Weniger Frauen in Dax-Aufsichtsräten

08.05.26 05:35 Uhr

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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Frauenanteil in Aufsichtsräten der DAX-Unternehmen sinkt bei den Aktionärsvertretern das zweite Jahr in Folge. Zwar geht es mit der aktuellen Runde der Hauptversammlungen nur um 0,1 Prozentpunkte auf 38,3 Prozent nach unten, wie eine Auswertung der Personalberatung Russell Reynolds ergab. Bei den neu gewählten Vertretern liegt der Anteil mit 32 Prozent aber so tief wie noch nie in diesem Jahrzehnt.

Bis 2024 war der Anteil der Frauen 15 Jahre lang kontinuierlich gewachsen - von 7 bis auf mehr als 40 Prozent, nun geht es das zweite Jahr abwärts. Ein Grund dafür könnte sein, dass Frauen tendenziell kürzer in den Gremien bleiben. Betrachtet man, wie lange in den Gremien Aufsichtsräte waren, die dieses Jahr ausschieden oder noch ausscheiden, sind es bei Frauen nur 5,4 Jahre, bei Männern aber 9,5.

"Das zweite Jahr in Folge gab es keinen Fortschritt auf dem vor kurzem noch sicher geglaubten Weg hin zur Parität - und das gegen den europäischen Trend", sagt Jens-Thomas Pietralla von Russell Reynolds. Zudem hinke auch die Besetzung zentraler Machtpositionen weiterhin deutlich hinterher. "Das ist in Summe keine gute Entwicklung".

Vergangene Ungleichheit schafft neue

Ein Grund könnte in vergangener Ungleichheit liegen: Angesichts der unsicheren Zeiten würden Kandidaten bevorzugt, die Vorstandsvorsitzende waren, sagt Pietralla. "Da in der Vergangenheit kaum Frauen an der Spitze von Dax-Unternehmen standen, ist der Pool an weiblichen Kandidaten mit dieser Erfahrung zwangsläufig viel kleiner, was Frauen benachteiligt."

Zumindest an der Spitze der Aufsichtsräte geht es aber etwas bergauf. Seit Sabrina Soussan vor wenigen Tagen bei Continental diese Position übernommen hat, werden der Studie zufolge fünf der Gremien von Frauen geführt. Und wenn Amparo Moraleda im Oktober 2026 René Obermann an der Spitze des Aufsichtsrats von Airbus (Airbus SE) ablöse, steigen der Anteil sogar auf 15 Prozent./ruc/DP/zb

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