Warum Autoreparaturen so teuer sind und bleiben

Autofahrer müssen bei Reparaturen und Wartungen zunehmend tiefer in die Tasche greifen. Technische Komplexität, steigende Werkstattlöhne und teurere Ersatzteile treiben die Kosten nach oben.
Komplexe Fahrzeugtechnik erhöht Kosten
Moderne Fahrzeuge sind mit Sensoren, Assistenzsystemen und komplexer Elektronik ausgestattet. Bei Schäden müssen oft ganze Module statt einzelner Teile ausgetauscht werden. LED Scheinwerfer, Kamerasysteme und andere Komponenten treiben die Materialkosten in die Höhe. Neukalibrierungen der Kameras von Assistenzsystemen, beispielsweise nach dem Einbau einer neuen Frontscheibe, sind teuer, wie der ADAC berichtet.
Höhere Stundenverrechnungssätze und Ersatzteilpreise
Die Arbeitskosten in Werkstätten steigen deutlich: Mechanik, Elektrik und Karosseriearbeiten liegen bei über 200 Euro pro Stunde, Lackierarbeiten sogar noch höher. Gleichzeitig verteuern sich Ersatzteile durch elektronische Komponenten und Rohstoffkosten. "Während der Verbraucherpreis-Index von 2017 bis 2023 um etwa 20 Prozent gestiegen ist, haben Werkstätten und Lackierereien ihre Stundensätze im selben Zeitraum um rund 40 Prozent erhöht", beschreibt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), gegenüber der Tagesschau. Grund sei KFZmobile.de zufolge der Fachkräftemangel: Über 20.000 Kfz-Mechatroniker sollen 2025 in Deutschland gefehlt haben.
Weniger Reparaturen, höhere Durchschnittskosten
Da Werkstattbesuche teurer werden, lassen viele Halter nur das Nötigste reparieren. Laut DAT Report 2026 ist die Zahl der Wartungen gesunken, die Ausgaben für Reparaturen und Wartung liegen aber deutlich über dem Niveau von 2020. "Die meisten lassen nur noch das Notwendigste reparieren, fragen bei Bekannten nach Unterstützung oder suchen gezielt nach Werkstätten, die bestimmte Reparaturen günstiger anbieten", so Uta Heller und Martin Endlein, Autoren des DAT-Reports in einer Vorabmeldung.
Auswirkungen auf Versicherung und Mobilität
Die steigenden Kosten belasten auch Kfz Versicherungen. Höhere Schadenaufwendungen führen zu steigenden Prämien, sodass Autofahrer doppelt betroffen sind. Viele vergleichen deshalb aktiv Werkstatt- und Versicherungsangebote, um Kosten zu sparen.
"Aus Sicht des ADAC ist das eine kaum noch zu rechtfertigende finanzielle Belastung für Autofahrende. Bei älteren Fahrzeugen führt diese Entwicklung ebenfalls zu einer bedenklichen Entwicklung: Bereits leichte Unfälle können wirtschaftliche Totalschäden zur Folge haben", wie der Club auf der eigenen Webseite erklärt.
Jennifer Vogel, Redaktion finanzen.net
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