Hongkong-Listing im Blick

Moonshot-Aktie in Sicht: Chinas KI-Startup nimmt Kurs auf die Hongkonger Börse


Moonshot-Aktie in Sicht: Chinas KI-Startup nimmt Kurs auf die Hongkonger Börse

Rund eine Milliarde US-Dollar Jahresumsatzrate, 50 Milliarden Bewertung: Ein chinesischer Rivale von OpenAI drängt an die Hongkonger Börse, und das ausgerechnet in einer heiklen Phase.

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  • Moonshot AI peilt Börsengang in Hongkong im ersten Quartal 2027 an
  • Bei rund 50 Milliarden US-Dollar Bewertung könnten bis zu 5 Milliarden fließen
  • Deal gilt als Gradmesser für Chinas KI-Branche und Standort Hongkong
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Mit einer Bewertung von rund 50 Milliarden US-Dollar steuert Moonshot AI, der Entwickler hinter dem Chatbot Kimi, auf einen der meistbeachteten Technologiebörsengänge Hongkongs zu. Wie Bloomberg am 6. Oktober unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete, hat das Pekinger Unternehmen seine letzte private Finanzierungsrunde abgeschlossen und peilt die Notierung im ersten Quartal 2027 an. Dem Bericht zufolge könnten bei der Emission bis zu 5 Milliarden US-Dollar zusammenkommen. Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen: Wie TipRanks unter Berufung auf Bloomberg berichtet, legt Moonshot die Grundlage für erste Sondierungsgespräche mit Investoren, die noch im Oktober beginnen könnten.

Kimi K3 treibt Umsatz und Bewertung von Moonshot AI

Getragen wird der Höhenflug vom Sprachmodell Kimi K3, das Moonshot im Juli dieses Jahres vorgestellt hat und das direkt mit den Modellen von OpenAI und Anthropic konkurriert. Wie zuvor schon DeepSeek kombiniert das chinesische Modell starke Leistungswerte mit spürbar niedrigeren Preisen als die führende US-Konkurrenz. Das zahlt sich aus: Die annualisierte wiederkehrende Umsatzrate soll nach Angaben von TipRanks von rund 1 Milliarde US-Dollar Anfang Oktober 2026 bis Dezember auf 2 Milliarden US-Dollar steigen. Noch bei der Finanzierungsrunde im Sommer lag die Bewertung laut Bloomberg bei rund 31,5 Milliarden US-Dollar. Investoren bezahlen also vor allem künftiges Wachstum. Ob Moonshot die angepeilte Verdopplung der Umsatzrate bis Jahresende tatsächlich liefert, dürfte deshalb zur Schlüsselgröße für die Preisfindung beim Börsengang werden.

Großbanken an Bord, Firmensitz nach Festlandchina verlegt

Für die Platzierung hat sich Moonshot prominente Unterstützung gesichert. Laut Bloomberg übernimmt die Bank of America die Rolle der übergeordneten Koordinatorin, während China International Capital (CICC), Deutsche Bank und Goldman Sachs als Sponsoren auftreten. Den Börsenantrag hat das Unternehmen bereits vertraulich eingereicht. Zuvor löste Moonshot nach Angaben von TipRanks seine bisherige Struktur im Ausland auf und verlegte den rechtlichen Sitz nach Festlandchina, ein Schritt, der unmittelbar mit dem Listing zusammenhängt. Gegründet wurde das Startup 2023 von Yang Zhilin, einem früheren Professor der Tsinghua University. Zu den Geldgebern zählen die Technologieriesen Alibaba und Tencent. Festgezurrt ist allerdings noch nichts: Zeitplan und Volumen hängen von der Zustimmung der Behörden und vom Marktumfeld ab.

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Hongkong wird zur Bühne für Chinas KI-Unternehmen

Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, was der Börsengang über den Markt verrät. Ein Listing nahe der Marke von 50 Milliarden US-Dollar würde Anlegern laut TipRanks einen neuen Vergleichsmaßstab für chinesische KI-Unternehmen liefern und zeigen, wie groß der Appetit auf eigenständige KI-Konzerne in Hongkong noch ist. Rückenwind gibt es reichlich: Wie aus einer Auswertung von Bloomberg von Anfang Oktober hervorgeht, sammelten Unternehmen in Hongkong von Juli bis September über Börsengänge, Platzierungen und Blockverkäufe 47,5 Milliarden US-Dollar ein, so viel wie nie zuvor in einem dritten Quartal. Seit Jahresbeginn sind es mehr als 92 Milliarden US-Dollar, der Jahresrekord von 112,5 Milliarden aus 2021 rückt damit in Reichweite. Treiber Nummer eins ist die Nachfrage nach KI-Deals.

Wie stark die Ansprüche gewachsen sind, zeigt der Vergleich mit den ersten Börsengängen chinesischer Entwickler großer Sprachmodelle. MiniMax nahm bei seinem Debüt im Januar dieses Jahres laut CNBC rund 620 Millionen US-Dollar ein, einen Tag nachdem Zhipu AI an die Börse gegangen war. Moonshot würde mit dem angepeilten Emissionsvolumen in einer ganz anderen Liga spielen. Zugleich wächst die Konkurrenz um Anlegergeld: DeepSeek hat Reuters zufolge im September 2026 eine Investmentbank mit der Vorbereitung eines möglichen Börsengangs am Shanghaier STAR Market beauftragt.

Datenprüfung und Vorwürfe als offene Flanke

Dass die Rechnung aufgeht, ist jedoch keineswegs ausgemacht. Bloomberg zufolge haben chinesische Aufsichtsbehörden eine Prüfung zur Datensicherheit gegen Moonshot und DeepSeek eingeleitet, was zusätzliche Unsicherheit über den weiteren Fahrplan schafft. Hinzu kommt Gegenwind aus den USA: Wie TipRanks berichtet, warf OpenAI dem Unternehmen vor, eine maßgebliche Rolle bei einem koordinierten Versuch gespielt zu haben, Informationen aus den GPT-Modellen abzuschöpfen, mit denen sich deren Fähigkeiten nachbilden lassen könnten. Auch das Umfeld am Hongkonger Markt ist weniger makellos, als die Rekordzahlen nahelegen: Von den zehn größten Emissionen seit Juli notierten Anfang Oktober nach Daten von Bloomberg lediglich zwei über ihrem Ausgabepreis.

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Der nächste belastbare Datenpunkt sind die anstehenden Sondierungsgespräche, die zeigen werden, ob institutionelle Investoren eine Bewertung um 50 Milliarden US-Dollar mittragen. Danach richtet sich der Blick auf die Umsatzrate zum Jahresende und den Ausgang der behördlichen Prüfung, die gemeinsam darüber entscheiden dürften, ob Moonshot den Zeitplan für das erste Quartal 2027 halten kann.

Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Den Rise / Shutterstock.com, Deemerwha studio / Shutterstock.com

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