Bitcoin fällt auf 63.000 Dollar, auch Ethereum & Co. unter Druck: Fed-Spekulation belasten den kompletten Kryptomarkt

Bitcoin ist auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli gefallen. Auch andere Kryptocoins geraten vor einem wichtigen Termin in dieser Woche unter Druck.
Werte in diesem Artikel
- Bitcoin fällt auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli
- Investoren fürchten eine überraschende US-Zinserhöhung am Mittwoch
- Auch Ethereum, Ripple und Solana geben deutlich nach
Der Bitcoin ist am Dienstag auf den tiefsten Stand seit Mitte Juli gefallen. Grund ist die Furcht vor einer überraschenden Zinserhöhung in den USA. Die älteste und bekannteste Kryptowährung kostete zuletzt auf CoinMarketCap rund 63.414,83 US-Dollar und knüpfte damit an die Verluste der vergangenen Tage an. Am 21. Juli hatte der Kurs noch bei fast 67.000 US-Dollar gelegen.
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Warum ausgerechnet jetzt eine Zinserhöhung droht
Experten begründen den Kursrückgang unter anderem damit, dass die US-Notenbank Fed entgegen der allgemeinen Erwartung den Leitzins am Mittwochabend leicht erhöhen könnte. Die Experten des Handelshauses Citadel Securities rechnen mit einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte. Damit könnte der erst seit Mai amtierende US-Notenbank-Chef Kevin Warsh seine Glaubwürdigkeit im Kampf gegen die Inflation untermauern. Steigende Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten und veranlassen Investoren dazu, Geld aus als riskant geltenden Anlageklassen wie dem Bitcoin abzuziehen.
Der ganze Kryptomarkt gibt nach
Die Zinssorge drückt am Dienstag nicht nur auf den Bitcoin, sondern auf den gesamten Kryptomarkt. Bis auf die Stablecoins verlieren sämtliche der zehn größten Digitalwährungen an Wert. Am stärksten trifft es Ripple mit einem Verlust von rund 5 Prozent auf 1,05 US-Dollar und Solana mit einem Minus von 4,08 Prozent auf 73,21 US-Dollar. Auch Ethereum (1.881,86 US-Dollar) und Binance Coin (564,48 US-Dollar) geben nach. Die Dollar-Stablecoins Tether (0,9988 US-Dollar) und USD Coin (0,9999 US-Dollar) blieben davon erwartungsgemäß nahezu unberührt.
Bitcoin bleibt trotz Rückschlag ein Langfrist-Gewinner
Im bisherigen Jahresverlauf 2026 sackte der Bitcoin-Kurs um knapp 28 Prozent ab, nachdem er bereits 2025 rund sechs Prozent nachgegeben hatte. Nach Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg ist es erst das vierte Verlustjahr in der seit 2009 bestehenden Geschichte der Digitalwährung. Seit dem Rekordhoch von mehr als 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 hat der Bitcoin-Kurs die Hälfte seines Werts eingebüßt. Mittel- und langfristig bleibt der Bitcoin dennoch eine der erfolgreichsten Anlageklassen: In den vergangenen fünf Jahren zog der Kurs um fast 60 Prozent an, seit Juli 2016 um fast das 96-Fache.
Die Marktkapitalisierung aller Bitcoins liegt aktuell bei rund 1,27 Billionen US-Dollar, bei einem Gesamtwert des Kryptomarkts von rund 2,2 Billionen US-Dollar nach Angaben von CoinMarketCap. Damit dominiert der Bitcoin weiter den Kryptowährungsmarkt, vor Ethereum mit rund 227 Milliarden US-Dollar und Tether mit rund 184 Milliarden US-Dollar.
Der nächste konkrete Fixpunkt ist der Zinsentscheid der US-Notenbank am kommenden Mittwochabend: Bestätigt sich die von Citadel Securities erwartete Anhebung, dürfte das die Risikobereitschaft am Kryptomarkt weiter dämpfen.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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