NEL mit höherem Verlust, aber kräftigem Plus beim Auftragseingang - NEL-Aktie im Blick
Der norwegische Wasserstoffkonzern NEL ASA hat heute seine Bilanzzahlen für das am 30. Juni 2026 beendete Quartal vorgelegt.
- NEL ASA verbucht im zweiten Quartal 2026 einen Verlust von 189 Millionen NOK.
- Der Auftragseingang springt um 224 Prozent auf 230 Millionen norwegische Kronen.
- CEO Håkon Volldal bleibt im Amt, bis ein Nachfolger gefunden ist.
NEL ASA hat am Mittwoch die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 veröffentlicht, und das Bild ist zwiespältig: Der Nettoverlust des norwegischen Wasserstoffkonzerns wächst weiter, während der Auftragseingang gleichzeitig kräftig zulegt. Vorbörsliche Indikationen auf Tradegate deuten dennoch auf Kursverluste hin, nachdem die NEL-Aktie am Dienstag an der Euronext in Oslo mit 2,18 norwegischen Kronen aus dem Handel gegangen war, ein Minus von rund zwei Prozent.
Auftragseingang schießt nach oben
Der Auftragseingang kletterte im zweiten Quartal auf 230 Millionen norwegische Kronen, ein Sprung von 171 Prozent gegenüber dem ersten Quartal und von 224 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, wie NEL ASA mitteilte. Rund 96 Prozent der neuen Bestellungen entfielen auf die PEM-Sparte, deren Auftragsbestand dadurch um 147 Millionen auf 990 Millionen norwegische Kronen wuchs. Der gesamte Auftragsbestand des Konzerns stieg zum Quartalsende auf rund 1,21 Milliarden norwegische Kronen, ein Plus von 9 Prozent zum Vorquartal, aber noch 3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals.
Umsatz verfehlt die Erwartungen
Beim Umsatz zeigt sich dagegen die Kehrseite: Die Erlöse aus Kundenverträgen sanken um 12 Prozent auf 153 Millionen norwegische Kronen, wie der Konzern weiter mitteilte. Zusammen mit sonstigen Erträgen kam NEL ASA auf einen Gesamtumsatz von 182 Millionen norwegische Kronen, nach 215 Millionen im Vorjahresquartal und 152 Millionen im ersten Quartal 2026. Die von Experten im Schnitt erwartete Marke von 195,5 Millionen norwegische Kronen verfehlte der Konzern damit deutlich.
Verlust und Kosten wachsen weiter
Unter dem Strich weitete sich der Nettoverlust auf 189 Millionen norwegische Kronen aus, nach einem Minus von 131 Millionen im Vorjahresquartal. Das EBITDA fiel auf minus 155 Millionen norwegische Kronen, nach minus 100 Millionen im ersten Quartal 2026 und minus 86 Millionen im entsprechenden Vorjahreszeitraum, belastet auch durch eine Einmalzahlung von 70 Millionen norwegische Kronen aus einer Vergleichsvereinbarung. Die Barreserven schmolzen binnen Jahresfrist von 1,93 Milliarden auf 1,33 Milliarden norwegische Kronen.
Chefwechsel bleibt ungelöst
Anlass für den Wechsel an der Spitze ist ein bereits vor vier Wochen bekannt gewordener Schritt: Håkon Volldal hatte am 15. Juni 2026 seinen Rücktritt als President und Chief Executive Officer angekündigt, um sich außerhalb der Wasserstoffbranche einer neuen Aufgabe zu widmen. Für ihn gilt eine Kündigungsfrist von sechs Monaten, in der er sein Amt bis zur Ernennung eines Nachfolgers weiter ausübt, während der Verwaltungsrat die Suche nach einem neuen Chef eingeleitet hat.
"Ich bin dankbar für die Gelegenheit, als President & CEO von Nel tätig gewesen zu sein, und möchte dem Verwaltungsrat sowie meinen Kollegen für die stetige Unterstützung während dieser ereignisreichen vier Jahre danken. Auch wenn meine neue Tätigkeit in einer anderen Branche liegen wird, bleibe ich ein überzeugter Befürworter von sauberem Wasserstoff im Allgemeinen und von NEL im Besonderen", wird Volldal in der Mitteilung zitiert. Im aktuellen Quartalsbericht bekräftigte der Verwaltungsrat, dass sich an Strategie und Prioritäten des Konzerns durch den Wechsel nichts ändere; ein Nachfolger steht weiterhin nicht fest.
Anleger richten den Blick nun auf zwei offene Fragen: ob sich der Auftragsschub aus dem zweiten Quartal im weiteren Jahresverlauf fortsetzt, und wann der Verwaltungsrat einen Nachfolger für Volldal präsentiert.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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