G7-Staaten wollen mehr Kinderschutz im Internet

17.06.26 16:14 Uhr

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ÉVIAN (dpa-AFX) - Die G7-Staaten wollen den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet deutlich verbessern und erhöhen dafür den Druck auf Plattformbetreiber und Anbieter von KI-Diensten. In einer beim Gipfeltreffen in Évian veröffentlichten Erklärung verlangen sie unter anderem wirksamere Alterskontrollen, mehr Schutzmechanismen und ein konsequentes Vorgehen gegen sexuellen Missbrauch und Deepfakes.

"Wir, die Staats- und Regierungschefs der G7, verpflichten uns dazu, einen sicheren digitalen Raum für Minderjährige (.) zu schaffen, der ihre Entwicklung, Bildung und ihr Wohlergehen fördert", heißt es in dem Text.

Anbieter digitaler Dienste hätten die wichtige Aufgabe und Möglichkeit, digitale Plattformen bereitzustellen, die von Grund auf sicher gestaltet seien. Eltern, Erziehungsberechtigte und Betreuungspersonen sollten zudem in die Lage versetzt werden, die Online-Erfahrungen von Minderjährigen zu begleiten und zu steuern - zum Beispiel durch Instrumente der elterlichen Kontrolle.

Diskussionen gibt es unter anderem über mögliche Gefahren von Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat (Snap).

Gruppe warnt vor Risiken

Grundsätzlich betonen Bundeskanzler Friedrich Merz und die anderen Staats- und Regierungschefs, dass digitale Dienste eine sehr positive Rolle spielen können - etwa, indem sie Lernmöglichkeiten verbessern und Kreativität und sozialer Vernetzung fördern. Dennoch gebe es auch Risiken für Kinder und Jugendliche. So könnten Kinder illegalen oder für ihr Alter unangemessenen Inhalten und Interaktionen ausgesetzt werden, die ihrer psychischen Gesundheit und ihrem Wohlbefinden schadeten.

In diesem Zusammenhang verweisen die G7-Spitzen auch darauf, dass bestimmte Dienste auf die Maximierung von Aufmerksamkeit und Nutzerbindung ausgelegte Funktionen enthielten und diese zu zwanghaftem oder suchtähnlichem Verhalten führen könnten. Empfehlungssysteme für Inhalte sollten - sofern sie eingesetzt werden

- so gestaltet sein, dass sie altersgerechte Inhalte hervorheben und

die Konfrontation mit Risiken verringern, erklären die Staats- und Regierungschefs.

Gefährliche Inhalte sollen aktiv gesucht werden

Mit Blick auf den Kampf gegen Missbrauch und Deepfakes fordert die G7 ein umfassendes Verbot von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs, nicht einvernehmlich verbreiteten intimen Bildern und Deepfakes mit sexuellem Bezug. Plattformen sollen demnach solche Inhalte erkennen und entfernen. Schutzmaßnahmen werden zudem auch verlangt, um Kinder und Jugendliche vor Extremisten und Terroristen im Internet zu schützen.

Der Gruppe der Sieben (G7) gehören neben den USA und Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan sowie die Europäische Union an. Sie versteht sich seit dem Ausschluss Russlands wegen der Annexion der Krim 2014 als Wertegemeinschaft der großen Demokratien westlicher Prägung./aha/DP/stk

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