Sto: Verbesserung, aber Rendite bleibt dünn
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Der Fassaden- und Farbenhersteller hat im ersten Halbjahr 2026 Umsatz und Ergebnis gesteigert. Der Ergebnissprung sieht auf den ersten Blick stark aus, relativiert sich bei näherem Hinsehen aber deutlich.
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Sto hat den Umsatzrückstand aus dem ersten Quartal aufgeholt und die ersten sechs Monate mit einem Zuwachs abgeschlossen. Der Konzernumsatz stieg um 3,7 Prozent auf 805,5 Mio. Euro. Wechselkurseffekte belasteten dabei leicht, vor allem der schwache Dollar, sodass währungsbereinigt sogar ein Zuwachs von 3,9 Prozent gelang. Das EBIT kletterte um 20,6 Prozent auf 30,5 Mio. Euro, das Vorsteuerergebnis um 16,8 Prozent auf 29,9 Mio. Euro.
Von weit unten
Die prozentual kräftige Ergebnissteigerung sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie von einer niedrigen Vorjahresbasis ausgeht. Die EBT-Umsatzrendite legte lediglich von 3,3 auf 3,7 Prozent zu und liegt damit, wie das Unternehmen selbst einräumt, weiterhin deutlich unter dem Niveau früherer Jahre. Sto verdient also mehr als vor einem Jahr, aber nach wie vor wenig. Zudem ist der Halbjahresvergleich bei Sto nur bedingt aussagekräftig, weil das Geschäft stark saisonal geprägt ist und der Ergebnisschwerpunkt traditionell in der zweiten Jahreshälfte liegt.
Preisdruck von zwei Seiten
Bemerkenswert ist, dass Sto das verbesserte Ergebnis gegen spürbaren Gegenwind erzielt hat. Die Verkaufspreise gerieten durch den intensiveren Wettbewerb infolge der Bauflaute unter Druck, während auf der Beschaffungsseite und bei den Frachtkosten die Preise stiegen, was Sto auf den Iran-Krieg zurückführt. Auf diese absehbaren Verteuerungen reagierte der Konzern mit einem vorherigen Lageraufbau: Die Vorräte kletterten auf 175,7 Mio. Euro, nach 145,8 Mio. Euro zum Jahresende.
Das allerdings bindet Kapital und zeigte sich entsprechend im operativen Cashflow, der mit -19,2 Mio. Euro klar negativ ausfiel, nach -0,7 Mio. Euro im Vorjahr. Für ein Unternehmen mit einer Eigenkapitalquote von 63,3 Prozent und einem Netto-Finanzguthaben von 100,6 Mio. Euro ist das verkraftbar, aber es sollte weiter beobachtet werden.
Regional gemischtes Bild
Getragen wurde das Wachstum vom Inland, wo der Umsatz um 4,7 Prozent auf 323,8 Mio. Euro zulegte. Auch Westeuropa und Nord-/Osteuropa wuchsen, wobei Letzteres stark von Währungseffekten profitierte. Schwach blieb dagegen das Segment Amerika/Asien/Pazifik mit einem Minus von 5 Prozent, belastet durch den schwachen Dollar, die Einstellung des kanadischen Skyrise-Geschäfts und die anhaltend schwache Nachfrage in China, wo Sto die Landesgesellschaft umbaut.
Die Prognose für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Sto lediglich: ein Umsatz von 1,62 Mrd. Euro und ein EBIT zwischen 56 und 76 Mio. Euro. Der Rahmen bleibt also unverändert, angesichts der vom Unternehmen selbst betonten geopolitischen Unsicherheit ist das eher ein Zeichen von Vorsicht als von Zuversicht.
Interessant dürfte werden, was das zumindest kurzfristig für die Aktie bedeutet. Diese reagierte bis Redaktionsschluss mit einem kräftigen Aufschlag von über 4 Prozent. Damit hat sich die Aktie die Chance auf einen Break durch die 100-Tage-Linie nach oben erarbeitet. Anleger sollten hier allerdings erst die Bestätigung abwarten, ehe sie aktiv werden.
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Autoren: Die SmartCaps-Redaktion. Über uns: Das Team von SmartCaps zählt seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem „Anlegerbrief“ zu den erfolgreichsten Nebenwerteinvestoren in Deutschland. Das Musterdepot des Anlegerbriefs hat seit 1999 eine Rendite von mehr als 3.565 Prozent oder 14,1 Prozent p.a. (Stand: 29.08.26) erzielt. Mehr dazu finden Sie hier.
Erstellung am 31.08.26 um 11:15 Uhr.
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