Alphabet legt erstmals offiziellen Wert seiner SpaceX-Beteiligung offen: So viel Geld steckt im Musk-Konzern
Alphabet hat den Wert seiner SpaceX-Beteiligung erstmals offiziell beziffert. Die Neubewertung trug maßgeblich zum Rekordgewinn des Konzerns im zweiten Quartal bei.
Werte in diesem Artikel
- Alphabet bezifferte SpaceX-Beteiligung im Bericht auf 94 Milliarden US-Dollar
- Großteil der Anteile unterliegt noch bis 2027 einer Verkaufssperre
- SpaceX-Gewinne trugen maßgeblich zum Rekordgewinn von Alphabet im Quartal bei
Alphabet bezifferte seine Beteiligung an SpaceX im jüngsten Quartalsbericht erstmals offiziell auf 94 Milliarden US-Dollar und liefert damit erstmals eine belastbare Zahl für eine der lukrativsten Frühphasen-Wetten der Firmengeschichte.
Vom Nebenprojekt zur Zehn-Milliarden-Frage für die Google-Aktie
Die Wurzeln der Beteiligung reichen bis Januar 2015 zurück: Damals steckten Google und Fidelity gemeinsam eine Milliarde US-Dollar in Elon Musks noch privates Raumfahrtunternehmen, wobei der Google-Anteil bei schätzungsweise 500 bis 900 Millionen US-Dollar lag. SpaceX wurde zu diesem Zeitpunkt mit rund 12 Milliarden US-Dollar bewertet, Google sicherte sich dafür eine Beteiligung von etwa 7,5 Prozent. Über die folgenden zehn Jahre verwässerten zahlreiche weitere Finanzierungsrunden für Starlink und das Starship-Programm den Anteil schrittweise. Nach der Fusion von SpaceX mit Elon Musks KI-Firma xAI im Februar 2026, die die zusammenhängende Gesellschaft privat mit 1,25 Billionen US-Dollar bewertete, lag Googles Anteil laut dem Bericht nur noch bei rund 4,9 bis 5,0 Prozent.
Warum die Bewertung der SpaceX-Aktie jetzt so hoch ausfällt
Den Ausschlag gab der Börsengang von SpaceX: Das Unternehmen ging am 12. Juni 2026 zu einem Ausgabepreis von 135 US-Dollar pro Aktie an die Börse, was einer Erstbewertung von 1,77 Billionen US-Dollar entsprach. Der Quartalsbericht ist die erste offizielle Bewertung der Google-Beteiligung zu öffentlichen Marktpreisen, seit SpaceX privat war und Alphabet den Wert bilanziell konservativ ansetzen musste. Von den 94 Milliarden US-Dollar unterliegen laut demselben Bericht 80 Milliarden US-Dollar einer kurzfristigen Verkaufssperre nach dem Börsengang, weitere 14,1 Milliarden US-Dollar sind bis zum dritten Quartal 2027 langfristig gesperrt.
Der Nebeneffekt: ein Rekordquartal auf dem Papier
Die SpaceX-Bewertung erklärt zugleich, warum Alphabet für das zweite Quartal 2026 einen Nettogewinn von 112,1 Milliarden US-Dollar auswies, ein Plus von 298 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Laut der Ergebnismitteilung von Mittwochabend stammte der Sprung vor allem aus einem Gewinn von 99,0 Milliarden US-Dollar auf Beteiligungspapiere, der überwiegend auf SpaceX und die parallel gehaltene Beteiligung an Anthropic zurückgeht. Dieser Effekt allein hob den verwässerten Gewinn je Aktie um 6,26 US-Dollar auf insgesamt 9,11 US-Dollar. Vom operativen Geschäft blieben laut CNBC dagegen nur rund 2,85 US-Dollar je Aktie übrig, knapp unter der Konsensschätzung von 2,89 US-Dollar.
Zusätzlich belasteten Investitionen in die KI-Infrastruktur von 44,9 Milliarden US-Dollar im Quartal den freien Mittelzufluss.
Was das für Anleger bedeutet
Für Alphabet-Aktionäre bleibt der SpaceX-Anteil vorerst eine Bewertung auf dem Papier: Die Sperrfristen verhindern einen Verkauf, und der Wert schwankt mit dem noch jungen Börsenkurs von SpaceX. Gemessen am ursprünglichen Einsatz im Jahr 2015 markiert die aktuelle Bewertung dennoch etwa das Hundertfache. Ob sich daraus ein wiederkehrender Ergebnistreiber oder nur ein einmaliger Buchgewinn ergibt, hängt an den kommenden Sperrfrist-Terminen: Ein erstes größeres Kontingent an SpaceX-Aktien wird nach Marktschätzungen Anfang August 2026 handelbar, der reguläre Quartalsbericht (Form 10-Q) zum zweiten Quartal steht zudem noch aus.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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