Lockheed Martin-Aktie legt nach starken Zahlen zweistellig zu: Rüstungsriese hebt Jahresprognose an
Ein milliardenschwerer Raketenabwehr-Auftrag und ein Rekordauftragsbestand schicken die Lockheed Martin-Aktie am Donnerstag kräftig nach oben.
Werte in diesem Artikel
- Lockheed Martin gewinnt deutlich nach starken Quartalszahlen
- Rüstungskonzern hebt seine Umsatz- und Cashflowprognose für 2026 an
- 35-Milliarden-Dollar-THAAD-Auftrag stützt den Rekordauftragsbestand
Die Lockheed Martin-Aktie legt am Donnerstag im NYSE-Handel deutlich zu und gewinnt zeitweise 10,33 Prozent auf 567,51 US-Dollar. Auslöser ist ein überraschend starkes zweites Quartal, das den Rüstungskonzern zu einer deutlichen Anhebung seiner Jahresprognose veranlasst. Wie aus der offiziellen Pressemitteilung von Lockheed Martin hervorgeht, füllt das Pentagon derzeit seine Waffenbestände wieder auf, was der Nachfrage nach Munition und Raketenabwehrsystemen zusätzlichen Schub verleiht. Der Auftragseingang des Konzerns erreichte im Berichtsquartal 65 Milliarden US-Dollar und hievte den Auftragsbestand auf ein Rekordniveau von 230 Milliarden US-Dollar. Für Anleger ist das Signal klar: Nach Jahren mit Sonderbelastungen liefert Lockheed Martin nun operative Stärke über nahezu alle Geschäftsbereiche hinweg.
Zweites Quartal übertrifft das Vorjahr deutlich
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf 20,1 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 11 Prozent gegenüber 18,2 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Wie das Unternehmen mitteilt, trugen alle Geschäftsbereiche zu dem Wachstum bei, getrieben von höherem Volumen und dem Hochlauf der Munitionsfertigung. Der Nettogewinn sprang auf 1,8 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 7,94 US-Dollar pro Aktie, nach lediglich 342 Millionen US-Dollar beziehungsweise 1,46 US-Dollar pro Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Vorjahreswert war durch Sonderbelastungen von 1,6 Milliarden US-Dollar aus Programmverlusten sowie weitere Abschreibungen von 169 Millionen US-Dollar gedrückt worden. Auch beim Cashflow zeigt sich die Wende: Der operative Cashflow stieg auf 3,2 Milliarden US-Dollar von 201 Millionen US-Dollar im Vorjahr, der freie Cashflow verbesserte sich auf 2,9 Milliarden US-Dollar, nachdem er ein Jahr zuvor mit -150 Millionen US-Dollar noch negativ ausgefallen war.
Lockheed Martin hebt die Jahresprognose für 2026 an
Gestützt auf den starken Jahresauftakt schraubt Lockheed Martin seine Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben. Der Konzern rechnet nun mit einem beschleunigten Umsatzwachstum von rund 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, einem um 28 Prozent höheren operativen Segmentergebnis und einem freien Cashflow von mehr als 7 Milliarden US-Dollar. Konzernchef Jim Taiclet ordnete die Entwicklung in der Mitteilung ein und erklärte laut der Pressemitteilung sinngemäß, die Ergebnisse zeigten, dass die eigene Sicherheitsstrategie mit Fokus auf Integration und operative Exzellenz greife. Die Prognoseanhebung erfolgt ausdrücklich ohne Berücksichtigung der jüngst angekündigten Übernahme von Ultra Maritime, da laut Unternehmensangabe nicht abgeschlossene Transaktionen grundsätzlich nicht in den Ausblick einfließen.
Milliardenauftrag und Rüstungspartnerschaften treiben die Nachfrage
Im Zentrum der operativen Dynamik steht ein milliardenschwerer Großauftrag: Lockheed Martin unterzeichnete im Berichtsquartal einen Mehrjahresvertrag mit der Missile Defense Agency über 35 Milliarden US-Dollar für das Raketenabwehrsystem THAAD. Daneben verweist der Konzern auf sein neues Gegendrohnensystem Sanctum, das nach eigenen Angaben binnen 45 Tagen vom Konzept bis zum erfolgreichen Live-Test aus Gefechtsleitstelle, Radar, Abschussvorrichtung und einsatzerprobter Rakete gebracht wurde. Um die Fertigungskapazitäten zu sichern, kooperiert Lockheed Martin zudem in den USA mit der Rüstungssparte von General Motors und hat mit Rheinmetall eine Vereinbarung zur gemeinsamen Fertigung des Raketensystems ATACMS in Europa geschlossen. Diese Partnerschaften unterstreichen, wie sehr die weltweite Aufrüstung inzwischen die gesamte Lieferkette des Konzerns prägt.
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf die geplante Übernahme von Ultra Maritime, die noch nicht in der Prognose enthalten ist, sowie darauf, ob sich der Rekordauftragsbestand im weiteren Jahresverlauf tatsächlich in höheren Segmentmargen niederschlägt.
Nach dem kräftigen Kursanstieg ruht die Bewertung der Aktie stark auf der Erwartung, dass Lockheed Martin seinen Rekordauftragsbestand auch fristgerecht abarbeitet. Verzögerungen bei Rüstungsprogrammen, mögliche Budgetverschiebungen beim Pentagon oder neue Sonderbelastungen könnten die angehobene Prognose belasten.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Bildquellen: Lockheed Martin Corporation, Lockheed Martin
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