Krypto-Bär schockt

Die 10.000-Dollar-Prognose: Warum ein Experte den Bitcoin vor einem Mega-Crash sieht

28.03.26 23:41 Uhr

10.000-Dollar-Schock: Experte sieht Bitcoin vor Absturz | finanzen.net

Ein Analyst warnt vor einem drastischen Rückgang beim Bitcoin bis auf 10.000 US-Dollar. Doch andere Experten halten die Prognose für überzogen und verweisen auf eine stabile Nachfrage.

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• Analyst sieht Bitcoin bei 10.000 US-Dollar
• Makro-Risiken als zentraler Treiber
• Experten widersprechen deutlich

Die Finanzwelt blickt mit einer Mischung aus Skepsis und Sorge auf die jüngsten Prognosen von Mike McGlone. Der Senior-Stratege von Bloomberg Intelligence hat in einem ausführlichen Gespräch mit dem Krypto-Experten EllioTrades seine bearishe Haltung gegenüber dem Kryptomarkt untermauert.

Die gesamte Krypto-Asset-Klasse "tot"?

Während der breite Markt auf eine Rückkehr in den Rallymodus hofft, zeichnet McGlone das Bild einer historischen Bereinigung, die den Bitcoin-Kurs in Regionen führen könnte, die viele bereits für überwunden hielten. Der Experte sieht eine fundamentale Neubewertung der gesamten Anlageklasse voraus und bezeichnet die Krypto-Branche in ihrer aktuellen Form sogar als "tot", da sie für institutionelle Risikomanager aufgrund einer fünfjährigen Underperformance gegenüber dem S&P 500 und eines unbegrenzten Token-Angebots kaum noch investierbar sei.

Die Rückkehr zum historischen Mittelwert

Ein zentraler Pfeiler von McGlones Argumentation ist die Rückkehr zum sogenannten Mittelwert. Er definiert die Marke von 10.000 US-Dollar als das Preisniveau, auf dem Bitcoin zwischen 2019 und 2020 am häufigsten gehandelt wurde. Dieser Bereich stelle die natürliche Basis des Assets dar, ähnlich wie Rohöl seit fast einem Jahrzehnt um die 57 US-Dollar pro Barrel schwanke. Laut McGlone sei es nun an der Zeit, eine Null von den einstigen Höchstständen zu streichen: "Dort hat Bitcoin seinen Platz gefunden", erklärte er im Interview.

Bitcoin im Sog der deflationären Bereinigung

McGlone warnt davor, Bitcoin als losgelöstes alternatives Asset zu betrachten. Stattdessen sieht er die Kryptowährung in einer makroökonomischen Falle gefangen, die durch deflationären Druck und eine allgemeine Korrektur überhitzter Risikoanlagen geprägt ist. Er prognostiziert, dass eine bevorstehende Korrektur des Aktienmarktes um etwa 20 Prozent den letzten Abwärtsimpuls für Bitcoin auslösen werde. In diesem Szenario würde Bitcoin seine Rolle als spekulatives Vehikel ausspielen und gemeinsam mit anderen Risk-on-Assets massiv an Wert verlieren.

Massive Kritik auch an Altcoins

Auch vor Kryptowährungen in der zweiten Reihe hinter dem Urgestein Bitcoin macht McGlone nicht Halt und zeigt sich besonders skeptisch gegenüber dem breiten Altcoin-Markt. In seinen Augen zählen Stablecoins zu den wenigen strukturell soliden Gewinnern, da sie im Gegensatz zu vielen anderen digitalen Vermögenswerten durch reale Werte gedeckt sind - in der Regel durch den US-Dollar und staatsanleihebasierte Reserven. Viele übrige Token basierten dagegen überwiegend auf Vertrauen und spekulativen Erwartungen.

Als Hinweis auf diese Entwicklung verweist McGlone auf das deutliche Wachstum von Tether und den insgesamt zunehmenden Bestand an sogenannten Krypto-Dollars. Für ihn ist das weniger ein Zeichen gesunder Marktdynamik, sondern vielmehr Ausdruck einer verstärkten Dollar-Nachfrage innerhalb des Kryptosektors.

Skepsis unter Fachkollegen und Marktreaktionen

Die Reaktionen auf diese "10.000-Dollar-Prognose" fallen in der Finanzwelt kritisch aus. Während McGlone auf seine Treffquote in der Vergangenheit verweist halten viele Branchenexperten seine aktuelle Einschätzung für überzogen.

Unter den Skeptikern von McGlones bearisher Prognose ist auch Bitget-Chefanalyst Ryan Lee, der es für äußerst unwahrscheinlich hält, dass der Bitcoin-Kurs in absehbarer Zeit auf 10.000 US-Dollar fällt. Gegenüber der Economic Times betonte er: "Ein Bitcoin-Crash auf 10.000 US-Dollar würde wahrscheinlich eine beispiellose Störung des gesamten Ökosystems erfordern und nicht nur übliche Liquiditätsereignisse. Nach mehreren Entschuldungszyklen in den letzten Jahren ist die Struktur der Branche deutlich stabiler. Prognosen für extreme Kursrückgänge können zwar als nützliche Stresstests für das Risikomanagement dienen, sollten Anleger aber nicht von der sich verbessernden Performance von Bitcoin ablenken."

Nach Lees Einschätzung zeigt das derzeitige Umfeld vielmehr das Gegenteil: Die Spot Bitcoin ETFs verzeichnen anhaltende Kapitalzuflüsse, selbst in Phasen internationaler Unsicherheit. Dies wertet er als Hinweis darauf, dass institutionelle Investoren Bitcoin zunehmend als permanente Absicherungsoption wahrnehmen, statt ihn nur als kurzfristiges Spekulationsobjekt zu betrachten.

Auch Mati Greenspan sieht die Analyse des Bloomberg-Experten skeptisch: "Analysten verlieren sich oft im kurzfristigen makroökonomischen Rauschen und ziehen daraus mitunter absurde Schlüsse", zitiert Coindesk den Gründer und CEO von Quantum Economics. "Um die 10.000 Dollar-Marke für ein Asset wie Bitcoin, dessen tägliches Handelsvolumen an den globalen Märkten regelmäßig zwischen zig und hunderten Milliarden Dollar liegt, wieder zu erreichen, bräuchten wir eine globale Liquiditätskrise, einen Atomkrieg und einen Internetausfall".

Welcher Experte schlussendlich Recht behalten wird, bleibt abzuwarten.

Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

Bildquellen: Andrey Burmakin / Shutterstock.com, ImageFlow / Shutterstock.com

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