Vertrauen verspielt

Nach FTX-Crash: Bitcoin & Co. fallen in der Gunst von institutionellen Investoren

29.11.22 23:16 Uhr

Nach FTX-Crash: Bitcoin & Co. fallen in der Gunst von institutionellen Investoren | finanzen.net

Der Skandal um die Kryptobörse FTX riss nicht nur das Unternehmen selbst in die Insolvenz, sondern sorgte auch für fallende Kurse bei Bitcoin & Co. Damit dürften sich professionelle Anleger dauerhaft vom Kryptomarkt zurückziehen, wie Experten erwarten.

Werte in diesem Artikel
Aktien

287,35 EUR -1,10 EUR -0,38%

USD -0,00 USD -99,33%

ETFs

5,00 EUR -0,09 EUR -0,02%

Rohstoffe

4.022,35 USD 13,86 USD 0,35%

Devisen

47.460,0719 CHF 108,6861 CHF 0,23%

51.387,8673 EUR 87,1222 EUR 0,17%

44.188,0791 GBP 0,5371 GBP 0,00%

9.519.107,4111 JPY -3.104,1733 JPY -0,03%

58.506,7991 USD -43,8649 USD -0,07%

0,0371 CHF -0,0001 CHF -0,31%

0,0401 EUR -0,0002 EUR -0,37%

0,0345 GBP -0,0002 GBP -0,54%

7,4331 JPY -0,0429 JPY -0,57%

0,0457 USD -0,0003 USD -0,62%

0,0044 CHF 0,0000 CHF 0,75%

0,0048 EUR 0,0000 EUR 0,69%

0,0041 GBP 0,0000 GBP 0,52%

0,8852 JPY 0,0043 JPY 0,49%

0,0054 USD 0,0000 USD 0,45%

0,0000 BTC -0,0000 BTC -0,24%

26,9836 LUNA 0,0846 LUNA 0,31%

0,0000 BTC -0,0000 BTC -0,15%

24,9211 LUNA 0,0929 LUNA 0,37%

0,0000 BTC 0,0000 BTC 0,00%

28,9817 LUNA 0,1567 LUNA 0,54%

0,0000 BTC -0,0000 BTC -4,50%

0,1345 LUNA 0,0008 LUNA 0,58%

0,0000 BTC 0,0000 BTC 0,07%

• Kryptowährungen auch bei institutionellen Investoren angekommen
• FTX-Insolvenz sorgt für Vertrauensbruch mit Branche
• Binance-Rettungsfonds soll Kryptofirmen wieder auf die Beine helfen

Akzeptanz für Kryptowährungen in den letzten Jahren gestiegen

Zwar ist der Handel mit Bitcoin & Co. bereits seit einigen Jahren möglich, unter institutionellen Investoren ist der Trend um die digitalen Währungen aber ein noch junges Phänomen. Auch bieten einige Großbanken, zu denen das Krypto-Urgestein vor 14 Jahren als Gegenentwurf entwickelt wurde, erst seit kurzem vermehrt Unterstützung für die Cybercoins. Ein Grund dafür, dass die allgemeine Akzeptanz von Kryptowährungen im Laufe der Jahre zunahm, ist sicherlich auch der vereinfachte Handel durch eine Vielzahl von Trading-Plattformen. Der Zusammenbruch der Marktgröße FTX hat Kryptofans jedoch nun die Laune verhagelt.

FTX-Bankrott reiht sich in Liste der Kryptoskandale ein

Dabei ist die Pleite der Krypto-Börse von Gründer Sam Bankman-Fried, die auf eine Reihe von Skandalen und Ungereimtheiten folgte, in diesem Jahr nicht die erste Hiobsbotschaft am Kryptomarkt, die Anleger verdauen mussten. So sorgten der Crash des Stablecoins Terra/LUNA sowie die Insolvenzen der Krypto-Lender Celsius und Voyager Digital bereits für Verunsicherungen - und Kurseinbrüche des gesamten Markts für digitale Währungen. Kannte das Krypto-Urgestein Bitcoin vor knapp einem Jahr etwa scheinbar kein Halten mehr und sprang auf ein Allzeithoch von 68.789,60 US-Dollar, schmolz der Kurs in den letzten Monaten dahin. Aktuell notiert die größte Kryptowährung bei ungefähr 16.195 US-Dollar (Stand vom 28. November 2022). Der starke Kursverfall und die zahlreichen Eklats der Branche sorgen nun offenbar dafür, dass institutionelle Investoren ihre Beteiligungen an den Cybercoins überdenken.

JPMorgan macht Rückzieher nach bullishem Kursziel

Noch Anfang 2021 schrieb JPMorgan-Analyst Nikolaos Panigirtzoglou in einer Kundennotiz etwa, dass der Bitcoin Gold langfristig als "alternative Währung" ersetzen könne und dann die Marke von 146.000 US-Dollar erreiche. Von diesem Kursziel ist die Internet-Münze aktuell jedoch weit entfernt. Und auch Panigirtzoglou schlägt mittlerweile andere Töne an. "Was diese neue Phase der Krypto-Entschuldung, die durch den offensichtlichen Zusammenbruch von Alameda Research und FTX ausgelöst wurde, noch problematischer macht, ist die Tatsache, dass die Zahl der Unternehmen mit solideren Bilanzen, die in der Lage sind, Unternehmen mit geringem Kapital und hohem Fremdkapitalanteil zu retten, abnimmt", hieß es kürzlich in einer Analyse, die der Nachrichtenagentur "Bloomberg" vorliegt. Die jüngsten Ereignisse am Markt könnten den Bitcoin damit auf bis zu 13.000 US-Dollar herabdrücken. "Das Argument, in Krypto als Diversifikation zu investieren, ist vor einiger Zeit gestorben", so Panigirtzoglou gegenüber der Agentur.

