Nahost-Konflikt und Ölpreise im Blick: DAX leichter erwartet -- Asiens Börsen mehrheitlich in Rot -- EVOTEC gibt Gewinnhoffnung für 2026 auf -- TRATON, Drägerwerk, Hapag-Lloyd im Fokus
Warner: US-Bundesstaaten wollen Übernahme durch Paramount stoppen. Vossloh senkt Erwartungen an 2026 leicht. Novartis: Kanadische Zulassung für Vanrafia erteilt. Shelly steigert Umsatz kräftig.
Marktentwicklung
Der deutsche Aktienmarkt wird am Dienstag schwächer erwartet.
Der DAX bewegt sich vorbörslich auf rotem Terrain.
Der TecDAX dürfte ebenfalls leichter starten.
Der auf den höchsten Stand seit einem Monat gekletterte Ölpreis dürfte am Dienstag die Notierungen am deutschen Aktienmarkt belasten. Weil US-Präsident Donald Trump eine Wiederaufnahme der Seeblockade gegen Schiffe mit Kurs auf iranische Häfen sowie eine Gebühr für die sichere Passage der Meerenge von Hormus in Aussicht stellte, zog der Brent-Preis über Nacht auf etwa 85 US-Dollar an. An den Finanzmärkten sei zuletzt ein Stimmungswandel zu beobachten gewesen - weg von der Einschätzung "fragiler Arbeitsbeziehungen" zwischen den USA und dem Iran hin zu einer "heiklen Konfrontation mit wenig Aussichten auf einen Kompromiss", so Marktexperte Stephen Innes laut dpa-AFX. Entsprechend spiegle sich im Ölpreis nun eine geopolitische Risikoprämie wider.
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Die europäischen Aktienmärkte dürften am Dienstag mit Verlusten in den Handel gehen.
Der EURO STOXX 50 bewegt sich vorbörslich im Minus.
Zeigten sich die Börsen am Vortag noch widerstandsfähig gegenüber dem erneut aufflammenden Iran-Konflikt, so holt dieser sie nun offenbar ein. Die sich verschärfenden Militärschläge zwischen den USA und dem Iran drücken ebenso auf die Stimmung wie der kräftig gestiegene Ölpreis. Brent kostet am Morgen fast 85 Dollar je Fass und liegt damit wieder klar über den jüngst markierten Ständen von knapp 70 Dollar. Die abermals anziehenden Energiepreise drohen, die Teuerung erneut anzufachen. Fed-Gouverneur Christopher Waller vertritt die Auffassung, dass eine Zinserhöhung erwogen werden sollte, sofern die Inflationsdaten dieser Woche einen anhaltend hohen Preisdruck erkennen lassen. Am Nachmittag stehen die US-Verbraucherpreise für Juni auf der Agenda. Für die Gesamtrate wird ein Anstieg von 3,8 Prozent im Jahresvergleich erwartet, für die Kernrate ein Plus von 2,9 Prozent.
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Die US-Börsen wiesen am Montag rote Vorzeichen aus.
Der Dow Jones Industrial tendierte anfänglich höher, rutschte im Verlauf aber knapp in die Verlustzone. Dort beendete er den Handel auch 0,26 Prozent leichter bei 52.498,82 Punkten.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite eröffnete derweil bereits spürbar im Minus und geriet in der Folge doller unter die Räder. Hier stand zum Börsenschluss ein Abschlag von 1,55 Prozent auf 25.873,18 Zähler an der Kurstafel.
Der Abgabedruck bei Technologiewerten hielt an, nachdem diese im Zuge der KI-Euphorie bereits deutlich zugelegt hatten. Zusätzliche Unsicherheit brachten die wieder anziehenden Ölpreise mit sich, ausgelöst durch die weitere Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran rund um die Straße von Hormus. Der Wochenstart selbst verlief jedoch noch recht verhalten - spannender wird es voraussichtlich am Dienstag: Dann läuten die ersten US-Banken die Quartalsberichtssaison für das zweite Quartal ein, zudem stehen mit den Verbraucherpreisen bedeutende Konjunkturdaten an. Ergänzend dazu tritt der neue Fed-Chef Kevin Warsh zu einer Anhörung vor dem US-Kongress an.
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Am Dienstag geben die Börsen in Fernost mehrheitlich nach.
Der Nikkei 225 in Tokio notiert gegen 07:00 MESZ auf Vortagesniveau bei 67.245,32 Punkten.
Auf dem chinesischen Festland verliert der Shanghai Composite derweil 0,66 Prozent auf 3.887,92 Zähler.
Der Hang Seng gibt 0,47 Prozent auf 24.099,89 Einheiten nach.
Vor allem die kräftig gestiegenen Ölpreise belasten die Stimmung, nachdem sich die USA und der Iran im Nahostkonflikt erneut gegenseitig mit Angriffen überziehen. Wie es um die für den Öltransport zentrale Straße von Hormus steht, bleibt weiter offen. Teheran erklärt die Passage für unpassierbar, Washington hält dagegen, sie sei befahrbar, kündigt aber zugleich eine neue Seeblockade gegen den Iran an. Parallel dazu erklärte US-Präsident Trump, man werde für die Durchfahrt künftig eine Art Schutzabgabe in Höhe von 20 Prozent des Warenwerts erheben. Zusätzlich befeuerten neuerliche Militärschläge der USA gegen den Iran die Sorge vor Unterbrechungen der globalen Rohölversorgung.
Für ein Barrel Brent-Öl wurden zeitweise 84,60 Dollar aufgerufen - so viel wie zuletzt vor etwa einem Monat und rund 13 Dollar mehr als beim jüngsten Tiefstand. Die erneut angezogenen Ölpreise gehen mit wachsenden Inflationssorgen einher und schüren damit Spekulationen über steigende oder zumindest weiter erhöhte Zinsen. Umso gespannter blicken die Marktteilnehmer auf die neuen US-Inflationszahlen, die im weiteren Tagesverlauf veröffentlicht werden.
Positive Konjunkturzahlen aus China liefern in diesem Umfeld keinen Rückenwind. Im Juni legten die chinesischen Aus- und Einfuhren spürbar zu - und übertrafen die Erwartungen klar. Die Exporte kletterten im Jahresvergleich um 27,0 Prozent, die Importe um 36,0 Prozent. Südkoreas Regierung wiederum hob ihre Prognosen für Wirtschaftswachstum und Teuerung in diesem Jahr an und verwies dabei auf kräftige Chip-Ausfuhren und fiskalpolitische Impulse. Für 2026 rechnet sie nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 3,0 Prozent und damit deutlich mehr als den im Januar erwarteten 2,0 Prozent.
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