Hohe Ambitionen

CXMT-Aktie mit kleinen Gewinnmitnahmen: Was Pekings Pläne für Chipautarkie für Anleger bedeuten


CXMT-Aktie mit kleinen Gewinnmitnahmen: Was Pekings Pläne für Chipautarkie für Anleger bedeuten

Der Rekordbörsengang von CXMT in Shanghai und die ersten eigenen Lithografieanlagen lassen Chinas Ambitionen in der Chipbranche plötzlich greifbar erscheinen.

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  • CXMT hat einen der größten Börsengänge Festlandchinas hingelegt
  • In China läuft erstmals die Fertigung eigener DUV-Lithografieanlagen an
  • Beide Schritte stärken Pekings Anspruch auf mehr Chipunabhängigkeit
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ChangXin Memory Technologies (CXMT) ist am Montag im Segment STAR Market in Shanghai an die Börse gegangen und hat damit einen der größten Börsengänge durchgeführt, die Festlandchina seit Jahren gesehen hat. Für Anleger ist der Schritt jedoch mehr als nur ein weiteres IPO: Er fällt zeitlich mit der Meldung zusammen, dass ein staatlich gestütztes chinesisches Unternehmen erstmals eigene Immersions-DUV-Lithografieanlagen fertigt, jenes Werkzeug, das bislang fast vollständig vom niederländischen Anbieter ASML kontrolliert wird. Beide Ereignisse zusammen liefern der Frage neue Nahrung, wie weit Peking auf seinem Weg zur Chip-Unabhängigkeit tatsächlich vorangekommen ist und was das für die Bewertung des gesamten Sektors bedeutet.

CXMT-Aktie hält sich nach spektakulärem Start gut: Ein Prestigeerfolg für Peking

Laut Angaben von dpa-AFX platzierte CXMT rund 6,7 Milliarden Aktien zu einem Ausgabepreis von 8,66 Yuan und nahm damit umgerechnet knapp 9,3 Milliarden US-Dollar ein, eine der größten Summen, die ein chinesisches Unternehmen zuletzt an einer heimischen Börse eingesammelt hat. Der Erlös soll laut Unternehmensangaben in den Ausbau der Produktion sowie in Forschung und Entwicklung fließen.

Die CXMT-Aktie fand am ersten Handelstag reißenden Absatz: Sie startete bei 46,90 CNY und schloss an der Börse in Shanghai bei 49,00 CNY - ein Plus von 465,82 Prozent gegenüber ihrem Emissionspreis. Auch am Dienstag, dem zweiten Handelstag, hielt sich der Anteilsschein wacker: Bis zum Handelsende war es lediglich zu vergleichsweise kleinen Gewinnmitnahmen gekommen, die CXMT-Aktie schloss 4,08 Prozent tiefer bei 47,00 CNY. Für Peking ist der gelungene Marktstart auch ein Prestigeerfolg: CXMT gilt als das am weitesten fortgeschrittene chinesische Unternehmen im Speicherchipmarkt und peilt nach eigenen Angaben mittelfristig eine Kapazität von rund 500.000 Wafer-Starts pro Monat an.

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Die letzte Bastion: Lithografie

Fast zeitgleich mit dem Börsengang wurde bekannt, dass ein staatlich gestütztes Unternehmen aus Shanghai mit der Fertigung eigener Immersions-DUV-Lithografieanlagen begonnen hat, wie das Fachmedium The Information am Montag berichtete. Die ersten Maschinen sollen noch in diesem Jahr an Semiconductor Manufacturing International (SMIC), Hua Hong Semiconductor sowie CXMT selbst ausgeliefert werden. Geplant sind rund fünf Anlagen im laufenden Jahr und eine Steigerung auf etwa zwanzig Einheiten 2027, ein bescheidenes Volumen im Vergleich zu ASMLs Ausstoß.

Dennoch habe China laut Marktstrategen der Deutschen Bank mit dem CXMT-IPO und den ersten eigenen Lithografieanlagen seine Fähigkeiten unterstrichen, im Halbleitersegment eigene Marktmacht aufzubauen. Der Versuch Pekings, die Halbleiterselbstversorgung auch mit Hilfe von Hersteller von Lithografie-Maschinen zu gewährleisten, gewinne an Glaubwürdigkeit, hieß es auch laut Dow Jones Newswires in Marktkreisen. Das stützte am Dienstag auch die Börsen in Hongkong und Shanghai. Während der japanische Nikkei 225 am Dienstag deutlich nachgab und vor allem der südkoreanische KOSPI heftig einbrach, hielt sich der Shanghai Composite mit einem Minus von 1,16 Prozent vergleichsweise gut. Der Hang Seng in Hongkong verbucht zeitweise gegen den allgemeinen Trend in Asien sogar ein Plus von 0,41 Prozent.

Noch kein akuter Angriff auf ASMLs Position

ASML lieferte im vergangenen Jahr nach Angaben von Finanzvorstand Roger Dassen rund 130 Immersionsanlagen aus und hält damit einen Marktanteil von etwa 98,7 Prozent im globalen Immersionsgeschäft. Für 2027 plant der Konzern nach eigenen Worten eine Kapazitätserhöhung um 30 Prozent, eine weitere Ausweitung für 2028 wird geprüft. Die chinesischen Anlagen erreichen nach Einschätzung von Branchenbeobachtern zudem noch nicht das Leistungsniveau der ASML-Systeme, und einzelne Komponenten stammen weiterhin von japanischen Zulieferern.

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Für Anleger heißt das: Der Fortschritt ist real und stützt die Bewertung chinesischer Chipwerte, ein unmittelbarer Angriff auf ASMLs Marktposition ist er aber noch nicht. Der Zeitpunkt ist dennoch kein Zufall: US-Exportkontrollen und niederländische Lizenzauflagen versperren China den Zugang zu den fortschrittlichsten EUV-Anlagen, wodurch die Immersions-DUV-Technik zum praktikabelsten Weg für die heimische Chipfertigung wurde.

Entscheidend wird sein, wie schnell sich die Stückzahlen der chinesischen Lithografieanlagen tatsächlich von fünf auf zwanzig Einheiten steigern lassen und ob SMIC, Hua Hong und CXMT nach den ersten Testläufen weitere Bestellungen aufgeben. Erst dann ließe sich beurteilen, ob aus dem symbolischen Fortschritt ein strukturelles Gegengewicht zu ASML wird.

Carolin Ludwig, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: FOTOGRIN / Shutterstock.com, pixfly / Shutterstock.com

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22.07.26 ASML NV Buy UBS AG
16.07.26 ASML NV Kaufen DZ BANK
16.07.26 ASML NV Hold Jefferies & Company Inc.
16.07.26 ASML NV Buy UBS AG
16.07.26 ASML NV Overweight JP Morgan Chase & Co.