Lock-up und NVIDIA-Zweifel

Cerebras-Aktie mit 20 Prozent Minus: NVIDIA sorgt für tiefsten Schlusskurs seit IPO - droht weiterer Druck?


Cerebras-Aktie mit 20 Prozent Minus: NVIDIA sorgt für tiefsten Schlusskurs seit IPO - droht weiterer Druck?

Ein einziger Beitrag auf X stellt infrage, wer OpenAIs schnellste Modellstufe antreibt, und die Antwort von Sam Altman hat die Zweifel nur teilweise ausgeräumt.

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  • Bericht über NVIDIA-Hardware bei OpenAI verunsichert die Anleger
  • Frei werdende Altaktien erhöhen das Angebot am Markt
  • Analysten bleiben trotz des Rückschlags bei ihren Kaufvoten
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Die Cerebras-Aktie hat in der vergangenen Woche an der NASDAQ rund 20 Prozent an Wert verloren und damit so tief geschlossen wie seit dem Börsengang im Mai nicht. Belastet haben ein Bericht, wonach OpenAI eine zentrale Modellstufe auf NVIDIA-Hardware betreibt, und das Auslaufen erster Lock-up-Fristen.

NVIDIA-Verdacht belastet Cerebras

Der Anbieter von KI-Beschleunigern auf Basis eines Wafer-Scale-Chips steht wegen der Frage unter Druck, wer OpenAIs schnellste Modellstufe antreibt. Auf seiner Entwicklerkonferenz DevDay am 29. September hatte OpenAI das Modell GPT-6.1 Sol vorgestellt und eine Ultrafast-Version angekündigt, die in Codex bis zu achtmal schneller Token erzeugen soll. Am selben Abend schrieb das Researchhaus SemiAnalysis auf X, diese Stufe laufe nicht auf Cerebras, sondern bei niedriger Batch-Größe auf NVIDIA-GPUs. Der Beitrag fragte zudem, ob Cerebras diese Stufe künftig bedienen werde.

Für Cerebras wiegt das schwer, denn das Unternehmen hatte am 13. August mitgeteilt, die Ultrafast-Stufe für das Vorgängermodell GPT-5.6 Sol anzutreiben, zunächst als Limited Preview.

Altmans Antwort lässt Fragen offen

OpenAI-Chef Sam Altman reagierte am Freitag auf X auf die Spekulationen über die Partnerschaft: Cerebras sei ein enger Partner, und beide arbeiteten intensiv an der Grenze der Geschwindigkeit. GPT-6.1 Sol, die Ultrafast-Stufe oder NVIDIA erwähnte er nicht, die Darstellung von SemiAnalysis bestätigte oder dementierte er damit nicht.

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Warum die offene Hardwarefrage für Cerebras relevant ist, zeigt die Bedeutung von OpenAI für das Unternehmen. Cerebras nennt in seinen Risikohinweisen die Abhängigkeit von wenigen Großkunden, darunter OpenAI, Group 42 Holding, MBZUAI und Amazon Web Services. Laut Cerebras umfasst das Mehrjahresabkommen mit OpenAI 750 Megawatt und einen Wert von über 20 Milliarden US-Dollar, die verbleibenden Leistungsverpflichtungen lagen Ende Juni 2026 bei 25,4 Milliarden US-Dollar.

Lock-up: Weitere Pakete folgen

Zusätzlich belastet das Angebot an Aktien. Bis zu 19,4 Millionen Titel von Vorständen, Management, Mitarbeitern und sonstigen Altinhabern wurden am 30. September handelbar, laut Prospekt rund 8 Prozent der ausstehenden Aktien. Die Freigabe erfolgt gestaffelt: Weitere Tranchen von jeweils rund 19,4 Millionen Aktien sind für den 14. Oktober und den 28. Oktober 2026 angesetzt.

Die letzte Freigabe folgt am zweiten Handelstag nach den Zahlen zum dritten Quartal oder am 9. November, je nachdem, was zuerst eintritt. Hinzu kommen Verkäufe aus der Chefetage: CNBC meldete, dass CEO Andrew Feldman und CTO Sean Lie zwischen dem 20. August und dem 25. September Class-A-Aktien für über 240 Millionen US-Dollar verkauften, auf Basis von Plänen, die kurz nach dem Börsengang aufgesetzt wurden.

Analysten halten an Kaufvoten für Cerebras-Aktie fest

Für Analysten sind die jüngsten Meldungen offenbar noch kein Grund, ihre Einschätzung der Cerebras-Aktie zu überarbeiten. Auf TipRanks liegt das durchschnittliche Kursziel bei 288,67 US-Dollar, was dem Anteilsschein nach einem Schlusskurs von 166,43 US-Dollar am vergangenen Freitag noch ein kräftiges Aufwärtspotenzial bescheinigt. Alle zehn Analysten haben Kaufempfehlungen für die Aktie vergeben, die denn auch Erholungstendenzen zeigt und 10,17 Prozent auf 183,36 US-Dollar zulegen kann.

Entscheidend wird, ob OpenAI oder Cerebras klären, welche Hardware die Ultrafast-Stufe tatsächlich bedient. Parallel testet die nächste Lock-up-Freigabe am 14. Oktober, wie viel zusätzliches Angebot der Markt aufnimmt, während die Partnerschaft mit AMD für disaggregierte Inferenz im vierten Quartal 2026 in Produktion gehen soll.

Claudia Stephan, Julia Walter, Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

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14.09.26 NVIDIA Outperform Bernstein Research
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