Cardano-Gründer kritisiert Ripple: Profitieren XRP-Anleger nicht von den Gewinnen?

Charles Hoskinson, Gründer von Cardano, stellt das Geschäftsmodell hinter XRP offen infrage. Seine Kritik zielt auf einen zentralen Punkt: Wer kassiert die echten Gewinne?
Werte in diesem Artikel
• Hoskinson sieht Wertverschiebung von XRP-Investoren hin zur Ripple-Company
• Kritik an Token-Verkäufen und fehlender Beteiligung der Anleger
• Vergleich mit Tether und Zweifel am langfristigen Nutzen für XRP-Halter
"Der Wert landet bei Ripple" - Hoskinson holt zum Rundumschlag aus
Im Video-Podcast der YouTuberin "CryptoWendyO" schießt sich Cardano-Gründer Charles Hoskinson auf Ripple ein. Wie aus dem Vodcast hervorgeht, sieht Hoskinson eine strukturelle Schwäche im System: Wertzuwächse würden nicht zwingend bei den Token-Inhabern ankommen, sondern primär beim Unternehmen selbst.
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Wörtlich erklärte er, dass "kein Teil dieses Werts zwingend bei XRP ankommt, sondern zur Ripple-Company fließt". XRP-Anleger weder einen rechtlichen Anspruch auf Unternehmenswerte noch auf Gewinne aus dem operativen Geschäft.
Damit stellt der Cardano-Gründer die grundlegende Annahme infrage, dass steigende Unternehmensaktivität automatisch zu einer Wertsteigerung des Tokens führt.
Token-Verkäufe statt Wertaufbau? Wie Ripple laut Hoskinson Kapital generiert
Im Zentrum der Kritik steht laut Hoskinson die Art und Weise, wie Ripple Kapital generiert und verwendet. Wie im Vodcast thematisiert wird, habe das Unternehmen einen großen Teil des XRP-Angebots kontrolliert und nutze diesen Bestand aktiv zur Finanzierung.
Hoskinson erklärte, das Modell funktioniere vereinfacht so: Aufmerksamkeit erzeugen, den Preis steigen lassen und anschließend Token verkaufen. "Das Spiel ist: Schlagzeilen machen, den Preis nach oben treiben, XRP verkaufen und das Geld nutzen, um Vermögenswerte zu kaufen", sagte er.
Die Erlöse würden anschließend in Unternehmensprojekte und Übernahmen fließen, etwa in den Ausbau institutioneller Dienstleistungen. Laut MEXC verwies Hoskinson dabei auch auf größere strategische Schritte wie milliardenschwere Akquisitionen und den Aufbau neuer Geschäftsbereiche.
Ein zentraler Kritikpunkt bleibt jedoch bestehen: XRP-Halter hätten laut seiner Darstellung keinen Zugriff auf diese Werte. "Ich kann mein XRP nicht gegen diese Vermögenswerte eintauschen", so Hoskinson im Interview.
Vergleich mit Tether und EOS: Ein strukturelles Problem im Krypto-Modell?
Zur Einordnung zog Hoskinson Parallelen zu anderen Krypto-Projekten. Besonders deutlich fiel der Vergleich mit Tether aus. Die dort erzielten Gewinne kämen laut ihm ebenfalls nicht den Token-Inhabern zugute, sondern würden innerhalb des Unternehmens verbleiben.
Darüber hinaus verwies er auf das Beispiel EOS und das Unternehmen Block.one. Dieses habe Milliarden eingesammelt, ohne dass das Netzwerk selbst langfristig entsprechend profitiert habe.
Sein Fazit im Interview fällt entsprechend deutlich aus: Es gebe eine "große Wertverschiebung hin zu einem zentralen Unternehmen", während Token-Inhaber lediglich ein Netzwerk und ein Handelsinstrument erhielten.
Kritik aus der XRP-Community: Deutlicher Widerspruch zu Hoskinsons Vorwürfen
Die Aussagen von Charles Hoskinson sind innerhalb der XRP-Community auf deutlichen Widerstand gestoßen. BTC-ECHO zufolge wurden seine Vorwürfe insbesondere hinsichtlich der angeblich fehlenden Beteiligung von Anlegern an Unternehmenswerten klar zurückgewiesen.
Vertreter von Ripple betonten demnach, dass das Unternehmen im Interesse des gesamten Krypto-Ökosystems agiere. Die Kritik, wonach XRP-Inhaber strukturell benachteiligt seien, wurde von dieser Seite nicht geteilt.
Damit prallen unterschiedliche Sichtweisen aufeinander: Während Hoskinson die Eigentums- und Wertstruktur grundsätzlich infrage stellt, verweist die Gegenseite auf die Rolle von Ripple als Akteur innerhalb eines größeren Marktes und Ökosystems.
Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net
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