MÄRKTE EUROPA/Fest nach US-iranischem Rahmenabkommen


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DOW JONES--Mit kräftigen Kursgewinnen präsentieren sich Europas Börsen am Montagmittag. Die USA und der Iran haben sich am Wochenende grundsätzlich auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des mittlerweile fast viermonatigen Iran-Kriegs geeinigt. Die Unterzeichnung ist für Freitag geplant. Noch fehlen alle Details, das Abkommen soll aber die sofortige Öffnung der Straße von Hormus umfassen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen dann Verhandlungen über das iranische Atomprogramm geführt werden. Der in den vergangenen Tagen bereits stark gefallene Ölpreis gibt weiter nach. Brent verbilligt sich um weitere 4,9 Prozent auf rund 83 Dollar das Fass.

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In dem zwischen dem Iran und den USA erzielten Abkommen sind wichtige Fragen allerdings ungelöst, wie die Commerzbank anmerkt. "Wir erwarten in den nächsten zwei Monaten eine Achterbahnfahrt aus guten und schlechten Nachrichten", heißt es. So könne beispielsweise die Hisbollah den Beschuss Nordisraels wieder aufnehmen, und eine energische israelische Reaktion könnte den Iran dann veranlassen, die Straße von Hormus erneut zu schließen. Die positive Marktreaktion über Nacht bedeute jedoch, dass die bisherigen Erwartungen, der Ölpreis werde um die Marke von 100 Dollar schwanken, gesenkt werden könnten. Das Abkommen begrenze die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft, obwohl in diesem Jahr nur ein mageres Wachstum von jeweils 0,6 Prozent für Deutschland und die Eurozone erwartet werde, heißt es.

Der DAX gewinnt 1,3 Prozent auf 24.945 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht 1,2 Prozent nach oben. An den Anleihemärkten geht es mit den Renditen nach unten, auch angesichts fallender Zinserhöhungserwartungen. Damit steht auch die Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch mit ihrem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh in einem anderen Licht. Sally Auld, Chefvolkswirtin der National Australia Bank meint dazu: "Niedrigere Ölpreise mildern die Inflationssorgen und der Markt hat die Erwartungen für die nächste Zinserhöhung der Fed auf das nächste Jahr verschoben". Entsprechend zieht der Euro an - die Einheitswährung geht bei 1,1608 Dollar um.

Hauptgewinner sind vor allem die ölpreis-abhängigen Branchen wie Luftfahrt und Automobil. Air France gewinnen 3,8 Prozent oder IAG 3 Prozent. Lufthansa steigen gleich um 5,2 Prozent, MTU um 5,3 und Rolls-Royce um 4,1 Prozent, Airbus um 3,5 Prozent. Für Technologietitel geht es 1,1 Prozent nach oben. Einen Einbruch von 3,4 Prozent weist der Index der Ölwerte auf. Keinen guten Tag haben Rüstungswerte angesichts eines möglichen Ende des Iran-Kriegs: Rheinmetall fallen 2,9 Prozent und Hensoldt 1,9 Prozent.

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Renault ragen als Autohersteller mit 6 Prozent Plus hervor. Der Markt honoriert eine Kooperation mit Thales beim Bau von Militärfahrzeugen. Dies senkt die Abhängigkeit Renaults vom schwankungsanfälligen Privatmarkt. Thales notieren rund ein halbes Prozent höher.

AT&S haussieren an der Börse in Wien mit Aufschlägen von 29 Prozent. Das Unternehmen hat mit dem Kunden AMD sowie einem weiteren Technologieunternehmen Eckpunkte zur Erweiterung von Produktionskapazitäten für High-End-IC-Substrate im Bereich Künstlicher Intelligenz und High-Performance Computing vereinbart. AT&S produziert Leiterplatten und IC-Substrate (Mikrochip-Schnittstellen). Die hierfür erforderlichen Investitionen von 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro werden nach aktuellem Stand vollständig durch langfristige Kundenzusagen unterstützt und finanziert, die noch final verhandelt und abgeschlossen werden müssen. Auf Basis dieser Vereinbarungen erhöht AT&S den Ausblick für das Geschäftsjahr 2026/27 und erwartet nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 45 bis 55 Prozent (bisher: 30-35%) und eine EBITDA-Marge von 32 bis 37 Prozent (bisher: 25-29%).

Wichtige Daten für die Börsen stehen am Montag nicht an. Industrieproduktion und Handelsbilanz aus der Eurozone stammen vom April und gelten angesichts der Nachrichtenlage ums Öl als veraltet. In den USA wird am Nachmittag etwas auf den Empire State Manufacturing Index für Juni und die Industrieproduktion geblickt. Im Fokus steht neben dem Iran-Vertrag die Entwicklung von SpaceX im regulären Handel.

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INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag +/- % YTD

Euro-Stoxx-50 6.263,23 +1,2 75,60 6.187,63 8,1

Stoxx-50 5.322,62 +0,7 34,70 5.287,92 8,2

DAX 24.944,77 +1,3 309,47 24.635,30 1,9

MDAX 32.773,29 +2,2 690,19 27.039,42 7,0

TecDAX 4.009,79 +0,8 30,29 3.091,28 10,7

SDAX 18.578,45 +1,1 201,25 13.062,07 8,2

FTSE 10.481,09 +0,1 9,37 10.471,72 5,5

CAC 8.450,46 +1,2 99,59 8.350,87 3,7

SMI 13.798,26 +0,7 90,24 13.708,02 4,0

ATX 6.434,48 +2,8 175,77 6.258,71 20,8

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:15 Uhr

EUR/USD 1,1609 +0,4 0,0041 1,1568 1,1576

EUR/JPY 185,95 +0,3 0,6300 185,32 185,4500

EUR/CHF 0,9208 -0,1 -0,0011 0,9219 0,9217

EUR/GBP 0,8649 +0,3 0,0025 0,8624 0,8630

USD/JPY 160,17 -0,0 -0,0400 160,21 160,2000

GBP/USD 1,3419 +0,1 0,0013 1,3406 1,3412

USD/CNY 6,757 -0,1 -0,0056 6,7626 6,7626

USD/CNH 6,7584 -0,1 -0,0049 6,7633 6,7627

AUS/USD 0,707 +0,4 0,0027 0,7043 0,7052

Bitcoin/USD 66.132,38 +3,4 2.168,52 63.963,86 64.325,87

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 80,33 -5,4 -4,55 84,88

Brent/ICE 83,02 -4,9 -4,31 87,33

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.332,99 +2,7 114,22 4.218,77

Silber 70,71 +4,0 2,74 67,98

Platin 1.791,94 +4,3 74,42 1.717,52

(Angaben ohne Gewähr)

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/mpt/flf

(END) Dow Jones Newswires

June 15, 2026 07:52 ET (11:52 GMT)

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