Verdi warnt vor Folgen des Jobabbaus beim Mobilfunker O2


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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Wegen drastischer Einsparungen geht die Gewerkschaft Verdi mit dem Telekommunikationsanbieter O2 Telefónica (Telefonica) hart ins Gericht. "Es sollen viele Shops geschlossen werden, Callcenter könnten dichtgemacht werden oder ihre Jobs werden deutlich reduziert - darunter könnte die Qualität des Kundenservice leiden", sagte der Verdi-Gewerkschaftssekretär Christoph Heil der dpa in München. Er ist Mitglied im Aufsichtsrat von Telefónica Deutschland. Die Firma möchte in Deutschland noch in diesem Jahr jede sechste Stelle abbauen und die Anzahl der Shops deutlich reduzieren.

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In einer alternden Gesellschaft steige der Beratungsbedarf für digitale Services und moderne Endgeräte, sagt der Gewerkschafter. "Die Kostensenkungen kommen zur Unzeit: Persönliche Beratung in Shops und am Telefon sind wichtiger denn je - anstatt den Kundenservice zu stärken und 02 durch Beratungsqualität von den Wettbewerbern zu differenzieren, schwächt man mit den geplanten Einsparungen die ausgezeichnete Arbeit der Mitarbeiter." Dadurch könnte O2 es bei Bestandskunden und potenziellen Neukunden schwerer haben, warnt Heil.

Der Gewerkschafter sieht den spanischen Mutterkonzern Telefónica in der Pflicht, um in die Deutschlandtochter zu investieren und fit zu machen für den Wettbewerb. Doch statt zu investieren, diktiere Madrid einfach Kostensenkungen. "Ich erkenne da bislang keine nachhaltige Strategie für eine bessere Zukunft von O2 Deutschland."

O2 Telefónica hatte im Januar 6820 Vollzeitstellen, bis Ende 2026 sollen bis zu 1100 wegfallen und etwa 60 der rund 800 Shops wegfallen. Für die Beschäftigten liegen Abfindungen und andere Angebote bereit, damit sie freiwillig gehen. Nächstes Jahr soll es eine zweite Phase der Kostensenkungen geben, dann sollen weitere Jobs wegfallen und der Vertrieb könnte erneut betroffen sein. Die Firma begründet den Schritt mit einer notwendigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.

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O2 Telefónica ist unter Druck, die Firma hat in den Jahren 2024 und 2025 seinen größten Kunden 1&1 verloren - rund 12 Millionen 1&1-Kunden hatten das O2-Netz mitgenutzt, dafür bekam die Deutschlandtochter von Telefónica viel Geld. Dann aber wechselte 1&1 zu Vodafone (Vodafone Group), was O2 Löcher in die Kasse riss.

Während die Wettbewerber Deutsche Telekom und Vodafone im Aufwind sind, hat O2 einen schweren Stand am deutschen Telekommunikationsmarkt. Konkurrent Vodafone hat die schwere Zeit eines Jobabbaus bereits hinter sich, in drei Jahren baute Vodafone in Deutschland rund 3.000 Stellen ab und liegt inzwischen bei gut 13.000./wdw/DP/zb

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