte sich die Umwandlung von Verteidigungsbudgets in Aufträge insbesondere bei deutschen Landprogrammen verzögern.
Thomas Zoller, Evelyn Schmal, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
Ausgewählte Hebelprodukte auf RENK
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf RENK
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: RENK Group AG