Russland-Abschreibungen

Wintershall DEA rutscht in die Verlustzone - BASF-Aktie gewinnt


Wintershall DEA rutscht in die Verlustzone - BASF-Aktie gewinnt

Der Öl- und Gaskonzern Wintershall DEA ist im ersten Quartal wegen einer milliardenschwerer Abschreibung auf Vermögenswerte im Zusammenhang mit seinem Russland-Geschäft deutlich in die Verlustzone gerutscht.

Der Nettoverlust habe in den ersten drei Monaten eine Milliarde Euro betragen, teilte die BASF-Mehrheitsbeteiligung am Donnerstag in Kassel mit. Bereinigt um Sondereffekte wie etwa die Abschreibung legte der Überschuss dank kräftig gestiegener Öl- und Gaspreise von 171 Millionen Euro im Vorjahr auf 669 Millionen Euro zu.

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Der Krieg sei ein "fundamentaler Wendepunkt", sowohl für die Geopolitik als auch für Wintershall DEA direkt, sagte Unternehmenschef Mario Mehren in einer Online-Pressekonferenz. "Ein 'Weiter so' mit Russland kann es jetzt nicht geben. Wird es nicht geben. Daran besteht kein Zweifel."

Für die Forderung nach einem Energieembargo und einem sofortigen Stopp aller bestehenden Projekte in Russland zeigte Mehren Verständnis. "Ich kann die Forderungen nach einem sofortigen Importstopp für russisches Gas nachvollziehen", sagte er. Aber er verstehe auch das komplexe Dilemma, in dem die Bundesregierung stecke. Denn sie trage große Verantwortung für Deutschland, für die Wettbewerbsfähigkeit, für Wohlstand und gesellschaftlichen Frieden. Gasimporte aus Russland könnten "ersetzt werden. Aber nicht schnell", fügte er hinzu.

Nach intensiver Diskussion habe Wintershall DEA entschieden, ihre Beteiligung an bestehenden Projekten in Russland aufrechtzuerhalten. Bei einem Rückzug würden Milliardenwerte an den russischen Staat fallen, hieß es. Die Zahlungen nach Russland habe Wintershall DEA jedoch eingestellt. Zudem gebe es keine neuen Projekte in Russland, auch keine neuen Projekte mit russischen Partnern außerhalb Russlands.

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Das Unternehmen werde sein Portfolio stärken, um europäische Energiequellen zu diversifizieren und die Widerstandsfähigkeit seines Geschäfts weiter zu verbessern, hieß es weiter. Alle Optionen für zusätzliche Gasmengen und eine zusätzliche Energieversorgung würden geprüft. Dazu gehörten die Großprojekte Nova, Njord und Dvalin in Norwegen. Ziel sei es, die Produktion bereits Ende dieses Jahres aufzunehmen. Zudem prüfe Wintershall DEA Möglichkeiten in Ländern, in denen das Unternehmen bereits aktiv sei und in potenziellen neuen Ländern.

Wintershall DEA ist 2019 aus der Fusion der Wintershall Holding GmbH und der DEA AG hervorgegangen. Das Unternehmen mit Sitz in Kassel und Hamburg beschäftigt weltweit knapp 2500 Mitarbeiter. BASF hält gut 70 Prozent an Wintershall DEA. Der Rest gehört LetterOne, einer Beteiligungsgesellschaft, in der der russische Oligarch Michail Fridman seine Dea-Anteile gebündelt hat.

Die BASF-Aktie klettert via XETRA zeitweise um 0,20 Prozent auf 50,46 Euro.

/mne/mis

KASSEL (dpa-AFX)

Bildquellen: BASF SE, BASF SE

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28.09.26 BASF Outperform Bernstein Research
24.09.26 BASF Underweight JP Morgan Chase & Co.

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