ROUNDUP: Sparkurs bei Mercedes-Benz - Gewerkschaft ruft zu Protest auf


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STUTTGART (dpa-AFX) - Die IG Metall ruft die Beschäftigten von Mercedes-Benz (Mercedes-Benz Group (ex Daimler)) in Deutschland zu Protesten gegen die Verschärfung des Sparkurses auf. Demnach finden an diesem Freitag Kundgebungen an den Standorten Sindelfingen und Untertürkheim (Stuttgart) sowie Kuppenheim und Rastatt statt. Zudem soll es eine nicht öffentliche, digitale Kundgebung geben. Ferner gibt es Aktionen in Bremen, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Ludwigsfelde sowie in Germershein.

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Hintergrund ist eine Verschärfung des Sparkurses beim Stuttgarter Autobauer. "Aus Sicht der IG Metall richten sich diese Maßnahmen einseitig gegen die Beschäftigten und stellen zentrale tarifliche Errungenschaften in infrage", teilte die örtliche Vertretung der Gewerkschaft in Stuttgart mit.

Schreiben des Vorstands an die Beschäftigten

In einem Schreiben an die Beschäftigten in Deutschland informierte der Vorstand Ende vergangener Woche, dass man "weiterhin mit Hochdruck die Kosten senken" müsse, um bei den Preisen für die Produkte wettbewerbsfähig zu bleiben. "Trotz all unserer Anstrengung ist die Situation heute in Deutschland dramatisch", hieß es darin.

Etwa 90.000 der rund 108.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland erhalten demnach als Sofortmaßnahme nicht wie erwartet im Juli eine tarifliche Sonderzahlung. Diese werde auf das kommende Jahr verschoben, hieß es in dem Schreiben. Bei der Sonderzahlung handelt es sich um den jährlichen "Transformationsbaustein". Dieser beträgt 18,4 Prozent vom regelmäßigen individuellen Monatsentgelt. In Betrieben in wirtschaftlichen Krisen könne die Sonderzahlung verschoben oder ausgesetzt werden, heißt es auf der Webseite der IG Metall.

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Vorstand: "Für das gleiche Geld mehr arbeiten"

"Wir werden bei Mercedes-Benz Prozesse radikal beschleunigen und gewachsene Strukturen verschlanken", hieß es weiter. Die Arbeitsstunde müsse günstiger werden. "Der direkteste und in unseren Augen fairste Weg: Wir sollten in allen Bereichen für das gleiche Geld mehr arbeiten", so der Vorstand. Mit der Arbeitnehmervertretung werde man in den nächsten Wochen und Monaten darüber sprechen, wie man die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens in Deutschland sichern könne.

Mercedes hat seit längerem mit Rückschlägen zu kämpfen. Im ersten Quartal dieses Jahres sank das Konzernergebnis um 17,2 Prozent. 2025 war der Gewinn um knapp die Hälfte von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro eingebrochen, nachdem es schon 2024 schlechter gelaufen war. Zölle, negative Wechselkurseffekte und der intensive Wettbewerb in China hätten die Ergebnisse belastet, hieß es. Rückläufig waren auch Absatz und Umsatz.

Die Schwaben hatten darauf reagiert und vor etwas mehr als einem Jahr ein Sparprogramm aufgelegt, wobei Mercedes von einem Programm zur Leistungssteigerung ("Next Level Performance") sprach./rwi/DP/stw

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