Pekings Sanktionsliste: Wie stark trifft es die Aktien von Rheinmetall, HENSOLDT, RENK und TKMS?
China hat Rheinmetall als Reaktion auf das jüngste EU-Sanktionspaket auf eine Exportkontrollliste gesetzt. Was das für den Rüstungskonzern bedeutet.
Werte in diesem Artikel
- China hat Rheinmetall auf eine Exportkontrollliste für Dual-Use-Güter gesetzt
- Die Maßnahme ist Pekings Antwort auf das jüngste EU-Sanktionspaket gegen Russland
- HENSOLDT steht seit April aus anderem Grund bereits auf einer China-Liste
China hat den Rüstungskonzern Rheinmetall auf eine Exportkontrollliste für sogenannte Dual-Use-Güter gesetzt, also Waren mit zivilem und potenziell militärischem Verwendungszweck. Das chinesische Handelsministerium begründete den am vergangenen Freitag in Kraft getretenen Schritt als direkte Reaktion auf das 21. Sanktionspaket der EU gegen Russland, in dessen Rahmen zuvor 14 Unternehmen und Einrichtungen aus China und Hongkong auf eine eigene Exportkontrollliste gesetzt wurden.
Rheinmetall-Aktie im Blick: Was die Dual-Use-Kontrolle konkret verbietet
Konkret dürfen chinesische Unternehmen den gelisteten Firmen keine Dual-Use-Güter mehr liefern, zu denen Peking unter anderem Mikroelektronik, Sensoren, Spezialchemikalien und auch seltene Erden zählt. Zusätzlich dürfen ausländische Personen oder Organisationen den betroffenen Firmen keine Güter mit Ursprung in der Volksrepublik zur Verfügung stellen. Eine Einzelbegründung, warum genau diese Unternehmen belangt wurden, hat Peking nicht veröffentlicht, der Zusammenhang mit dem EU-Sanktionspaket gilt aber als gesichert.
Rüstungsaktien mit moderaten Ausschlägen
Die Rheinmetall-Aktie, die den Nachrichten am Freitag getrotzt und rund zwei Prozent höher geschlossen hatte, zeigt sich zum Wochenstart im XETRA-Handel zeitweise weitere 1,58 Prozent höher bei 1.054,00 Euro. Bewegung gibt es auch bei der Konkurrenz: HENSOLDT-Titel legen stellenweise um 1,03 Prozent auf 80,62 Euro zu, für RENK-Aktien geht es unterdessen 2,23 Prozent auf 46,27 Euro nach oben, während TKMS-Aktien bei 81,30 Euro um 0,49 Prozent tiefer notieren.
Im Blick der Anleger dürften zum Wochenstart aber insbesondere die Entspannungstendenzen beim USA-Iran-Konflikt stehen, denn zuletzt wuchs die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung wieder.
Aktien von HENSOLDT, RENK & Co. nicht auf der aktuellen China-Liste
Neben Rheinmetall stehen aus Deutschland zwei kleinere Zulieferer auf der neuen Liste: der Werkstofflieferant Sindlhauser Materials aus Kempten, der unter anderem Sputter-Targets und gebundene seltene Erden für die Halbleiter- und Sensorikindustrie liefert, sowie die Duisburger Antraco Chemie-Handelsgesellschaft. HENSOLDT ist von der aktuellen Runde nicht betroffen, stand aber bereits seit April aus einem anderen Grund auf einer chinesischen Exportkontrollliste, weil das Unternehmen Radargeräte nach Taiwan geliefert hatte. RENK und TKMS tauchen in keiner der beiden Listen auf.
Operative Folgen für Rheinmetall?
Für Rheinmetall bedeutet die Maßnahme zunächst Rechtsunsicherheit statt eines sofortigen Lieferstopps: Bereits vereinbarte Lieferungen können chinesische Zulieferer nun unter Verweis auf die neue Vorschrift aussetzen, ohne dass der Konzern das im Vorfeld hätte absehen können. Nach eigenen Angaben hat sich Rheinmetall bei kritischen Rohstoffen wie seltenen Erden bereits stärker mit Lagerbeständen abgesichert als andere Industriezweige, ein vollständiger Ersatz chinesischer Lieferketten ist branchenweit aber kaum kurzfristig möglich. China kontrolliert nach verschiedenen Schätzungen rund zwei Drittel der weltweiten Förderung und knapp neun Zehntel der Verarbeitung seltener Erden.
Ob die Liste weiter wächst, dürfte sich zeigen, sobald die EU-Kommission wie angekündigt bei China um Klarstellung zu den Kriterien bittet. Für Anleger bleibt vorerst zu beobachten, ob einzelne Zulieferverträge tatsächlich unterbrochen werden oder ob es bei der symbolischen Gegenreaktion bleibt.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 10.07.26 | Rheinmetall Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 08.07.26 | Rheinmetall Outperform | Bernstein Research | |
| 08.07.26 | Rheinmetall Buy | Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) | |
| 07.07.26 | Rheinmetall Buy | UBS AG | |
| 03.07.26 | Rheinmetall Buy | Deutsche Bank AG |
