Eli Lilly-Aktie: JPMorgan hebt Kursziel an – Konkurrenz zu Novo Nordisk verschärft sich
JPMorgan hebt seine Umsatzprognosen für Eli Lilly deutlich an und sieht im Adipositas-Markt eine Chance von über 100 Milliarden US-Dollar bis 2030.
Werte in diesem Artikel
- JPMorgan bestätigt Overweight-Votum und schraubt Wachstumsschätzungen hoch
- Konkurrenzkampf mit Novo Nordisk verschärft sich um Marktanteile und Werbung
- Analysten sehen langfristige Chancen in der Pipeline jenseits der Inkretine
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly rückt nach einer neuen Einschätzung von JPMorgan erneut in den Fokus der Anleger. Analyst Chris Schott hat die Einstufung gemäß Investing.com auf Overweight bestätigt und das Kursziel auf 1.400 US-Dollar bis Dezember 2026 angehoben. Zugleich wächst der Konkurrenzdruck auf Novo Nordisk, dessen Anteil am US-Markt für Abnehmmedikamente weiter schrumpft.
JPMorgan schraubt Schätzungen für Eli Lilly-Aktie nach oben
In einer Research-Note vom Wochenende hat JPMorgan die Umsatzprognose für 2027 um 0,7 Prozent auf 105,67 Milliarden US-Dollar angehoben und die Schätzung für das bereinigte Ergebnis je Aktie um 1,1 Prozent auf 50,99 US-Dollar erhöht, berichtet Investing.com. Für die Inkretin-Präparate Zepbound, Mounjaro und Foundayo rechne Schott 2026 mit einem kombinierten Umsatz von über 62 Milliarden US-Dollar. Bis 2030 soll dieser Wert auf mehr als 100 Milliarden US-Dollar steigen.
Insgesamt erwartet JPMorgan, dass der Gesamtumsatz von Eli Lilly von rund 88 Milliarden US-Dollar auf über 105 Milliarden US-Dollar im Jahr 2027 steigt, heißt es. Bis 2030 soll er auf 135 Milliarden US-Dollar wachsen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie könnte demnach von etwa 40 US-Dollar 2026 auf fast 70 US-Dollar bis 2030 klettern. Getragen werden soll dieses Wachstum von einer stärkeren Durchdringung des US-Marktes über Medicare sowie einem direkten Verbraucherzugang, während internationale Märkte laut den Analysten eine zusätzliche Wachstumsquelle darstellen könnten.
Novo Nordisk-Aktie verliert im Abnehmduell an Boden
Im zweiten Quartal 2026 kam Eli Lilly im US-Markt für Adipositas und Diabetes auf einen Marktanteil von 60,9 Prozent, während Novo Nordisk nur noch auf 38,8 Prozent kam. Lilly steigerte den Quartalsumsatz um 48 Prozent auf 22,97 Milliarden US-Dollar. Die Jahresprognose 2026 hob das Unternehmen auf 85,0 bis 87,0 Milliarden US-Dollar an. Novo Nordisk zog die eigene Prognose ebenfalls nach oben, erwartet aber weiterhin nur ein bereinigtes Umsatzwachstum zwischen 0 und minus 6 Prozent bei konstanten Wechselkursen, während die Wegovy-Pille im US-Markt leicht unter den Erwartungen blieb.
Berichten zufolge hat Novo Nordisk im Juli rechtliche Schritte gegen Werbekampagnen von Eli Lilly eingeleitet. Eine primäre Bestätigung steht aus. Eli Lilly weist die Vorwürfe zurück. An der Börse spiegelt sich die unterschiedliche Dynamik in der Bewertung: Laut JPMorgan notiert Novo Nordisk auf den niedrigsten Bewertungsniveaus seit dem ursprünglichen Wegovy-Start, punktet dafür mit einer Dividendenrendite von 3,9 Prozent. Eli Lilly wiederum weist eine Eigenkapitalrendite von 101,3 Prozent und eine Rendite auf das investierte Kapital von 45,0 Prozent auf.
Pipeline und Risiken für Eli Lilly
JPMorgan sieht zusätzliches langfristiges Potenzial in den Pipeline-Kandidaten Retatrutid, dessen Marktstart für Ende 2027 erwartet wird, sowie Eloralintid, die jeweils unterschiedliche Patientengruppen ansprechen sollen. Als Risiken benennt die Bank ein schwächeres Wachstum im Diabetes- und Adipositasgeschäft, zunehmenden Wettbewerb, eine strengere US-Preisregulierung im Rahmen des Inflation Reduction Act sowie mögliche Rückschläge in der Pipeline.
Der Analystenkonsens aus 20 erfassten Häusern liegt bei der Einstufung StrongBuy. Das mittlere Kursziel beträgt 1.396,61 US-Dollar bei einer Spanne von 1.220 bis 1.600 US-Dollar. Von den 20 Stimmen votieren 18 mit Buy und 2 mit Hold, eine Verkaufsempfehlung liegt nicht vor.
Als nächster Termin gilt der 29. Oktober, an dem Eli Lilly Zahlen zum dritten Quartal vorlegen soll. Bis dahin dürfte der Blick der Anleger auf weiteren Entwicklungen im Rechtsstreit mit Novo Nordisk sowie auf dem Fortschritt der Pipeline-Kandidaten Retatrutid und Eloralintid liegen.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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