LPKF Laser: Gerüchte und Fakten
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Die Aktie von LPKF Laser zeigt derzeit ein starkes Aufwärtsmomentum. Der Grund dafür liegt in einer Kombination mehrerer Aspekte, die am Markt für Nachfrage sorgen.
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Was für einen Zwischenbilanz! Nachdem die Aktie von LPKF vor wenigen Tagen noch die 50-Tage-Linie nach kräftigen Korrektureinbußen testen musste, konnte sie binnen nur vier Handelstagen wieder um rund 30 Prozent steigen. Das ganze ausgelöst durch eine Kombination von bestehenden positiven fundamentalen Einschätzungen und einem kräftigen Schuss aus der Gerüchteküche.
Dabei spielte der Donnerstag vergangener Woche eine besondere Rolle. Denn da machten Spekulationen bzw. unbelegte Behauptungen die Runde, LPKF sei ein Zulieferer von SpaceX. Allein an diesem Tag sprang der Kurs zweistellig nach oben. Bislang gab es dafür auch keine Belege, keine Ad-hoc-Meldung, keine bestätigte Großbestellung, kein Kommentar des Unternehmens. Doch das störte zumindest im Augenblick nicht, zumal SpaceX bekanntlich mit seinem Börsengang am vergangenen Freitag noch eine starke Begleitmusik ablieferte. Indes: Die Rally hat auch eine fundamentale Begründung.
Was wirklich belegt ist
LPKF treibt seine LIDE-Technologie voran, ein Laserverfahren zur hochpräzisen Glasbearbeitung, das im sogenannten Advanced Semiconductor Packaging zum Einsatz kommt, also bei der fortgeschrittenen Verbindungstechnik moderner Chips. Das Verfahren läuft bereits bei zahlreichen Halbleiterkunden in Test- und Entwicklungsumgebungen und es ist auch die formulierte Hoffnung bzw. Erwartung des Marktes, dass sich daraus ein signifikanter Wachstumstreiber entwickelt.
Strukturellen Rückenwind gibt es zudem von der Indexseite. Ab dem 22. Juni rückt LPKF in den SDAX auf. Indexfonds und institutionelle Investoren, die dem Index folgen, müssten entsprechend ihre Bestände anpassen. Allerdings lässt sich das bislang aus den Handelsvolumen noch nicht sichtbar ableiten.
Das Zahlenwerk mahnt zur Vorsicht
So sehr die Zukunftsfantasie den Kurs trägt, so deutlich fällt der Kontrast zur aktuellen Geschäftslage aus. Im ersten Quartal sackte der Umsatz auf 17,1 Mio. Euro ab, nach 25,3 Mio. Euro im Vorjahr, vor allem belastet vom schwachen Solargeschäft. Das operative Ergebnis rutschte mit minus 6,9 Mio. Euro tief in die roten Zahlen. Ein Lichtblick bleibt der Auftragseingang, der auf 24,1 Mio. Euro kletterte und mit einem Verhältnis von neuen Aufträgen zu Umsatz von 1,4 anzeigt, dass das Auftragsbuch schneller wächst als die laufenden Erlöse. Getragen wurde das von den Bereichen Development und Electronics.
LPKF ist zweifellos ein spannender Wert mit einer technologisch glaubwürdigen Wachstumsgeschichte. Doch die jüngste Rally speist sich zu einem erheblichen Teil aus Erwartungen und eben Gerüchten. Ob die aktuelle Aufwärtsbewegung Substanz und Nachhaltigkeit hat, dürfte sich dabei vor allem am Thema LIDE-Auftragseingänge festmachen.
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Erstellung am 16.6.26 um 14:18 Uhr.
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