Überlebensfähigkeit des Kryptomarkts fraglich

"Es war schon immer schwierig, für die Einbeziehung von Kryptowährungen zu plädieren, aber der Druck auf die Branche hat zugenommen", erklärte auch Fidelity-Stratege Salman Ahmed gegenüber Bloomberg. So stelle sich mit der FTX-Pleite mehr und mehr die Frage, ob der Kryptomarkt überhaupt überlebensfähig sei, wie der Experte zu bedenken gab. Erst im Februar lancierte der Vermögensverwalter mit dem Fidelity Physical Bitcoin ETP ein Anlageprodukt für den europäischen Markt, das den Bitcoin-Kurs abbildet und eigenen Angaben zufolge vollständig durch die Kryptowährung gedeckt ist. Derzeit beläuft sich das Minus des Wertpapiers auf über 50 Prozent.

Keine Gold-Alternative

Auch Hani Redha, Portfoliomanager der britischen Investmentgesellschaft Pinebridge, sieht für Kryptowährungen in den Depots professioneller Anleger keine Zukunft. "Es ist klar geworden, dass es in der institutionellen Vermögensallokation keinen Platz finden wird", so der Marktbeobachter gegenüber der Agentur. "Es gab eine Zeit, in der es als potenzielle Anlageklasse betrachtet wurde, die jeder Investor in seiner strategischen Vermögensallokation haben sollte, und das ist völlig vom Tisch." Mark Dowding von BlueBay Asset Management hält es unterdessen für längst überfällig, dass Kryptowährungen aus den Depots institutioneller Anleger fallen. "Es hätte klar sein müssen, dass eine Branche, die nichts produziert, Geld verbrennt und verlockende Renditen bietet, zum Scheitern verurteilt war", so der Experte. Auch die Annahme, dass der Bitcoin Investitionen in Gold als "sicheren Hafen" ablöst, sei damit nachhaltig widerlegt.

Binance will Kryptobranche mit Hilfsfonds retten

Einen Rettungsversuch wagt hingegen Changpeng Zhao, Chef der Kryptobörse Binance, die bei dem Debakel um Mitbewerber FTX auch ihre Finger im Spiel hatte. So gab die Handelsplattform Anfang November bekannt, dass man den ins Straucheln geratenen Mitbewerber übernehmen wolle, nur um am Tag darauf dann doch einen Rückzieher zu machen. Bereits kurz nach der Pleite von FTX, schrieb Zhao dann auf seinem Twitter-Profil, dass man die negativen Folgen des Zusammenbruchs von Bankman-Frieds Unternehmen mit einem Hilfsfonds reduzieren wolle. "Um weitere kaskadierende negative Auswirkungen von FTX zu reduzieren, bildet Binance einen Industry Recovery Fund, um Projekten zu helfen, die ansonsten stark sind, sich aber in einer Liquiditätskrise befinden", so der Geschäftsführer. "Krypto wird nicht verschwinden. Wir sind immer noch hier. Lasst uns wieder aufbauen."

Dabei ließ es sich Zhao auch nicht nehmen, gegen Bankman-Fried zu schießen. Auf die Frage eines Twitter-Nutzers, ob der Fonds auch für FTX gelte, erwiderte der Binance-Chef: "Lügner oder Betrug gelten nie als starke Projekte. Dies ist für andere Projekte im Ökosystem."

Redaktion finanzen.net

In eigener Sache

Übrigens: JPMorgan Chase und andere US-Aktien sind bei finanzen.net ZERO sogar bis 23 Uhr handelbar (ohne Ordergebühren, zzgl. Spreads). Jetzt kostenlos Depot eröffnen und Neukunden-Bonus sichern!

Bildquellen: T. Schneider / Shutterstock.com, Hi my name is Jacco / shutterstock.com

Nachrichten zu JPMorgan Chase & Co.

Analysen zu JPMorgan Chase & Co.

DatumRatingAnalyst
25.06.2026JPMorgan ChaseCo HoldJefferies & Company Inc.
06.05.2026JPMorgan ChaseCo OverweightBarclays Capital
04.05.2026JPMorgan ChaseCo OutperformRBC Capital Markets
04.05.2026JPMorgan ChaseCo HoldJefferies & Company Inc.
15.04.2026JPMorgan ChaseCo HaltenDZ BANK
DatumRatingAnalyst
06.05.2026JPMorgan ChaseCo OverweightBarclays Capital
04.05.2026JPMorgan ChaseCo OutperformRBC Capital Markets
14.04.2026JPMorgan ChaseCo OverweightBarclays Capital
01.04.2026JPMorgan ChaseCo OverweightBarclays Capital
17.02.2026JPMorgan ChaseCo OverweightBarclays Capital
DatumRatingAnalyst
25.06.2026JPMorgan ChaseCo HoldJefferies & Company Inc.
04.05.2026JPMorgan ChaseCo HoldJefferies & Company Inc.
15.04.2026JPMorgan ChaseCo HaltenDZ BANK
15.04.2026JPMorgan ChaseCo HoldJefferies & Company Inc.
14.01.2026JPMorgan ChaseCo HaltenDZ BANK
DatumRatingAnalyst
19.04.2022JPMorgan ChaseCo SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
18.10.2021JPMorgan ChaseCo SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
03.08.2017JPMorgan ChaseCo SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
21.12.2012JPMorgan ChaseCo verkaufenJMP Securities LLC
21.09.2007Bear Stearns sellPunk, Ziegel & Co

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für JPMorgan Chase & Co. nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen