Intel-Aktie springt hoch: Werden die Preise für Chips bald noch weiter erhöht?
Ein Bericht über eine erneute Preisrunde bei Prozessoren sorgt bei der Intel-Aktie für deutliche Kursausschläge.
Werte in diesem Artikel
- Berichte über eine erneute Preisrunde treiben die Intel-Aktie an
- CEO Lip-Bu Tan setzt offenbar auf Marge statt auf Marktanteile
- Intel Foundry und ASML vermelden parallel einen Fertigungsmeilenstein
Die Intel-Aktie rückt in den Anleger-Fokus, nachdem ein Bericht über eine erneute Preiserhöhung für PC-Prozessoren im Oktober die Runde macht. Der Chiphersteller soll die Preise um rund 10 Prozent anheben und zugleich seine margenschwache Small-Core-Produktlinie einstellen. Damit setzt Intel offenbar konsequent auf höhere Margen statt auf zusätzlichen Marktanteil.
Preiserhöhung bei Intel ab Oktober im Fokus
Laut Lieferkettenquellen, auf die sich DigiTimes beruft, will Intel, einer der weltweit größten Halbleiterhersteller, die Preise für seine PC-Prozessoren Anfang Oktober anheben. Es wäre eine weitere Stufe einer Preiserhöhungsserie, die bereits Ende 2025 begonnen hat. Parallel prüft der Konzern laut denselben Quellen, die margenschwache Small-Core-Produktlinie für Industrie-PCs, IoT- und Embedded-Systeme einzustellen, was Wettbewerbern wie QUALCOMM und MediaTek Marktchancen eröffnen könnte.
Ziel der Maßnahmen ist laut den Lieferkettenquellen nicht die Ausweitung des Marktanteils, sondern eine höhere Bruttomarge. CEO Lip-Bu Tan wolle Profitabilität und Bruttomarge steigern, die mögliche Preisanhebung sei eine Reaktion auf gestiegene Lieferkettenkosten und starke Nachfrage. Citrini-Analyst Jukan Choe ordnete den Schritt trotz eines erwartet schrumpfenden PC-Marktes so ein, dass Intel die Margenausweitung klar vor Marktanteilsgewinne stelle. Intel äußerte sich zu der angeblichen Preiserhöhung nicht.
Intel-Aktie springt an
Die an der NASDAQ gelistete Intel-Aktie stieg letztlich um 9,05 Prozent auf etwa 104,47 US-Dollar und war damit einer der größten Gewinner unter den US-Chipwerten.
Der Kurssprung reiht sich in eine längere Serie von Preiserhöhungen ein. Bereits im Juli hatte Intel offiziell bestätigte Anhebungen der Listenpreise für Core-Ultra- und Xeon-Prozessoren vorgenommen. Bei Consumer-Modellen wie dem Core Ultra 7 270K Plus stiegen die Preise damals um rund 15 bis 16 Prozent, beim Server-Chip Xeon 6980P um gut 12 Prozent auf 13.000 Euro.
Analysten uneins zu Intel
Am Markt bleibt das Bild gemischt: Von 31 Analysten stufen laut TipRanks sechs die Intel-Aktie mit Buy ein, 23 mit Hold und zwei mit Sell, das mittlere Kursziel liegt bei 116,31 US-Dollar bei einer Spanne von 80 bis 200 US-Dollar. Northland Securities-Analyst Gus Richard hob seine Einstufung heute von Market Perform auf Buy an und nannte ein Kursziel von 120 US-Dollar. Mizuho-Analyst Vijay Rakesh hat vor einigen Tagen sein Hold-Rating bestätigt, bei einem Kursziel von 92 US-Dollar.
Thomas Zoller, Bettina Schneider, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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