IBM-Aktie im Minus: Gewinn und Umsatz gestiegen - Prognose gesenkt - Übernahme von HRL Laboratories
Für IBM-Anleger war die Bilanzvorlage des Technologieunternehmens ein wichtiger Gradmesser für die Geschäftsentwicklung: So fielen die Zahlen aus.
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Der Technologieriese IBM blieb im zweiten Geschäftsquartal 2026 auf Ergebnisseite hinter den Erwartungen zurück. Das EPS zog von 2,31 US-Dollar vor Jahresfrist auf 2,93 US-Dollar im aktuellen Berichtsquartal an. Damit stieg der Gewinn weniger deutlich als erhofft, Analysten hatten zuvor ein EPS von 3,01 US-Dollar in Aussicht gestellt.
Bei den Erlösen zeigte sich eine leicht positive Entwicklung, nach einem Umsatz von 16,96 Milliarden US-Dollar im Vergleichsquartal des Vorjahres lagen die Umsätze im aktuellen Berichtszeitraum bei 17,16 Milliarden US-Dollar. Die Analystenschätzungen, die sich auf 17,18 Milliarden US-Dollar belaufen hatten, konnten damit knapp nicht erreicht werden.
IBM senkt Wachstumsprognose leicht und kündigt weitere Sparrunden an
IBM hat nach dem enttäuschend verlaufenen Quartal die Umsatzprognose für das laufende Jahr leicht gesenkt. Firmenchef Arvind Krishna kündigte am Mittwoch nach US-Börsenschluss an, die Kosten noch stärker drücken zu wollen. Damit soll das Ziel, den Zahlungsmittelzufluss (Cashflow) um eine Milliarde Dollar zu steigern, erreicht werden.
Der Konzern rechnet beim Erlös jetzt mit einem um Währungseffekte bereinigten Plus zwischen 4 und 5 Prozent. Zuvor hatte IBM ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 5 Prozent in Aussicht gestellt. Der Konzern hatte Mitte Juli die Investoren mit einem lediglich leicht auf 17,2 Milliarden Dollar gestiegenen Umsatz verschreckt. Analysten hatten mit deutlich besseren Geschäften gerechnet.
Die im US-Standardwerteindex Dow Jones notierten Aktien waren am 14. Juli innerhalb weniger Stunden um rund ein Viertel abgestürzt. Das war der größte Tagesverlust seit 1987. In den Handelstagen danach baute das Papier das Minus auf fast 30 Prozent aus - der Börsenwert fiel deshalb wieder unter die Marke von 200 Milliarden Dollar.
IBM kauft Quantencomputerunternehmen HRL Laboratories
IBM hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von HRL Laboratories unterzeichnet, einem führenden Forschungs- und Entwicklungsunternehmen, das bislang Boeing und General Motors gehört. Beide Unternehmen werden auch nach der Übernahme mit IBM an Quantenanwendungen und weiteren Zukunftstechnologien zusammenarbeiten. Mit der Akquisition stärkt IBM insbesondere seine Kompetenzen im Bereich Silizium-Spin-Qubits, die als vielversprechende Ergänzung zu den bisher genutzten supraleitenden Qubits gelten. Die Expertise von HRL soll IBM dabei unterstützen, leistungsfähigere und besser skalierbare Quantencomputer zu entwickeln.
Darüber hinaus erweitert HRL IBMs Fähigkeiten in angrenzenden Technologiefeldern wie Quantensensorik, Quantenmaterialien, Kryotechnik, Steuerungselektronik und Chip-Packaging. Diese Technologien könnten neue Anwendungen in den Bereichen Gesundheitswesen, Navigation, Verteidigung und wissenschaftliche Forschung ermöglichen. Neben der Quantenforschung verfügt HRL über umfangreiche Erfahrung in den Bereichen Sensorik, Hochleistungskommunikation, Elektronik, Fertigungstechnologien und Materialwissenschaften. Diese Kompetenzen sollen IBMs Innovationskraft stärken und die Entwicklung zukünftiger Computer-, Kommunikations- und sicherheitskritischer Systeme beschleunigen.
IBM verfolgt weiterhin seine langfristige Roadmap für fehlertolerante Quantencomputer. Bis 2029 soll mit IBM Quantum Starling ein System entstehen, das deutlich leistungsfähiger ist als heutige Quantencomputer und bis zu 100 Millionen Quantenoperationen ausführen kann. In den 2030er-Jahren soll mit Blue Jay eine noch leistungsfähigere Generation folgen. Die Übernahme ergänzt zudem den Aufbau von Anderon, der von IBM angekündigten ersten spezialisierten Quanten-Wafer-Fabrik. Gemeinsam mit HRL soll dort künftig auch die Fertigung von Spin-Qubits weiterentwickelt werden, um die industrielle Skalierung von Quantentechnologien zu beschleunigen.
Die IBM-Aktie zeigt sich an der NYSE zeitweise 2,71 Prozent im Minus bei 200,20 US-Dollar.
Claudia Stephan, Julia Walter, Benedict Kurschat, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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| Datum | Rating | Analyst | |
|---|---|---|---|
| 21.07.26 | IBM Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 08.12.25 | IBM Hold | Jefferies & Company Inc. | |
| 07.04.25 | IBM Hold | Jefferies & Company Inc. | |
| 31.03.25 | IBM Hold | Jefferies & Company Inc. | |
| 23.03.25 | IBM Neutral | JP Morgan Chase & Co. |
