Apple-Aktie dennoch tiefer: Rekord-Marktanteil trotz Speicherchip-Krise am Smartphone-Markt
Während der globale Smartphone-Markt in eine handfeste Speicherchip-Krise rutscht und die Absatzzahlen auf ein 13-Jahres-Tief fallen, gelingt ausgerechnet einem der größten Tech-Konzerne der Welt in China und weltweit zugleich ein historischer Rekord beim Marktanteil.
Werte in diesem Artikel
- Apple baut seinen Smartphone-Marktanteil in China und weltweit spürbar aus
- Speicherchip-Knappheit drückt den globalen Smartphonemarkt auf Rekordtief
- Auch Google gewinnt Marktanteile, Xiaomi und andere Anbieter verlieren deutlich
Der iKonern Apple steht laut einem IDC-Bericht für einen Rekord-Marktanteil im globalen Smartphonegeschäft, während der Gesamtmarkt so schwach ist wie seit 13 Jahren nicht mehr. Der Tech-Riese lieferte im zweiten Quartal weltweit spürbar mehr Geräte aus als im Vorjahr und baute auch in China, dem größten und zugleich härtesten Smartphone-Markt, seine Position aus. Für Anleger ist das mehr als eine Randnotiz: Es zeigt, dass Apple in einer Branche, die unter massiv steigenden Speicherchip-Preisen leidet, seine Preissetzungsmacht offenbar besser verteidigen kann als die meisten Wettbewerber.
Nichtsdestotrotz profitiert die Aktie nicht von den operativen Fortschritten. Im vorbörslichen NASDAQ-Handel am Dienstag gibt das Papier stellenweise 1,15 Prozent auf 313,67 US-Dollar nach.
Chinas Smartphone-Markt schrumpft, Apple wächst
In China, dem umkämpftesten Smartphone-Markt der Welt, gingen die Auslieferungen laut Dow Jones Newswires unter Berufung auf IDC im zweiten Quartal auf rund 66 Millionen Geräte zurück, ein Minus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und bereits das fünfte rückläufige Quartal in Folge. Huawei blieb mit 22,6 Prozent Marktanteil zwar die Nummer eins, doch Apple legte prozentual noch stärker zu: Die iPhone-Auslieferungen kletterten um rund ein Viertel, Huaweis Absatz stieg um knapp 20 Prozent.
Beide Hersteller hielten laut IDC ihre Preise stabil, während viele Android-Anbieter wegen steigender Speicherkosten die Preise anheben mussten. Wie Dow Jones Newswires berichtet, bringt IDC-Analyst Arthur Guo den Grund auf den Punkt: Wer gezögert habe, habe bei Huawei und Apple trotz eines schwierigen Quartals einen Anlass zum Zugreifen gefunden, weil die Konkurrenz gleichzeitig die Preise erhöhte.
Weltweit auf Rekordkurs trotz Chip-Mangel
Der Effekt beschränkt sich nicht auf China. Nach vorläufigen Zahlen von Counterpoint Research fiel der weltweite Smartphone-Absatz im zweiten Quartal um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit auf den niedrigsten Stand seit 13 Jahren. Mitten in diesem Einbruch wuchsen Apples iPhone-Auslieferungen um 3 Prozent, der globale Marktanteil kletterte damit auf ein Rekordhoch von 20 Prozent.
Auch Google gehörte zu den Gewinnern: Die Pixel-Auslieferungen legten dank starker Nachfrage nach den Modellen Pixel 10 und Pixel 10a um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Die weltweite Spitzenposition behauptete weiterhin Samsung mit einem Marktanteil von 24 Prozent.
Speicherchip-Knappheit trifft vor allem günstige Modelle
Hintergrund des Preisdrucks ist eine anhaltende Knappheit bei DRAM- und NAND-Speicherchips: Speicherhersteller priorisieren zunehmend den margenstarken Markt für KI-Server, was laut IDC die Speicherkosten binnen eines Jahres um fast 300 Prozent nach oben trieb. Bei einem günstigen Einsteiger-Smartphone macht der Speicher inzwischen mehr als 65 Prozent der Herstellungskosten aus, was viele Hersteller zu Preiserhöhungen zwang.
Die Folgen zeigen sich TipRanks zufolge bei den Verlierern in China: Xiaomi verlor rund ein Fünftel seiner Auslieferungen, Oppo knapp 10 Prozent, Vivo gut 11 Prozent. Apple, Google und Huawei hielten die Preise dagegen stabil und profitierten davon.
IDC-Analystin Nabila Popal ordnet den Erfolg via TipRanks ein: "Ein zweistelliges Wachstum gleichzeitig in China und weltweit ist ein bemerkenswerter Beleg für Markenstärke und eine belastbare Lieferkette."
Ausblick: Entspannung erst 2028 erwartet
Für die kommenden Quartale erwartet IDC keine schnelle Entspannung: Die anhaltend hohen Speicherpreise dürften den Gesamtmarkt bis weit ins Jahr 2027 belasten, eine spürbare Erholung sei erst um 2028 bis 2029 wahrscheinlich, wenn ein neuer Ersatzzyklus für ältere Geräte einsetzt. Ob Apple seinen Vorsprung bis dahin verteidigen kann, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen und vor allem an der Preisstrategie für die nächste iPhone-Generation entscheiden.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 08.07.26 | Apple Outperform | Bernstein Research | |
| 07.07.26 | Apple Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
| 07.07.26 | Apple Neutral | UBS AG | |
| 06.07.26 | Apple Hold | Jefferies & Company Inc. | |
| 26.06.26 | Apple Neutral | UBS AG |
