Lira-Krise

Darum gleicht der Euro seine Verluste wieder aus - Lira weiter unter Druck

13.08.18 18:02 Uhr

Darum gleicht der Euro seine Verluste wieder aus - Lira weiter unter Druck | finanzen.net

Der Euro hat am Montag an die Kursverluste der vergangenen Handelstage angeknüpft und ist auf den tiefsten Stand seit einem Jahr gefallen.

Werte in diesem Artikel
Devisen

58,1982 TRY 0,0181 TRY 0,03%

0,1288 EUR -0,0000 EUR -0,02%

6,9126 TRY 0,0017 TRY 0,02%

7,7673 CNY 0,0022 CNY 0,03%

0,8524 GBP -0,0003 GBP -0,04%

8,9590 HKD 0,0027 HKD 0,03%

185,6300 JPY 0,0200 JPY 0,01%

53,6888 TRY 0,0245 TRY 0,05%

1,1433 USD 0,0003 USD 0,03%

1,1731 EUR 0,0005 EUR 0,04%

0,0054 EUR -0,0000 EUR -0,01%

0,2892 TRY 0,0001 TRY 0,03%

0,6156 TRY 0,0002 TRY 0,03%

4,8580 TRY 0,0023 TRY 0,05%

1,6243 RUB -0,0005 RUB -0,03%

0,8746 EUR -0,0002 EUR -0,02%

46,9485 TRY 0,0030 TRY 0,01%

Der Euro hat am Montag zwischenzeitliche Verluste wieder ausgeglichen und leicht zugelegt. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1430 US-Dollar gehandelt und damit etwas über dem Niveau vom Freitagabend. Zwischenzeitlich fiel der Kurs bis auf 1,1365 Dollar und damit auf den schwächsten Stand seit Juli 2017. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1403 (Freitag: 1,1456) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8770 (0,8729) Euro.

Ungeachtet der leichten Erholung am Nachmittag wird der Euro nach wie vor durch den rasanten Kursverfall der Lira belastet. Die türkische Währung ist sehr schwach in die neue Woche gestartet und verzeichnete zweistellige prozentuale Wertverluste. Zeitweise mussten mehr als sieben Lira für einen Dollar gezahlt werden, für einen Euro wurden erstmals mehr als acht Lira fällig. Eine deutliche Erholung gab es im Anschluss nicht. Die Entwicklung rief am Markt Sorgen um einige europäische Banken hervor, die viel Geld in der Türkei investiert haben.

Erfasst werden von der Lira-Krise auch Währungen von großen Schwellenländern. Zwischenzeitlich standen besonders der südafrikanische Rand, die indische Rupie sowie der mexikanische Peso unter Druck. Ähnlich erging es dem russischen Rubel, der auch durch angekündigte Sanktionen der USA belastet wird.

Immerhin hat die Lira ihre Talfahrt am Montag im Tagesverlauf nicht weiter beschleunigt. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern haben Eingriffe der türkischen Zentralbank vom Montagmorgen die Währung etwas stabilisiert. Die Währungshüter setzen inzwischen darauf, die Liquidität der Banken und an den Märkten zu erhöhen. Dazu wurden die Reserve-Anforderungen an bestimmte Währungsgeschäfte verringert. Zudem wurden den heimischen Banken zusätzliche Refinanzierungsgeschäfte angeboten und Geldhäuser können sich zusätzliche Mittel in Fremdwährung leihen.

Die türkische Regierung greift unterdessen zu drastischen Maßnahmen und will nun Menschen für negative Kommentare über die wirtschaftliche Lage und den Absturz der Lira bestrafen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89330 (0,89675) britische Pfund, 126,11 (127,07) japanische Yen und 1,1338 (1,1391) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London auf 1200,35 (1214,40) Dollar festgesetzt.

/tos/jkr/she

FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: Claudio Divizia / Shutterstock.com, Joachim Wendler / Shutterstock.com