Goldpreis: Zins- und Inflationssorgen belasten weiterhin

Zum Wochenauftakt gab der Goldpreis um mehr als ein Prozent nach, nachdem die Sorge vor einer Schließung der Straße von Hormus die Ölpreise kräftig nach oben getrieben hatte.
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von Jörg Bernhard
Aus diesem Grund nahmen nämlich die Erwartungen zu, dass zur Bekämpfung des durch die Eskalation im Nahen Osten verstärkten Inflationsdrucks ein höheres Zinsniveau erforderlich sein könnte. Nach Angaben des CME FedWatch Tools rechnen Marktteilnehmer derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 72 Prozent, dass die US-Notenbank ihre Leitzinsen im September anheben wird. Vor einer Woche hatte diese Wahrscheinlichkeit noch bei rund 63 Prozent gelegen. US-amerikanische und iranische Streitkräfte lieferten sich erneut schwere Raketen- und Drohnenangriffe. Teheran griff am Sonntag US-Einrichtungen in mehreren Golfstaaten an und erklärte, die strategisch wichtige Straße von Hormus erneut geschlossen zu haben. In den kommenden Handelstagen sorgt die erste halbjährliche Anhörung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh vor dem US-Kongress für erhöhte Spannung. Außerdem dürften sich die Anleger für mehrere wichtige US-Konjunkturindikatoren stark interessieren, darunter die Verbraucherpreise (CPI), Erzeugerpreise (PPI) und Einzelhandelsumsätze für Juni. Von diesen Daten erhoffen sich die Marktakteure neue Hinweise zur wirtschaftlichen Entwicklung, zur künftigen Inflation und zum geldpolitischen Kurs der US-Notenbank.
Am Montagmorgen präsentierte sich der Goldpreis mit schwächeren Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MESZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (August) um 51,10 auf 4.062,60 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Preissprung zum Wochenstart
Die Ölpreise stiegen im frühen Montagshandel um mehr als vier Prozent, nachdem die Energieexporte durch die Straße von Hormus weiterhin gefährdet blieben und sowohl die USA als auch der Iran neue Militärschläge bekannt gaben. Nach Daten des Schiffsanalyseunternehmens Kpler passierten am Sonntag lediglich sechs Schiffe die Straße von Hormus - der niedrigste Wert seit fünf Wochen. Besonders interessant: Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet in ihrem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht trotz einer allmählichen Erholung im zweiten Halbjahr für 2026 mit einem Rückgang der weltweiten Ölnachfrage um durchschnittlich eine Million Barrel pro Tag - der ersten jährlichen Nachfragereduktion seit 2020.
Am Montagmorgen präsentierte sich der Ölpreis mit steigenden Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MESZ) verteuerte sich der nächstfällige WTI-Future um 3,32 auf 74,32 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 3,44 auf 79,45 Dollar anzog.
Redaktion finanzen.net
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