Rückenwind

Rheinmetall-Aktie über 1.000-Euro-Marke: Großauftrag wirkt nach - so reagieren HENSOLDT, RENK und TKMS


Rheinmetall-Aktie über 1.000-Euro-Marke: Großauftrag wirkt nach - so reagieren HENSOLDT, RENK und TKMS

Der am Montag gemeldete Großauftrag beschert der Rheinmetall-Aktie auch am Dienstag weiteren Schwung - doch die runde Marke bleibt heikel.

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  • Rheinmetall notiert am Dienstag wieder oberhalb von 1.000 Euro
  • Munitionsauftrag wirkt offenbar nach
  • Deutsche Rüstungsaktien im Blick
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Die Rheinmetall-Aktie eroberte die 1.000-Euro-Marke zurück und gewann im XETRA-Handel letztlich 3,2 Prozent auf 1.028,60 Euro. Der Kurssprung folgte auf den am Montag gemeldeten Großauftrag für Artilleriemunition, den Rheinmetall von einem internationalen Kunden erhalten hat. Bereits am Vortag konnten sich die Papier des deutschen Rüstungsgiganten zeitweise über der runden Marke behaupten, fielen zum Handelsschluss jedoch wieder auf letztlich 996,70 Euro zurück (+0,62 Prozent).

Das steckt hinter dem Großauftrag

Wie aus der offiziellen Pressemitteilung von Rheinmetall vom Vortag hervorgeht, hat ein internationaler Kunde eine fünfstellige Anzahl an 155-mm-Artilleriegeschossen bestellt. Der Auftragswert wurde bereits im dritten Quartal verbucht und liegt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Produktion ist demnach schon angelaufen, der Auftrag soll 2027 abgeschlossen sein. Laut Rheinmetall sind die Geschosse bereits bei verschiedenen NATO-Staaten im Einsatz und lassen sich von einer Vielzahl an 155-mm-Waffensystemen verschießen. Das Unternehmen bezeichnet sich in der Mitteilung selbst als „einer der weltweit führenden Hersteller von großkalibriger Munition" und ordnet den Auftrag als Beleg für seine Expertise im Bereich der Artilleriesysteme ein.

Rheinmetall-Aktie reagiert: Wirkt der Auftrag noch nach?

Dass der Kurssprung ausgerechnet einen Handelstag nach der Ankündigung stattfindet, spricht dafür, dass der Markt die Nachricht erst mit Verzögerung vollständig eingepreist hat. Für Investoren dürfte dabei vor allem der Auftragswert im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich als konkreter, bezifferter Beleg für die anhaltend hohe Nachfrage nach Artilleriemunition zählen und damit mehr Gewicht haben als eine allgemeine Ankündigung.

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Auch Nachrichten aus USA und Japan stützen

Börsianer begründen den Kursanstieg auch mit einer Reihe weiterer positiv aufgenommener Nachrichten aus dem Rüstungs- und Verteidigungsumfeld. Als Antrieb erwiesen sich unter anderem Lieferengpässe in den USA und eine Kreisemeldung, wonach Japan seine Verteidigungsausgaben auf Druck der USA von knapp 2 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erhöhen könnte.

Aus den USA kam zum einen die Meldung, dass die Vereinigten Staaten in den ersten Monaten der Operation "Epic Fury" so viel Munition auf iranische Ziele abgefeuert hatten, dass dies "zu strategischen Bestandsengpässen geführt und Engpässe in der industriellen Basis für die Nachlieferung von Munition offenbart hat". Dies räumten Vertreter des Pentagons gegenüber der unabhängigen Aufsichtsbehörde des Verteidigungsministeriums ein.

Zum anderen hat Washington die Stationierung von Waffen im Weltraum laut US-Medien erstmals offiziell bestätigt. Gewertet wurde die Äußerung von Luftwaffen-Staatssekretär Troy Meink als Warnung an China und Russland.

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Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (CDU) möchte Rüstungskooperationen mit den USA weiter ausbauen. Vor einem an diesem Dienstag geplanten Treffen mit seinem US-Amtskollegen Pete Hegseth in Washington verwies er dazu auf die Zusammenarbeit beim Tarnkappenjet F-35 und die geplante Fertigung von Lenkflugkörpern für das Luftverteidigungssystem Patriot in Deutschland.

In Europa bleibt die Lage derweil angespannt. Kampfflugzeuge der Nato hatten über Litauen nach Regierungsangaben eine Drohne abgeschossen. Zudem hatte eine russische Fregatte am Montagabend nach Angaben des dänischen Verteidigungsministeriums in der Ostsee zwei Leuchtkörper auf einen Hubschrauber der dänischen Streitkräfte abgefeuert.

Aktien von HENSOLDT und TKMS profitieren ebenso

Der Rest des Sektors reagierte ebenso erfreut: HENSOLDT verteuerte sich am Dienstag via XETRA letztlich um 0,31 Prozent auf 77,10 Euro, die TKMS-Aktie legte 2,22 Prozent auf 83,00 Euro zu. RENK fiel mit einem Rückgang von 1,28 Prozent auf 41,61 Euro jedoch aus dem Muster heraus.

Was das für Anleger bedeutet

Die Rückeroberung der 1.000-Euro-Marke bei Rheinmetall dürfte als positives charttechnisches Signal gewertet werden. Gleichzeitig bleibt die Bewertung der Aktie angesichts der bereits deutlich gestiegenen Kurse ein wichtiger Faktor. Entscheidend dürfte daher sein, ob Rheinmetall die hohen Erwartungen des Marktes mit weiteren Aufträgen, steigenden Umsätzen und einer entsprechenden Gewinnentwicklung bestätigen kann. Der aktuelle Kursanstieg allein ist damit noch kein Beleg für eine nachhaltige Trendwende nach oben.

Bettina Schneider, Julia Walter, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Tobias Arhelger / Shutterstock.com, Postmodern Studio / Shutterstock.com

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25.09.26 Rheinmetall Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
21.09.26 Rheinmetall Outperform Bernstein Research
10.09.26 Rheinmetall Neutral JP Morgan Chase & Co.
01.09.26 Rheinmetall Buy Deutsche Bank AG
17.08.26 Rheinmetall Neutral JP Morgan Chase & Co.

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