Nach starken Zahlen

TSMC-Aktie zwischen KI-Hoffnung und Sorgen: Warum Analysten trotzdem optimistisch bleiben


TSMC-Aktie zwischen KI-Hoffnung und Sorgen: Warum Analysten trotzdem optimistisch bleiben

TSMC liefert erneut Rekordzahlen und steigert den Gewinn dank des KI-Booms massiv. Anleger sorgen sich dennoch, während Analysten weiter große Chancen sehen.

Werte in diesem Artikel

  • TSMC verdient im zweiten Quartal um 77 Prozent mehr als im Vorjahr
  • Die TSMC-Aktie gibt trotzdem nach, weil die Investitionen stark steigen
  • Viele Analysten bleiben trotz des Kursrutsches optimistisch gestimmt
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Trotz Rekordgewinn im jüngsten Quartal wird die Taiwan Semiconductor Manufacturing-Aktie auf Talfahrt geschickt. Nachdem TSMC im zweiten Quartal 77 Prozent mehr verdient hat als im Vorjahr, brach das Papier an der Börse in Taiwan am Freitag um 7 Prozent auf rund 2.290 Taiwan-Dollar ein. An der NASDAQ deutet sich vorbörslich ein Rückgang von 3,93 Prozent auf rund 393,65 US-Dollar an. Der Grund liegt nicht in den nackten Zahlen, die den Konsens klar übertreffen, sondern in den gleichzeitig verkündeten Ausgabenplänen des Auftragsfertigers. Während der Kurs aber unter die Räder gerät, bleibt ein Großteil der Analysten auffallend gelassen und hebt seine Kursziele sogar an.

Rekordquartal mit hoher Messlatte

Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf 1,270 Billionen Taiwan-Dollar, ein Plus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und 12 Prozent mehr als im ersten Quartal. In US-Dollar gerechnet stieg der Umsatz um rund 34 Prozent auf 40,2 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn kletterte um 77 Prozent auf knapp 707 Milliarden Taiwan-Dollar, das Ergebnis je Aktie lag bei 27,25 Taiwan-Dollar beziehungsweise 4,31 US-Dollar je Hinterlegungsschein. Die Bruttomarge verbesserte sich auf 67,7 Prozent, die operative Marge auf 60,3 Prozent. Für das dritte Quartal stellt TSMC einen Umsatz zwischen 44,6 und 45,8 Milliarden US-Dollar in Aussicht, bei einer operativen Marge von 56 bis 58 Prozent.

Milliardenschwere Investitionsoffensive belastet die TSMC-Aktie

Statt sich an den starken Zahlen zu erfreuen, richten Anleger den Blick auf die Investitionspläne. TSMC hob sein Budget für Anlagen und Technologie in diesem Jahr von zuvor 52 bis 56 Milliarden US-Dollar auf 60 bis 64 Milliarden US-Dollar an. Hinzu kommt eine weitere Zusage von 100 Milliarden US-Dollar für den Ausbau der Fertigung in Arizona, wodurch sich das gesamte US-Investitionsvolumen auf 265 Milliarden US-Dollar summiert. Gleichzeitig hob der Auftragsfertiger seine Umsatzprognose für das laufende Jahr von zuvor mehr als 30 Prozent auf nun etwas mehr als 40 Prozent an. Händler werteten vor allem die höheren Investitionen und die damit verbundene Belastung künftiger Margen als Grund für die Kursverluste.

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Woher die Skepsis für die TSMC-Aktie kommt

Der Kursrutsch reiht sich in eine breitere Sorge der Anlegerschaft ein. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wächst die Furcht, dass der jahrelange Investitionsboom rund um künstliche Intelligenz die Chipbranche erschöpft, während die hohen Ausgaben von TSMC und Wettbewerbern die Margen in den kommenden Jahren belasten könnten. Der breite Ausverkauf erfasste am Donnerstag auch den US-Techsektor, während am Freitag weitere asiatische Halbleiterwerte unter Druck gerieten. Die Reaktion falle damit deutlich schärfer aus, als es die eigentlichen Geschäftszahlen nahelegen würden, kommentierten Beobachter die Kursbewegung.

TSMC-Aktie: Analysten bleiben mehrheitlich zuversichtlich

Trotz des Kursrutsches sehen viele Analysten die Aussichten weiter positiv. Nach den Zahlen empfehlen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge 28 von 29 der von Bloomberg erfassten Analysten die Aktie zum Kauf, die meisten von ihnen erhöhten ihre Kursziele. Das durchschnittliche Kursziel kletterte binnen wenigen Tagen um knapp 110 US-Dollar auf rund 590 US-Dollar. Susquehanna-Analyst Mehdi Hosseini blieb bei seiner positiven Einschätzung und hob sein Kursziel für den Hinterlegungsschein leicht auf 600 US-Dollar an, er rechnet zusammen mit den US-Werksbauten mit Investitionen von mehr als 230 Milliarden US-Dollar zwischen 2026 und 2028. Bereits am 29. Juni hatte UBS ihr Kursziel für TSMC von 3.000 auf 3.400 Taiwan-Dollar angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt, mit Verweis auf die steigende Nachfrage durch künstliche Intelligenz und höhere Investitionen.

Ob sich die Kluft zwischen Kursreaktion und Analystenmeinung schließt, dürfte sich auch daran entscheiden, wie sich die Marge im weiteren Jahresverlauf entwickelt. Anleger sollten dabei nicht ausblenden, dass die Aktie nach der starken Rally der vergangenen Monate hoch bewertet ist und stark von wenigen großen Kunden aus dem KI-Geschäft abhängt, während geopolitische Spannungen rund um Taiwan ein zusätzliches Risiko bleiben.

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Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Michael Vi / Shutterstock.com

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18.12.12 Taiwan Semiconductor Manufacturing buy Nomura
12.12.12 Taiwan Semiconductor Manufacturing buy Deutsche Bank Securities
28.08.12 Taiwan Semiconductor Manufacturing buy Nomura
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