3 Millionen Euro

JPMorgan-Chef rechnet mit dem Bitcoin ab - dann steigt die Bank ein

19.09.17 17:55 Uhr

JPMorgan-Chef rechnet mit dem Bitcoin ab - dann steigt die Bank ein | finanzen.net

In der vergangenen Woche wetterte der CEO der US-Bank JPMorgan gegen die Digitalwährung Bitcoin und sorgte für Verunsicherung unter Investoren. Nun wird bekannt: Das Finanzhaus hat die niedrigeren Bitcoin-Kurse offenbar zum Einstieg genutzt.

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"Bitcoin ist Betrug! […] Wenn einer meiner Leute anfinge, mit dem Bitcoin zu handeln, würde ich ihn binnen einer Sekunde feuern!" Als sich Jamie Dimon, Chef der US-Investmentbank JPMorgan auf einer Investoren-Konferenz in New York zur bekanntesten Digitalwährung der Welt äußerte, hatte dies weitreichende Folgen. Der Kurs der Kyptowährung sackte spürbar ab. Auch wenn Schwankungen in der Währung durchaus marktüblich sind: Anleger stellten sofort eine Verbindung zwischen den Worten des einflussreichen Bankmanagers und dem deutlichen Kursrückgang her.

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Schließlich wetterte Dimon nicht nur gegen die Kryptowährung an sich sondern führte auch aus, dass es kaum einen Markt für deren Verwendung gebe: "Wenn du in Venezuela lebst oder in Ecuador oder in Nordkorea oder in einigen anderen ähnlichen Ecken. Oder wenn du ein Drogendealer, ein Mörder oder so etwas bist - dann bist du mit dem Bitcoin besser dran als mit US-Dollar", so der Manager. "Es mag also einen Markt dafür geben, aber es wäre ein begrenzter Markt."

Seine Bank steigt ein

Offensichtlich scheinen sich die JPMorgan-Angestellten die Wutrede ihres Chefs nicht allzu sehr zu Herzen genommen zu haben, denn kurz nach Bekanntwerden des Redetextes twitterte ein Nutzer mit dem Namen "I am Nomad" Handelsdaten der schwedischen Nordnet Bank, aus denen hervorgeht, dass JPMorgan drei Millionen Euro in einem in Schweden gelisteten Bitcoin-ETN investiert hat. Dieses börsengehandelte Wertpapier, das ähnlich wie ein ETC konstruiert ist, bildet die Kursentwicklung der Kryptowährung zum US-Dollar ab.

Neben JPMorgan tauchen in den Handelsdaten auch andere Großbanken als Käufer auf - darunter Morgan Stanley, Goldman Sachs und Barclays.

Sind Banken jetzt doch Pro-Bitcoin?

Der Einstiegszeitpunkt war dabei gut gewählt, denn erst kurz zuvor hatten chinesische Behörden eine härtere Gangart gegen Bitcoin-Börsen angekündigt und bei Kryptowährungen im Allgemeinen, Bitcoin aber im Besonderen, für einen deutlichen Kurseinbruch gesorgt.

Wahrscheinlich ist, dass JPMorgan und die anderen Großbanken bei ihrem Investment im Kundenauftrag gehandelt haben. Dass die grundsätzliche Einschätzung der Finanzhäuser zum Thema Kryptowährungen sich geändert hat, ist hingegen wenig vorstellbar. Dennoch steht die Transaktion im Widerspruch zu der Einstellung von CEO Dimon. Und sie wirft Fragen auf, die sich JPMorgan jetzt gefallen lassen muss.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Adrian Today / Shutterstock.com

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