Effizienteres Chipmodell?

Alphabet-Aktie im Blick: Bericht über neuen KI-Chip weckt Hoffnungen auf mehr Rechenkraft


Alphabet-Aktie im Blick: Bericht über neuen KI-Chip weckt Hoffnungen auf mehr Rechenkraft

Ein Medienbericht über einen tief in die Hardware eingebrannten Google-Chip sorgt bei Alphabet-Anlegern für Gesprächsstoff.

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  • Ein Bericht beschreibt einen neuen Google-Chip mit dem internen Namen Frozen v2
  • Der Chip soll Gemini-Modelle laut Bericht deutlich effizienter betreiben
  • Google ringt zugleich mit Rechenkapazität, Verzögerung und mehr Konkurrenz
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Ein Bericht des Fachmediums "The Information" sorgt bei Anlegern von Alphabet für Gesprächsstoff. Der Google-Mutterkonzern entwickelt demnach einen neuen Serverchip, der Teile der Architektur des KI-Modells Gemini fest in die Hardware einbrennt. Die Alphabet-Aktie reagierte darauf mit Aufschlägen von 1,52 Prozent auf 351,37 US-Dollar, nachdem mehrere Medien den Bericht am Montag aufgegriffen hatten.

Im NASDAQ-Handel am Dienstag verliert das Papier zeitweise wieder 0,96 Prozent auf 348,00 US-Dollar.

Ein Chip, der Gemini ins Silizium brennt

Laut CNBC, das sich auf den Bericht von "The Information" beruft, trägt das Projekt intern den Namen Frozen v2. Der Chip soll Teile der Gemini-Architektur dauerhaft in die Hardware einbetten, um Berechnungen und Datenbewegung bei jeder Anfrage zu senken. Google-Ingenieure rechnen mit sechs- bis zehnmal mehr Anfragen je Einheit Energie als mit den aktuellen Tensor Processing Units, den TPUs. Der Chip soll den TPU-Bestand nicht ersetzen, sondern ergänzen, mit geplantem Einsatz ab 2028. Der Haken: Frozen v2 funktioniert dem Bericht zufolge nur mit künftigen Gemini-Modellen auf derselben Architektur. Google selbst betont laut CNBC, man erforsche und experimentiere fortlaufend mit neuen Innovationen, um Leistung und Effizienz zu maximieren.

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Rechenkapazität als Nadelöhr

Der Vorstoß fällt in eine Phase interner Anspannung. Laut CNBC hat der Kapazitätsmangel bei Alphabet zu Spannungen im Konzern geführt und die Sparte Google Cloud zeitweise gezwungen, Aufträge externer Kunden abzulehnen. Um die Lücke zu schließen, zahlt Alphabet mittlerweile nach eigenen Angaben monatlich einen hohen dreistelligen Millionenbetrag an SpaceX, um zusätzliche Rechenkapazität für seine Unternehmenskunden zu sichern. Frozen v2 ist damit auch ein Versuch, die eigene Abhängigkeit von teuer eingekaufter externer Kapazität zu verringern. Google selbst stuft das Projekt laut "The Information" zunächst eher als Testlauf ein und plant keine Fertigung im Maßstab der TPUs.

Zwischen Innovationsanspruch und Verzögerung

Die Ankündigung passt zur offiziellen Botschaft von Alphabet, wonach Hardware und Software von Grund auf gemeinsam entwickelt würden, um Systeme durchgängig zu optimieren. Die Realität dahinter wirkt widersprüchlicher: Die nächste Version von Gemini Pro verzögert sich, und der Konzern hat zuletzt mehrere leitende Forscher an Wettbewerber verloren. Zugleich holen chinesische KI-Modelle im Unternehmensgeschäft in den USA auf und kommen laut CNBC inzwischen auf 45 Prozent der Token-Nutzung amerikanischer Firmen. Neue Modelle von Moonshot AI und Alibaba verkleinerten den Abstand zuletzt zusätzlich. Wer Frozen v2 allein als Effizienzgewinn liest, blendet aus, dass der Chip auch Symptom eines Konzerns ist, der um seine technologische Führungsrolle ringt, während die Konkurrenz aufholt.

Ein konkreter Beobachtungspunkt liegt bereits in dieser Woche: DeepMind-Chef Demis Hassabis wirbt in Washington für eine unabhängige, überwiegend industriefinanzierte Aufsichtsstelle, die fortgeschrittene KI-Modelle vor der Veröffentlichung auf Sicherheitsrisiken prüfen soll. Ob der Vorstoß politisches Gehör findet und wie Google die verzögerte Gemini-Pro-Version einordnet, dürfte mehr über die tatsächliche Wettbewerbsposition verraten als der Chipbericht allein.

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Benedict Kurschat, Thomas Zoller, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Fenixx666 / Shutterstock.com, JPstock / Shutterstock.com

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