Samsung-Aktie nach NASDAQ-Start von SK hynix: Konzern dementiert Bericht über eigenes US-Listing
Samsung weist einen Bloomberg-Bericht über mögliche ADR-Pläne in den USA zurück, nach dem erfolgreichen NASDAQ-Debüt von SK hynix bleiben Fragen zur eigenen Notierungsstrategie aber offen. Das ist aktuell bekannt.
Werte in diesem Artikel
- Samsung dementiert einen Bericht über ein mögliches US-ADR-Listing
- Bloomberg hatte zuvor über erste, unverbindliche Bankgespräche berichtet
- Bericht kam nach dem erfolgreichen NASDAQ-Debüt von SK hynix
Samsung Electronics hat laut Reuters einen Bericht dementiert, wonach der Konzern ein eigenes Listing als American Depositary Receipt (ADR) in den USA prüft. Ein Unternehmenssprecher wird von Reuters zitiert: "Samsung Electronics prüft nicht die Möglichkeit, American Depositary Receipts auszugeben." Das Dementi kommt nur Stunden, nachdem Bloomberg berichtet hatte, der südkoreanische Speicherchipkonzern habe erste, unverbindliche Gespräche mit Banken geführt, ohne dass eine Entscheidung gefallen sei. Ob damit die ursprüngliche Meldung hinfällig ist oder nur eine noch nicht formalisierte Prüfung dementiert wird, bleibt nach der Stellungnahme offen.
SK hynix als Auslöser
Auslöser der ursprünglichen Spekulation ist der Erfolg von SK hynix an der NASDAQ. Der südkoreanische Rivale im Speicherchipgeschäft platzierte seine ADRs am vergangenen Donnerstag zu je 149 US-Dollar und nahm dabei rund 26,5 Milliarden US-Dollar ein, das bislang größte US-Listing eines ausländischen Unternehmens. Am Freitag eröffnete die Aktie von SK hynix an der NASDAQ bei 170 US-Dollar und schloss den Handelstag bei 168 US-Dollar. Laut Bloomberg soll dieser Erfolg Samsung dazu bewogen haben, eine bereits zuvor geprüfte und wieder verworfene Idee neu aufzugreifen, auch wenn der Konzern das nun dementiert.
Bericht und Dementi: zwei Lesarten
Zwischen der Bloomberg-Meldung und dem Dementi liegt vor allem eine Frage der Formulierung. Bloomberg beschreibt informelle, unverbindliche Gespräche mit Banken, Samsung dementiert eine Prüfung der ADR-Ausgabe. Beides muss sich nicht zwingend widersprechen, denn Unternehmen weisen frühe, noch nicht formalisierte Sondierungen in der Kapitalmarktkommunikation regelmäßig zurück, ohne dass interne Überlegungen dadurch ausgeschlossen sind. Ob es sich um ein hartes Dementi oder um eine präzise Wortwahl zu einem noch nicht formalisierten Prozess handelt, lässt sich von außen nicht abschließend beurteilen.
Rekordgewinn mit Kratzern
Dass Samsung überhaupt in der Position ist, über ein US-Listing nachzudenken, liegt auch an der eigenen Geschäftsentwicklung. Am 6. Juli meldete der Konzern für das zweite Quartal einen operativen Gewinn von 89,4 Billionen Won (58,44 Milliarden US-Dollar), ein fast 19-facher Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum und über den Analystenschätzungen, das dritte Rekordquartal in Folge. Trotz dieser Überraschung fiel die Aktie im Handel deutlich, weil Anleger offenbar an der Nachhaltigkeit des KI-Investitionszyklus zweifelten. Diese Diskrepanz zwischen starken operativen Zahlen und einer skeptischen Marktreaktion relativiert die Lesart, ein US-Listing sei allein durch ungebrochen positive Investorenstimmung getrieben.
Trendwelle bei asiatischen Tech-Listings
Der Vorstoß reiht sich unabhängig vom Dementi in einen breiteren Trend: Asiatische Technologieunternehmen sammelten im laufenden Jahr bis zum 10. Juli laut Investing.com unter Berufung auf LSEG-Daten rund 84 Milliarden US-Dollar über US-Kapitalmärkte ein, eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. James Wang, Leiter des Aktienkapitalmarktgeschäfts für Asien ohne Japan bei Goldman Sachs, sieht laut investing.com weiterhin erheblichen Spielraum in der laufenden Technologie-Finanzierungswelle.
Ob Samsung an seinem Dementi festhält oder in den kommenden Wochen doch noch konkrete Schritte einleitet, ist offen. Der nächste belastbare Anhaltspunkt dürfte eine weitere Stellungnahme des Konzerns, ein SEC-Filing oder eine Bestätigung durch involvierte Banken sein.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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