Kryptowährungen tiefrot

Kursrutsch setzt sich fort: Bitcoin fällt zeitweise unter 75.000 Dollar - auch Ethereum und Co. teils tiefer

02.02.26 17:28 Uhr

Panik am Kryptomarkt: Bitcoin fällt zeitweise unter 75.000 Dollar - auch Kurse von Ethereum und Co. brechen teils massiv ein | finanzen.net

Die Kryptowährungen stehen zum Wochenstart weiterhin unter massivem Verkaufsdruck, nachdem der Bitcoin bereits am Wochenende unter die Marke von 80.000 US-Dollar gerutscht war.

Werte in diesem Artikel
Rohstoffe

4.100,01 USD -21,62 USD -0,52%

59,63 USD -0,66 USD -1,09%

Devisen

51.679,2627 CHF 666,2019 CHF 1,31%

56.001,3985 EUR 685,2442 EUR 1,24%

47.714,6917 GBP 559,6355 GBP 1,19%

10.352.202,2625 JPY 83.172,4996 JPY 0,81%

63.999,4040 USD 758,6089 USD 1,20%

1.444,1188 CHF 35,5672 CHF 2,53%

1.564,8960 EUR 37,5292 EUR 2,46%

1.333,3333 GBP 31,3074 GBP 2,40%

289.280,6249 JPY 5.736,4277 JPY 2,02%

1.788,3912 USD 42,2126 USD 2,42%

63,0134 CHF 0,0624 CHF 0,10%

68,2835 EUR 0,0223 EUR 0,03%

58,1794 GBP -0,0108 GBP -0,02%

12.622,6229 JPY -49,5503 JPY -0,39%

78,0356 USD -0,0047 USD -0,01%

0,8898 CHF 0,0077 CHF 0,88%

0,9642 EUR 0,0077 EUR 0,81%

0,8215 GBP 0,0062 GBP 0,76%

178,2345 JPY 0,6790 JPY 0,38%

1,1019 USD 0,0084 USD 0,77%

0,0000 BTC -0,0000 BTC -1,27%

0,0007 ETH -0,0000 ETH -2,46%

0,0159 SOL -0,0000 SOL -0,10%

1,1239 XRP -0,0098 XRP -0,87%

• Kursrutsch am Kryptomarkt setzt sich fort
Bitcoin zeitweise unter 75.000 US-Dollar
• Experte: Anleger denken wieder mehr an Risiken

Der Bitcoin hat die Talfahrt der vergangenen Tage am Montag zunächst fortgesetzt und ist auf den tiefsten Stand seit neun Monaten gefallen. Im Handelsverlauf rutschte die älteste und bekannteste Kryptowährung zeitweise auf unter 75.000 Dollar. Seit Donnerstag ist der Kurs damit um mehr als 20.000 Dollar gefallen und erreichte den tiefsten Stand seit April. Im Handelsverlauf konnte der Bitcoin aber frühe Verluste wettmachen und wurde zuletzt bei CoinMarketCap bei rund 78.840 Dollar gehandelt.

Noch kräftiger abwärts ging es zum Wochenauftakt jedoch bei Ethereum: Die Nummer zwei auf dem Kryptomarkt verlor im Vortagesvergleich zeitweise 4,90 Prozent auf 2.286,14 US-Dollar.
Daneben verlor Ripple zeitweise 1,73 Prozent auf 1,62 US-Dollar, während der Solana-Kurs um 1,67 Prozent auf 103,17 US-Dollar nachgab.
Doch auch bei Ethereum, Ripple und Solana setzt im Tagesverlauf eine Erholung ein.

Der jüngste Rückgang setzt die seit längerem anhaltende Abwärtsbewegung bei den Digitalwährungen fort. Allein der Bitcoin hat seit seinem Rekordhoch bei 126.198,07 Dollar aus dem Oktober 2025 rund 40 Prozent an Wert verloren.

Breite Marktverwerfungen und systemische Risiken

Die aktuelle Korrektur beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Kryptomärkte. Zeitgleich mit dem Kursrutsch bei Bitcoin und Co. fällt auch in anderen Anlageklassen wie Gold und Silber der Preis deutlich, was auf eine breitere Marktstresssituation hindeutet. Laut "Reuters" kam es zu einem starken Abverkauf bei Edelmetallen, der Panikverkäufe bei Aktien, Derivaten und Kryptowährungen auslöste. Diese Korrelation unterstreicht, wie eng heute Risikoanlagen miteinander verflochten sind und wie schnell negative Impulse in verschiedenen Märkten gleichzeitig verstärkt werden können.

Einer der treibenden Mechanismen hinter dem Ausverkauf am Kryptomarkt dürften aber auch Liquidationen von gehebelten Positionen sein. Wenn bestimmte Kursniveaus durchbrochen werden, lösen automatisierte Stop-Loss- und Margin-Calls Verkaufsaufträge aus, die den Abwärtstrend weiter beschleunigen. "Manchmal verstärken sich diese Preisanpassungen selbst", sagte Brian Jacobsen, Chefökonom bei Annex Wealth Management bereits am Wochenende gegenüber "Reuters". Laut ihm habe bereits der abrupte Kurssturz am Freitag die Menschen wieder an die Risiken erinnert. Daher sei es "möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich, dass wir in den nächsten Tagen weitere Verkäufe sehen werden".

Makroökonomische Unsicherheiten um neuen Fed-Chef

Neben den technischen Faktoren verschärft ein schwieriges makroökonomisches Umfeld die Stimmung der Marktteilnehmer. Die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Fed-Vorsitzender habe laut "Reuters" zu erhöhter Unsicherheit geführt, wodurch viele Anleger risikoaverse Strategien bevorzugen und ihr Kapital aus volatilen Anlagen wie Kryptowährungen abziehen. So strebe Warsh etwa eine Reduzierung der Fed-Bilanz an, was an den Kryptomärkten negativ aufgenommen werde, da Bitcoin und Co. als Nutznießer einer großen Fed-Bilanz gelten.

"Der Markt setzt derzeit darauf, dass Warsh als womöglich neuer Fed-Chef nicht als verlängerter Arm Trumps wahrgenommen würde, sondern als eigenständiger Akteur mit institutioneller Glaubwürdigkeit", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Seiner Einschätzung nach werten die Anleger die Personalie Warsh offensichtlich als Indiz für einen in Zukunft restriktiveren Kurs der Notenbank, was zulasten von Risikoanlagen wie den Bitcoin geht.

Außerdem herrsche am Markt "aktuell ein Cocktail der Unsicherheit, bestehend aus geldpolitischen Unwägbarkeiten und geopolitischen Risiken", sagte Emden. Vor allem die anhaltende Unklarheit über den zukünftigen Zinskurs in den USA sowie Spannungen in mehreren Weltregionen hätten die Risikobereitschaft der Anleger deutlich gedämpft.

Redaktion finanzen.net / dpa-AFX)

Bildquellen: Hi my name is Jacco / shutterstock.com, Wit Olszewski / Shutterstock.com