Rüstungsaktien wie RENK und Rheinmetall unter Druck: Warum HENSOLDT gegen den Trend gewinnt
Rüstungstitel stehen am Donnerstag wegen ganz unterschiedlicher Nachrichten im Anlegerfokus. Auch die Kursentwicklung ist nicht einheitlich.
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Ein skeptischer Analystenkommentar der Bank of America (BofA) zu RENK hat die Aktie des Rüstungsunternehmens am Donnerstag unter Druck gesetzt. Sie gibt auf XETRA schlussendlich 2,66 Prozent auf 36,72 Euro nach und zeigt sich nun den vierten Tag in Folge schwach. Im Handelsverlauf war ein weiteres Tief seit April 2025 erreicht worden. Damals hatten Zollsorgen den Kurs bis auf 31,17 Euro gedrückt, bevor sie noch am selben Tag wieder weitgehend erholt bei etwas über 40 Euro geschlossen hatte.
BofA streicht Kaufempfehlung für RENK
BofA-Analyst David Holmes strich nun seine Kaufempfehlung für RENK, denn er geht davon aus, dass die Getriebeproduktion auf dem aktuellen Niveau nicht zu halten ist. Das limitiere das langfristige Bewertungspotenzial trotz des attraktiven Servicegeschäfts, schrieb er in seinem Kommentar. Im Gegensatz zu Unternehmen aus Bereichen wie Luftverteidigung, Aufklärung, Überwachung und Ortung, Gefechtsnetzwerken sowie elektronischer Kriegsführung sei die Ergebnisentwicklung von RENK stärker von der Modernisierung und Wiederauffüllung von Beständen abhängig.
HENSOLDT mit höherem Kursziel
Zugleich hob er das Kursziel für die HENSOLDT-Aktie auf 94 Euro, bekräftigte sein Anlageurteil "Buy" und nahm das Papier des Anbieters von Verteidigungs- und Sicherheitselektronik zudem auf die "Small- and Midcap Europe Best Ideas"-Liste der Bank auf. Diese Aktie legte zuletzt um 0,94 Prozent auf 76,96 Euro zu.
Holmes zählt HENSOLDT zu den Profiteuren, wenn es um die Beständigkeit künftiger Staatsausgaben für Verteidigung geht. Er erwartet, dass sich der Markt zunehmend auf Unternehmen konzentriert, die neue strategische Möglichkeiten eröffnen. Dazu zählt er unter anderem den Ausbau der Verteidigungsfähigkeit der NATO, staatliche Initiativen zur strategischen Autonomie und den Ersatz von US-Kapazitäten.
BofA wird bei Saab und Dassault optimistischer
Für Saab und Dassault Aviation ist Holmes ebenfalls optimistischer und sprach Kaufempfehlungen aus. Zudem startete er Aselsan und Fincantieri mit "Buy". Zu seinen bevorzugten Unternehmen zählt Holmes neben HENSOLDT insbesondere Kongsberg und Aselsan. Auch Saab, Dassault Aviation und der Marineschiffbauer TKMS thyssenkrupp Marine Systems seien in den von ihm als beständig eingestuften Kategorien tätig.
Rüstungs-Aktien unter Druck
Beständigkeit sollte der entscheidende Faktor für die Bewertungen in der Rüstungsbranche sein, und nicht schieres Wachstum, so der BofA-Experte. Die Anleger dürften sich dabei zunehmend auf Unternehmen konzentrieren, die neue strategische Möglichkeiten eröffnen. Als wichtigste Felder macht Holmes die Luftverteidigung, Aufklärung, Überwachung und Ortung sowie Gefechtsnetzwerke und elektronische Kriegsführung aus. Dagegen seien Rheinmetall, RENK und CSG stärker von der Erneuerung und Wiederauffüllung von Beständen abhängig. Dies dürfte zwar mittelfristig stützen, sei aber von Natur aus ein stärker zyklisches Geschäft.
Rheinmetall-Titel schlossen daneben 1,11 Prozent tiefer bei 945,80 Euro.
FRANKFURT (dpa-AFX)
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Bildquellen: Tobias Arhelger / Shutterstock.com, RENK Group AG
