Vorläufige Zahlen

Schaeffler-Aktie tiefrot: Stagnierender Umsatz und sinkende Marge belasten


Schaeffler-Aktie tiefrot: Stagnierender Umsatz und sinkende Marge belasten

Der Umsatz der Schaeffler-Gruppe hat im dritten Quartal stagniert.

Die Schaeffler-Gruppe bekommt die Schwäche der deutschen Autobauer im chinesischen E-Automarkt zu spüren. Das Unternehmen kündigte am Dienstag millionenschwere Abschreibungen auf sein verlustreiches Geschäft mit der E-Mobilität an. Am chinesischen E-Autogeschäft will Schaeffler festhalten und sieht das Erreichen der Gewinnschwelle der Sparte weiter als zentrales Ziel. Die Prognosen für das laufende Jahr sowie die Mittelfristziele für den Konzern bestätigte der Konzern.

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Angesichts der Tatsache, dass sich die Schwäche europäischer Autohersteller in China bislang kaum auf Zulieferer ausgewirkt habe, überrasche der nun feststellbare Druck nicht sonderlich, schrieb Vanessa Jeffriess vom Analysehaus Jefferies in einer Schnelleinschätzung am Dienstag. Die bestätigte Prognose für 2026 dürfte für eine gewisse Erleichterung sorgen, insbesondere vor dem Hintergrund der branchenweiten Reaktion auf die gesenkten Jahresziele des französischen Autozulieferers OPMobility in der vergangenen Woche.

Insgesamt nimmt Schaeffler angesichts anhaltender Volumenreduzierungen für Projekte europäischer Automobilhersteller vor allem in China rund 240 Millionen Euro an Sonderabschreibungen und Rückstellungen vor, wie das Unternehmen in Herzogenaurach mitteilte. Der überwiegende Teil - 220 Millionen - sei dabei bereits im dritten Quartal verbucht worden. Die Abschreibungen entfallen dabei auf Produktionsanlagen, die aufgrund der rückläufigen Projekte nicht mehr benötigt werden, wie es hieß. Zudem umfasse die Maßnahme Portfoliobereinigungen bei spezifischen Thermomanagementsystemen. Das Geschäft mit Komponenten und Modulen in diesem Bereich werde unverändert fortgeführt.

Die daraus resultierenden finanziellen Effekte sollen sich Schaeffler zufolge positiv auf die Profitabilität der Sparte in den Folgejahren auswirken. Im dritten Quartal konnte Schaeffler die Verluste bei E-Mobilität etwas reduzieren - die bereinigte Marge auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich auf minus 13,1 Prozent, nach minus 15 Prozent im Vorjahr. Im Konzern ging die bereinigte Ebit-Marge dagegen um 0,3 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent zurück, wie es anhand vorläufiger Berechnungen hieß. Der Umsatz stagnierte bei 5,8 Milliarden Euro. Dagegen konnte Schaeffler den Mittelzufluss verbessern.

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Im Wachstumsfeld Humanoide Robotik setzte sich derweil der positive Trend aus den Vorquartalen fort, hieß es weiter. "Im dritten Quartal 2026 konnten zwei neue chinesische Kunden aus der Region Greater China gewonnen werden." Der

Auftragseingang verbesserte sich auf rund 400 Millionen Euro.

Der Auto- und Industriezulieferer hat vor geraumer Zeit ein Sparprogramm inklusive Stellenabbau aufgelegt, bei dem er schneller vorankommt als geplant. So hatte Schaeffler am Vortag mitgeteilt, von brutto 4.700 abzubauenden Stellen seien bis Ende September bereits 3.715 erreicht worden. Damit werde das Ziel schon Ende 2028 und damit ein Jahr früher erreicht als gedacht. Entsprechend dürfte die geplante Kostensenkung von 290 Millionen Euro im Jahr 2029 um mehr als 20 Prozent übertroffen werden. Zugleich fielen die Einmalaufwendungen geringer aus. Daher löste Schaeffler nicht benötigte Rückstellungen für den Umbau von rund 84 Millionen Euro im dritten Quartal auf.

Schaeffler auf Zwölfmonatstief nach Quartalszahlen

Anleger haben Schaeffler nach enttäuschenden Quartalszahlen am Dienstag abgestraft. Die Aktie des Auto- und Industriezulieferers fiel im freundlichen Gesamtmarkt zuletzt mit minus 4,2 Prozent auf 5,70 Euro an das MDAX-Ende. Bei zeitweise 5,63 Euro sackte sie zeitweise auf den tiefsten Stand seit einem Jahr.

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Der Umsatz hatte im dritten Quartal stagniert, während die bereinigte Marge auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) gesunken war. Im verlustreichen Geschäft mit der E-Mobilität entschied sich Schaeffler zudem, Sonderabschreibungen und Rückstellungen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich vorzunehmen. Die Prognose für das laufende Jahr sowie die Mittelfristziele für 2028 wurden zugleich bestätigt.

Laut Jefferies-Analystin Vanessa Jeffriess überrascht es kaum, dass allmählich auch Autozulieferer unter Druck kommen, da sich die Schwäche europäischer Autohersteller in China bei diesen bislang kaum bemerkbar gemacht hatte. Dabei ergänzte sie, dass Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) zwar ihren Erwartungen entsprochen, aber zugleich unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen (Konsens) gelegen hätten. Eine gewisse Erleichterung dürfte ihr zufolge die bestätigte Prognose für 2026 sein, "insbesondere vor dem Hintergrund der branchenweiten Reaktion auf die gesenkten Jahresziele des französischen Autozulieferers OPMobility in der vergangenen Woche".

Analyst Jose Asumendi von JPMorgan sieht den entscheidenden Punkt im Zahlenwerk von Schaeffler in der einmaligen Sonderbelastung im Bereich E-Mobilität. "Sie resultiert aus Wertminderungen und Rückstellungen im Zusammenhang mit rückläufigen Projektvolumina europäischer Autohersteller - insbesondere in China - sowie aus der Portfoliobereinigung in Teilen des Thermomanagements." Das Management habe diesen Schritt als proaktive Reduzierung von Bilanzrisiken und Abbau von Überkapazitäten bezeichnet, wodurch die Rentabilität in den kommenden Jahren rechnerisch steigen und das Ziel unterstützt werde, im Bereich Elektromobilität die Gewinnschwelle zu erreichen, ergänzte er.

Unabhängig davon habe Schaeffler aber auch von einer fortgesetzten Dynamik im Geschäftsfeld Humanoide Robotik berichtet, hob der JPMorgan-Experte hervor. Dabei verwies er darauf, dass im dritten Quartal zwei neue Kunden aus der Region Greater China hinzugekommen seien und der Auftragsbestand auf rund 400 Millionen Euro gestiegen sei.

dpa-AFX

Bildquellen: Schaeffler Technologies AG & Co. KG

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11:41 Schaeffler Neutral JP Morgan Chase & Co.
11:01 Schaeffler Buy Jefferies & Company Inc.
09.10.26 Schaeffler Neutral UBS AG
07.10.26 Schaeffler Buy Jefferies & Company Inc.
28.09.26 Schaeffler Neutral JP Morgan Chase & Co.

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